Unzählige Bücher sind über den Sinn des Lebens geschrieben
worden. Propheten, Religionen und Philosophien sprechen zu uns über den Sinn
des Lebens, ohne dass wir je so recht davon überzeugt waren, die richtigen
Wegweiser für unser Leben gefunden zu haben. Dabei trägt jeder Mensch den
wichtigsten Hinweis auf den Sinn des Lebens in sich selbst.
Jede einzelne unserer Körperzellen trägt die ganze Weisheit des
Lebens in sich. Jede Zelle fügt sich in den gesamten Zellorganismus ein und
handelt zu dessen Wohl. Sie handelt selbstlos, wehrt fremde Eindringlinge ab,
verbraucht nur die unbedingt notwendigen Körperressourcen, passt sich ihrer
jeweiligen Funktion an und widmet ihr Leben in bestmöglicher Weise dem Wohl des
Gesamtorganismus.
Wenn wir nach dem Sinn des Lebens suchen, sollten wir uns am
Leben einer Zelle unseres Körpers orientieren. Wir sind in den Organismus
unseres Körpers, in unsere Familie, unsere Umwelt und unsere Lebensumstände
hineingeboren. Wenn wir uns so verhalten, dass wir in bestmöglicher Weise uns
selbst, unserer Familie, unserer Umwelt und unseren Lebensumständen dienen, erfüllen
wir die Funktion, für die wir geschaffen sind. Wir sind als Teil der Schöpfung geschaffen,
ein jeder an seinem Platz. Wenn wir wie eine Zelle unseres Körpers handeln, dienen
wir dem Ganzen und der Evolution des Kosmos. Wir handeln dann im Sinne der
übergeordneten Intelligenz, die unser Leben bestimmt. Was könnte dem Sinn des
Lebens näherkommen?
In der Realität handeln die meisten Menschen jedoch eigennützig.
Sie vergessen, dass sie Teil eines Gesamtorganismus sind, denken nur an ihre
eigene Selbstentfaltung und handeln gegen ihren eigenen Organismus, gegen die
Interessen ihrer Mitmenschen und gegen die Evolution der Welt und des Kosmos. Sie
haben nicht verstanden, worin der Sinn ihres Lebens liegt. Wer gegen die
Gesetze des Lebens verstösst, den bestraft das Leben. Wer gegen die Gesetze des
eigenen Körpers verstösst, den bestraft der Körper. Wenn eine Körperzelle
entartet, weil sie ständig von ihrem Wirt vergiftet wird, beginnt sie zu wuchern
und ein Eigenleben gegen ihren Wirt und ihre Bestimmung zu führen. Dann wird
sie zu einem Krebsgeschwür, das schliesslich seinen Wirt vernichtet.
Das Gleiche gilt für das Leben des Menschen in der Gemeinschaft.
Der egoistische, auf sich selbst zentrierte Mensch handelt nur im eigenen
Interesse und begreift nicht, dass er nur überleben kann, wenn er das Wohl der
Gemeinschaft nicht aus den Augen verliert. Wie die einzelne Zelle im Körper
Teil eines grösseren Ganzen ist, so ist der Mensch Teil der Menschheit, der
Natur und der Schöpfung. Wenn der Mensch so handelt, dass er die Interessen der
Gesamtheit nie aus den Augen verliert, sein Leben nicht höher schätzt als das
Leben der anderen und die ihm von der Natur geschenkten Begabungen in
bestmöglicher Weise einsetzt, dann hat er begriffen, was der Sinn des Lebens
ist: die ewige Evolution der Schöpfung.