Sonntag, 5. April 2026

Ostern und Auferstehung

Ostern ist in den christlichen Ländern einer der wichtigsten Feiertage des Jahres. Es geht um  den Sieg des Lebens über den Tod. Den Wenigsten von uns ist bewusst, dass wir unser ganzes Leben diesen Sieg über den Tod erleben.

Jeden Tag sterben in uns Millionen von Zellen und werden von neuen Zellen ersetzt. Der Tod ist ein ständiger Begleiter des Lebens. Ohne den Tod wäre uns das Leben nicht begreifbar. Das gilt nicht nur für den Menschen, sondern für die ganze Natur. Nur dem Menschen ist dieser Vorgang bewusst.

Was geschieht am Ende eines menschlichen Lebens wirklich? Das Leben in uns beendet den physischen Vorgang der Erneuerung der Zellen und gibt die gebundene Energie in uns frei. Die Energie kehrt an ihren Ursprung zurück, das übergeordnete Leben aber vereint sich wieder mit seiner Gesamtheit. Nichts geht jemals verloren. Das lehrt uns Ostern.

 Alles menschliche Wissen und Denken ist nicht in der Lage, das Wunder des Lebens zu erfassen, obwohl sich das Leben in der gesamten Schöpfung offenbart. Wir haben keinen Tod und keine Vernichtung zu befürchten. Wir geben im Tod nur die in uns gebundene Energie wieder frei, und unser Leben kehrt an seinen Ursprung  zurück.

Wir wissen nicht, ob das in allem manifestierte Leben in einer Seelenwanderung sich    wiederholt, in der Natur, in Pflanzen und Tieren, oder in menschlichen Individuen, über Generationen hin, von Leben und Tod. Diese Ungewissheit ist ein Teil unseres Lebens. - Eine Gewissheit aber können wir haben: Nichts ist endgültig  vergänglich, alles kehrt an seinen Ursprung zurück, selbst  Planeten werden geboren und sterben wieder in dunkler Materie und werden neu geboren, seit ewigen Zeiten.

Das ist  die Botschaft, die wir an Ostern erhalten. Das Leben ist unvergänglich, der ewige Wandel von Tod und Erneuerung ist das ewige Gesetz in uns. Nicht nur der Mensch, sondern die ganze Natur ist erfüllt von ewigem Leben. Und  wenn wir auf ein erfülltes Leben zurückblicken können, dann haben wir die uns geschenkten Talente genutzt, nicht nur zu unserem eigenen Wohl, sondern zum Wohl der gesamten Schöpfung

Wenn wir eigenverantwortlich unser Leben in die Hand genommen  und unsere, uns geschenkten Talente gut verwaltet haben, dann brauchen wir uns vor dem Tod nicht zu fürchten. Vielleicht können wir uns im Tod mit der Gesamtheit wieder vereinen, - vielleicht aber entschliessen wir uns zur Wiederkehr, um das Leben erneut, vielleicht besser und bewusster zu versuchen. Die Auferstehung oder Wiederkehr ist vielleicht die wichtigste Entscheidung, der  wir uns am Ende unseres  Weges durch die Welt zu stellen haben, wenn wir den Blick zurück auf unser Leben werfen. Daran erinnern wir uns Ostern, wenn der Frühling uns mit seinem Neubeginn an das Erwachen des Lebens erinnert.