Sonntag, 22. Februar 2026

Die Verschmutzung der Welt

Gestern fuhr ich zum Müllsammelhof um meinen Müll, natürlich sorgfältig getrennt, zu entsorgen. Auf dem Rückweg kam ich an einer Fabrik vorbei, an der auf einem Schild zu lesen war, -Wir machen aus Müll Energie –.  Wie sinnvoll, dachte ich, wenn wir den gesamten Unrat dieser Welt in Energie verwandeln könnten, wären unsere Energieprobleme gelöst. -  Ich erinnerte mich an meine Kindheit auf einem Bauernhof, wo ich erlebte, wie Mist und Jauche auf die Felder gefahren wurden. Für mich war es ein Wunder, wie Ausscheidungen und Kot, sich in wertvollen Dünger verwandeln, und die Pflanzen ernähren, die wir essen . Heute ist mir klar, dass es uns Menschen immer wieder gelingt, anscheinend wertlose Materie,  in etwas Wertvolles zu verwandeln. Wenn junge Menschen heute versuchen, die Verschmutzung von Klima und Umwelt zu bekämpfen, sollten sie ihre Energie dafür einsetzen, Abfall und Schadstoffe in Wertvolles umzuwandeln und zu modernen Alchimisten zu werden.

Für den  Menschen  ist das Unglücklichsein der Seele die Entsprechung  für die Verschmutzung der  Welt. Als Kinder kennen wir noch nicht das Unglücklichsein. Wir sind glücklich in der Liebe unserer Eltern geborgen. Aber mit unserem Erwachsenwerden, kommt die Welt auf uns zu, mit   ihren Verlockungen und Versprechungen. Wir sind unzähligen äusseren Einflüssen ausgesetzt, wir sind noch nicht reif, um selbständige Entscheidungen zu treffen, was gut und was schlecht für unser Leben ist. Dabei hat jeder von uns eine innere Stimme, die ihm hilft die richtigen Entscheidungen zu treffen. Aber keiner hat uns beigebracht auf diese Stimme zu hören. Erst durch das Leben lernen wir diesen inneren Kompass in uns zu schätzen. Vielleicht braucht es erst viel persönliches Scheitern, viele falschen Wege, auch Enttäuschungen, bis wir den richtigen Weg zu uns selbst finden.

Jeden Weg, den uns das Leben vorschlägt kann der richtige sein, oder auch der falsche, es kommt nur darauf an, wie wir ihn gehen. Wenn wir uns einfach treiben lassen, den scheinbar einfachen Weg wählen, dann wird uns dieser Weg oft ins Abseits führen, in Zeitverschwendung und Nutzlosigkeit. Ein solcher Weg endet meistens im Unglücklichsein, in der Passivität, im Glauben,  andere wären für uns zuständig, der Staat, andere Menschen, nur nicht wir selbst.

Als  Menschen  sind wir Teil der Schöpfung. Wir erschaffen die Welt in der wir leben. Es ist unsere Aufgabe,  diese Welt zu gestalten, unser Leben zu formen, es in unsere eigenen Hände zu nehmen, unsere Talente zu nutzen. Es ist gleich auf welchem Feld wir unseren Acker bestellen, jede Aufgabe, und sei sie noch so klein, wird mit Engagement und Liebe zu etwas Wertvollem, zu etwas Besonderen,  vom Bauern der sein Feld bestellt, bis zur Hausfrau, die liebevoll ihre Familie versorgt. Wenn die Gedankenlosigkeit, die Bequemlichkeit  und fehlendes Gewissen  der unserer Mitbewohner die Welt verschmutzen und unbewohnbar machen, können wir in unserem eigenen Garten für Sauberkeit und Ordnung sorgen. Das gilt auch für das Unglücklichsein, das durch Nachlässigkeit, fehlende Sorgfalt und Liebe uns selbst gegenüber entsteht.  Die Verantwortung für die Welt beginnt immer bei uns selbst, bei unserer eigenen kleinen Welt, die wir erschaffen. Was wir im Kleinen erreichen, beeinflusst die Welten unserer Mitmenschen und trägt zum Erhalt der Schöpfung bei. Wir dürfen uns nicht entmutigen lassen, wenn wir sehen, wie wenigen Menschen es gelingt, die Welt etwas besser zu machen.

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