Wenn ich mein Leben betrachte, am Ende eines langen Weges, dann sehe ich voller Dankbarkeit auf ein erfülltes Leben zurück. Das Leben hat mir immer geschenkt, was nötig war, um zu überleben, und viel mehr, als ich je erwarten konnte. Ich habe nicht nur das Licht der Welt erblickt, sondern auch das Licht der Ewigkeit auf meinem Weg sehen dürfen. Was hätte ich mir jemals mehr wünschen können?
Geboren wurde ich in eine Welt des Krieges. Um mich herum waren
Tod und Zerstörung. Wir wurden vertrieben und wir Kinder von unseren Eltern
getrennt. Mehrmals stand mein Leben auf des Messers Schneide. Aber ein gütiges
Schicksal hat mir immer wieder die Hand gereicht. Selbst als ich am Ende eines
Tunnels das Licht der Ewigkeit bereits sehen konnte, hat mein Schicksal mich ins
Leben zurückgeholt und mir zu verstehen gegeben, dass mein Leben noch vor mir
liege.
Und so habe ich mich dem Fluss des Lebens anvertraut, bin mit ihm
geschwommen und nicht gegen ihn. Ich habe das Leben angenommen, so wie es auf
mich zukam: voller Freude, voller Zuversicht, voller Vertrauen. Verluste und
Rückschläge habe ich wie jeder Mensch erlebt; sie gehören zum Leben, sie
gehören zum Reichtum des Lebens. Wer sie nicht annimmt, tut sich keinen
Gefallen, denn gerade in Rückschlägen sammeln wir die Kräfte, die wir brauchen,
um das Leben ganz zu erfahren.
Wundervolle Menschen sind in mein Leben getreten: meine Familie,
meine Kinder und Enkelkinder, aber auch Menschen, die mich ein Stück meines
Lebens begleitet und mich die Dinge gelehrt haben, die ich für das Leben
brauchte. Was hätte ich mir mehr wünschen können? Nie habe ich wirklich
Enttäuschungen erlebt, denn was gibt es Wertvolleres, als zu merken, dass wir
einer Täuschung aufgesessen sind und die Enttäuschung uns wieder den Schritt in
die richtige Richtung tun lässt. Immer wieder ist das Leben auch in der Form dunkler
Energie an mich herangetreten und hat mir die Reichtümer der Welt versprochen. Ich
bin den Versuchungen nie erlegen und bin unbeirrt den Weg gegangen, von dem ich
meinte, dass das Schicksal ihn mir vorzeichnete.
Jetzt, am Ende meines Lebens, fühle ich noch immer das gleiche
Leben in mir wie am Anfang. Das Leben spricht mit mir und sagt mir, auch in
meinen Träumen, dass das Ende auch der Anfang ist und die Tür, die hinausführt,
zugleich die Tür ist, die in etwas anderes hineinführt. Der Fluss meines Lebens
hat mich fast bis ans Meer der Ewigkeit geführt, und überall habe ich den reichen
Segen gespürt, der über meinem Leben lag.
Heute weiss ich, dass ich am Ende meiner Reise das gleiche
Licht erblicken werde, das ich schon in meiner Kindheit erleben durfte. So gehe
ich mit tiefer Zuversicht das letzte Stück meines Weges. Jeder Tag in meinem
Alter ist ein Geschenk des Lebens an mich. Noch immer bin ich ein Teil dieser
Welt, aber mit einem Fuss schon in der Tür, die sich vor mir zur Ewigkeit
öffnet.