Samstag, 2. Mai 2026

Raum und Zeit 2

Weder Philosophen noch Wissenschaftler können eine überzeugende Erklärung für Raum und Zeit liefern. Am ehesten liegt mir noch Kant, der von einer reinen Anschauung des Menschen spricht, wenn es um Raum und Zeit geht. Wenn der Mensch nicht mehr existiert, fallen Raum und Zeit fort, an ihre Stelle tritt das Nichts. Solange ich lebe, gibt es Raum und Zeit für mich, sowohl im Makrokosmos als auch in meinem eigenen Mikrokosmos. Im physikalischen Sinn bestehe ich aus Raum und Energie. Die Energie fängt den Raum für mich ein, sie bildet meinen Körper. Das, was mich mit meinem Körper verbindet, ist mein Geist, der  eine  weitere Dimension darstellt, ohne die ich nicht Raum und Zeit wahrnehmen könnte. Was aber nimmt der Geist in mir wahr, - nimmt der Geist sich selbst und meine Energie wahr oder gibt es noch weitere Dimensionen, die unsere Wahrnehmung ausmachen?

Die Wissenschaftler tun so, als ob der Raum an sich auch etwas Existentielles darstellen würde.  Existenziell, im menschlichen Sinn, kann nur das verstandesmässig Erklärbare sein. Ich kann   nicht aus einem Nichts ein Etwas machen, nur um meine Theorien zu erklären. Da liegen mir schon eher die Philosophen, die das Göttliche im Nichts sehen. Und  wenn es so wäre, wie sieht es dann mit dem Nichts in mir selbst aus, denn mir ist bewusst, dass ich im Wesentlichen aus Nichts bestehe, dass von Energie in Form gebracht  und zusammengehalten wird?  Bestehe ich dann im Wesen aus göttlichem Nichts, das  von Energie  in meine Form gebracht wird?  Wäre der ganze Makrokosmos dann nicht nach dem gleichen Prinzip geformt, aus Energie und Nichts?

Für meine Existenz kommt es nur darauf an, wie ich mich selbst sehe. Es kommt nur auf meine eigene, individuelle Betrachtungsweise an. Wenn ich mich als Festkörper in Raum und Zeit sehe, dann lebe ich in dieser Welt – und mit meinem Tod  gebe ich mich an die Welt zurück. Ich lebe dann wie die grosse Masse Mensch und interessiere mich nicht für mein eigentliches Sein.

 Sehe ich mich  aus Nichts  und aus Energie geformt, dann  werde ich wie ein Wissenschafter nach den Gesetzen fragen, die mich und die Welt formen. Die Gesetze der Energie kann ich weitgehend erforschen und verstehen. Der Raum und  das Nichts aber stellen  mich vor unlösbare Probleme. Mein mir zur Verfügung stehender Verstand reicht nicht aus, um die Kräfte zu erfassen, die aus dem Nichts ein Etwas zu machen, und die Energie in ihre Bahnen lenkt.   

Der Mensch als Philosoph stellt seine Theorien in den Raum und versucht das Unerklärbare erklärbar zu machen. Und die Religionen  geben dem Unerklärbaren einen Namen.  Über  Allem und in Allem  sehe ich mich als  denkender Mensch als Teil  von Allem, als Teil der allumfassenden Intelligenz, als Teil des ewigen Raumes, und wenn dieser Raum von göttlichem Geist erfüllt ist, als Teil dieses Geistes. Zeit lässt mich die Ewigkeit begreifen, und  Energie und Kosmos  die Gegenständlichkeit. Und ich als Mensch bin in diese Gesamtheit hineingeboren, bin Teil von ihr, und wenn ein schöpferischer Geist in Allem ist, bin ich ein Teil dieses Geistes.


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