Hinter jeder Religion verbergen sich die eigentlichen tiefen Wahrheiten. Kein Religionsbegründer hat je schriftliche Vorschriften hinterlassen, weil ewige Wahrheiten, die das Metaphysische ansprechen, kaum in Worten ausgedrückt werden können. Im Vatikan liegen tausende von Büchern, die sich mit der christlichen Religion beschäftigen. Sie alle kann man allenfalls als philosophische Betrachtungen sehen, die menschliches Denken wiedergeben. Göttlicher Offenbarung begegnet man in ihnen nur selten. Nicht umsonst verbieten die Religionen den Namen Gottes zu missbrauchen, das Metaphysische entzieht sich unserem Wissen.
Das Unaussprechliche kann nicht durch Sprache wiedergegeben
werden. Dennoch ist das Göttliche in der gesamten Schöpfung enthalten, ist in
Allem sichtbar, will gesehen werden. Dem Menschen ist es gegeben, das Göttliche
zu erkennen, weil er selbst Teil der göttlichen Gesamtheit ist. Es ist nicht
Glauben nötig, wie von den Religionen gefordert, sondern die Wahrnehmung des
Schöpfergeistes, der sich in der gesamten Schöpfung offenbart, auch in uns selbst.
Nur Gleiches kann Gleiches erkennen.
Immer wieder sind in der Geschichte der Menschheit die
grossen Lehrer des Unaussprechlichen in die Welt getreten, die ihren
Zeitgenossen die tieferen Geheimnisse des Lebens offenbart haben. Keiner von
ihnen hat schriftliches Zeugnis hinterlassen, weil man nicht das
niederschreiben kann, für das es keine Worte gibt. Generationen nach ihnen
haben dann versucht, das in Schriftform zu verfassen, was ihnen von der Lehre
überliefert wurde. Nur Teile der ursprünglichen Wahrheiten haben ihren
Niederschlag in den bekannten heiligen Büchern gefunden. Die damals verkündeten
Wahrheiten aber haben die Menschen so überzeugt, dass neue Religionen aus
ihnen entstanden sind.
Religionen können uns nur helfen den Weg zum Göttlichen zu
finden, sie sind nur Wegweiser für den Menschen, den richtigen Weg
zu finden Sie nehmen uns aber nicht den Weg ab, der zur Erkenntnis des Göttlichen
führt. Dieser Weg muss von jedem Menschen eigenverantwortlich selbst gefunden
werden.
Das Unaussprechliche ist auch in uns selbst enthalten, ich
nenne es das Leben, das Absolute, das, was mich ausmacht. Es hat mich durch mein
ganzes Leben begleitet. Es hat mich in mein Schicksal gestellt, ein Schicksal, das
oft existenzbedrohend war. Krieg,
Hungerzeiten, Krankheiten, fast ein ganzes bewegtes Jahrhundert habe ich durchlebt.
Nie kam mir in den Sinn, mich zu beklagen, immer habe ich das Leben so
angenommen, wie es auf mich zukam. Nie hat das Leben mich enttäuscht. Das Schicksal
war mir immer ein treuer Begleiter, in all den Jahren meines Lebens. Das Leben
hat mir fast alles geschenkt, was ich mir je hätte träumen lassen. Und ich habe
versucht mich diesen Geschenken würdig zu erweisen, sie immer als Geschenk
meines höheren Seins zu sehen, nicht nur als ein Ausfluss meines eigenen Tuns. Und immer habe ich mich als ein Teil des Lebens
gefühlt, das sich auch durch mich verwirklicht hat, als Teil des ewigen Seins.
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