Die Welt und alle Dinge dieser Welt befinden sich im ewigen Wandel. Nichts bleibt so wie es ist. In jedem Augenblick ist alles, was ist, schon etwas anderes.
Wir können uns diesem Fluss des Lebens als Menschen nicht
entgegenstellen. Wir können nicht sagen,
wir möchten ewig jung bleiben, weil das dem Fluss des Lebens widerspricht. Der Mensch neigt dazu, den Dingen in seiner Vorstellung eine feste Form zu
geben, das gilt für die Lebewesen, wie auch für das scheinbar leblose Gegenständliche,
das ihn umgibt. Aber das ist nur eine Täuschung seiner Sinne. Alles
befindet sich im Wandel, es ist nur
unsere Wahrnehmung, die uns täuscht.
Bei den Lebewesen sehen wir am ehesten dieses Gesetz des
Wandels. Wir erleben die Jugend, die Reifung und das Alter. Das gilt aber auch
für die Sterne und diese Erde. Nichts bleibt so, wie es ist. Alles wandelt
sich. Unser Leben, und die gesamte Schöpfung ist in jedem Moment eine andere.
Aller Wandel vollzieht sich beim Menschen in der Polarität
der Gegensätze. Nur der Mensch ist in die Polarität hineingeboren, nur für ihn
gilt gut und schlecht, schön und hässlich, Krieg und Frieden. Sein ganzes Leben
wird von Gegensätzen bestimmt. Auf
seinem Weg durch die Welt steht der Mensch immer wieder vor der Entscheidung,
in welcher Richtung er sein Leben steuern soll. Vom sinnhaften zum sinnlosen
Leben, welcher Weg ist der Richtige?
Wenn sich eine Mehrheit
der Menschheit für den scheinbar leichtesten Weg durch das Leben entscheidet, ist
nicht auch dieser Weg durch die Schöpfung vorgesehen, auch wenn er möglicherweise in die
Selbstzerstörung führt? Sind nicht alle
Möglichkeiten des Lebens Teil des Schöpferwillens, gleich ob sie dem
menschlichen Verstand gut oder schlecht erscheinen?
Wir werden diese Fragen als Menschen nicht beantworten
können. Gesetzbücher oder Religionsschriften versuchen nur das Miteinander des
Menschen zu regeln. Die Polarität des Menschseins können sie nicht beseitigen. Der Weise aber versucht den Mittelweg zu
finden, den Weg durch die Gegensätze. Indem er sich der Gegensätze in sich und
in der Welt bewusst ist, führt er in sich die Gegensätze der Welt wieder
zurück in die Einheit. Im Weisen lösen sich die Gegensätze auf,
werden wieder eins mit der Gesamtheit, in der es keine Gegensätze gibt.
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