Weder Philosophen noch Wissenschaftler können eine überzeugende
Erklärung für Raum und Zeit liefern. Am ehesten liegt mir noch Kant, der von
einer reinen Anschauung des Menschen spricht, wenn es um Raum und Zeit geht.
Wenn der Mensch nicht mehr existiert, fallen Raum und Zeit fort, an ihre Stelle
tritt das Nichts. Solange ich lebe, gibt es Raum und Zeit für mich, sowohl im Makrokosmos
als auch in meinem eigenen Mikrokosmos. Im physikalischen Sinn bestehe ich aus
Raum und Energie. Die Energie fängt den Raum für mich ein, sie bildet meinen
Körper. Das, was mich mit meinem Körper verbindet, ist mein Geist, der eine weitere Dimension darstellt, ohne die ich
nicht Raum und Zeit wahrnehmen könnte. Was aber nimmt der Geist in mir wahr, - nimmt
der Geist sich selbst und meine Energie wahr oder gibt es noch weitere Dimensionen,
die unsere Wahrnehmung ausmachen?
Die Wissenschaftler tun so, als ob der Raum an sich auch
etwas Existentielles darstellen würde. Existenziell,
im menschlichen Sinn, kann nur das verstandesmässig Erklärbare sein. Ich kann nicht
aus einem Nichts ein Etwas machen, nur um meine Theorien zu erklären. Da liegen
mir schon eher die Philosophen, die das Göttliche im Nichts sehen. Und wenn es so wäre, wie sieht es dann mit dem
Nichts in mir selbst aus, denn mir ist bewusst, dass ich im Wesentlichen aus
Nichts bestehe, dass von Energie in Form gebracht und zusammengehalten wird? Bestehe ich dann im Wesen aus göttlichem
Nichts, das von Energie in meine Form gebracht wird? Wäre der ganze Makrokosmos dann nicht nach
dem gleichen Prinzip geformt, aus Energie und Nichts?
Für meine Existenz kommt es nur darauf an, wie ich mich selbst
sehe. Es kommt nur auf meine eigene, individuelle Betrachtungsweise an. Wenn
ich mich als Festkörper in Raum und Zeit sehe, dann lebe ich in dieser Welt –
und mit meinem Tod gebe ich mich an die
Welt zurück. Ich lebe dann wie die grosse Masse Mensch und interessiere mich
nicht für mein eigentliches Sein.
Sehe ich mich aus Nichts und aus Energie geformt, dann werde ich wie ein Wissenschafter nach den
Gesetzen fragen, die mich und die Welt formen. Die Gesetze der Energie kann ich
weitgehend erforschen und verstehen. Der Raum und das Nichts aber stellen mich vor unlösbare Probleme. Mein mir zur Verfügung
stehender Verstand reicht nicht aus, um die Kräfte zu erfassen, die aus dem
Nichts ein Etwas zu machen, und die Energie in ihre Bahnen lenkt.
Der Mensch als Philosoph stellt seine Theorien in den Raum
und versucht das Unerklärbare erklärbar zu machen. Und die Religionen geben dem Unerklärbaren einen Namen. Über Allem und in Allem sehe ich mich als denkender Mensch als Teil von Allem, als Teil der allumfassenden
Intelligenz, als Teil des ewigen Raumes, und wenn dieser Raum von göttlichem
Geist erfüllt ist, als Teil dieses Geistes. Zeit lässt mich die Ewigkeit
begreifen, und Energie und Kosmos die Gegenständlichkeit. Und ich als Mensch bin
in diese Gesamtheit hineingeboren, bin Teil von ihr, und wenn ein
schöpferischer Geist in Allem ist, bin ich ein Teil dieses Geistes.