Samstag, 31. Januar 2026

Bewusstes Handeln

Wir müssen erst unsere Aufmerksamkeit auf unser unbewusstes Handeln lenken, um uns unseres aktiven Bewusstseins bewusst zu werden. Der überwiegende Teil unserer  Körperaktivitäten, die uns am Leben erhalten, erfolgt unbewusst. Unsere Atmung, nahezu alle Aktivitäten des Körpers, die seiner Erhaltung dienen, selbst unser Denken erfolgt weitgehend unbewusst, ohne dass wir es merken.

Daneben bleibt uns aber noch genügend Energie, sich dem bewussten Handeln zu widmen. Fast jede aktive Tätigkeit können wir bewusst oder unbewusst machen. Wenn wir gedankenlos und unkonzentriert handeln, kommt nur selten etwas Sinnvolles zustande. Aber die kleinste Tätigkeit wird zu etwas Besonderem, wenn wir ihr unsere ungeteilte Aufmerksamkeit widmen. Es macht einen grossen Unterschied, ob ich meine Zähne gedankenlos putze, oder ob ich mit meiner Aufmerksamkeit bei den Zähnen bin und mich jedem Zahl zuwende. Meine Zähne werden es mir danken. Im Sport, in den Schulen und Universitäten werden Spitzenleistungen nur erreicht, wenn wir uns  voll und ganz dem Leistungsprozess widmen. Diesen Text kann ich nur schreiben, weil ich ganz mit meinen Gedanken  in meinem Bewusstsein bin und Leistung abrufe.

Unser Körper braucht auch unsere Aufmerksamkeit, um  gut zu funktionieren. Wir sollten viel häufiger in unserem Körper sein, bei den einzelnen Organen, um ihre Tätigkeit zu unterstützen, ihnen die richtige Ernährung und Bewegung zuführen. Wenn wir unseren Verstand nicht durch Konzentration fordern, bewegt sich in unserem Kopf ein unproduktives Gedankenkarussell. Das gleiche geschieht bei unkontrolliertem Konsum von Fernsehen und Social Media, auch bei unbewusstem Essen und Trinken. Die Folgen erleben wir in den Arztpraxen und Kliniken, Menschen, die wie Zombies durch ihr Leben laufen, weil sie gedankenlos leben und sich unkontrolliert Essen, Alkohol, und anderen Massenkonsum zuführen.  Auch Sport ist nur sinnvoll und erfolgreich, wenn wir mit unserem Geist dort sind, wo wir Leistung abrufen.

Unser ganzes Leben wird nur dann erfolgreich sein, wenn unser gesamtes Tun und Lassen bewusst geschieht, wenn wir uns nicht der Gedankenlosigkeit und dem oberflächlichen Freizeitgenuss hingeben. Wir brauchen zwar immer wieder kurze Zeiten der Ruhe und Entspannung, um dann wieder uns ganz den Aufgaben zu widmen, die vor uns liegen. Dann wird uns fast alles gelingen, was wir uns vornehmen. Achtsamkeit und bewusstes Handeln sind das Geheimnis für ein erfolgreiches Leben.


Samstag, 24. Januar 2026

Quantenwelten

Die modernen Naturwissenschaften haben uns tiefe Einblicke in den Schöpfungsmythos ermöglicht. Wir wissen inzwischen, dass wir Quanten allein durch unsere Beobachtung verändern können. Noch wissen wir nicht, ob die Welt des Mikrokosmos noch kleinere Einheiten enthält. Aber eins wissen wir, dass wir die Welt mit unserem Geist nicht nur beeinflussen, sondern unsere Welt aus dem uns angeborenen Geist erschaffen. Fast möchte man den Schriftgelehrten der alten Religionen zurufen, «Hört auf Worte auszulegen, studiert Physik, um die Schöpfung der Welt zu begreifen.» Die Quantenphysik  hat den Beweis erbracht, dass wir aus Geist geboren werden,  dass der Geist die Form bewegt,  die Welt aus Geist geformt ist, und das seit ewigen Zeiten.  Die Schöpferkraft formt eine Welt nach unseren Vorstellungen,  ein jeder seine eigene Welt.  Aber auch die Tiere, die Pflanzen und der ganze Kosmos, alles, was wir Welt nennen, entsteht aus diesem Geist. Die ganze Schöpfung ist einzigartig, nichts ist mit dem anderen identisch, jedes Blatt und jede Blume ist verschieden.  Das, was wir Welt nennen, ist ein einziges Wunder von unzähligen Welten.

Nur dem Menschen ist es gegeben, den Schöpfergeist in sich wahrzunehmen. Und so formen wir unsere Welt nach unserem Bild.  Voller Schöpferwillen betreten wir die Welt der Erscheinungen, erfüllt von dem Geist, der die Welt formt. Wir haben nicht nur den Schöpfergeist in uns, sondern auch den Schöpferwillen. Wir formen unsere Welt nach unserem Bild.   

Welten entstehen und vergehen. Unser Bild von der Welt verändert sich, wenn wir begreifen, dass  neben unserer Welt, in der wir leben, Milliarden von anderen Welten existieren, keine Welt wie die  andere. Und aus dem Geist, den wir den Vater nennen, beeinflussen wir nicht nur unsere eigene Welt, sondern auch alle Welten, die mit uns in Berührung kommen. Formen entstehen, ändern sich und  vergehen. Aber der Geist, der dies alles erschafft, vergeht nicht. Das Erschaffene ändert im Lauf der Zeit nur seine Form.  Kein Quant  und kein Molekül geht je verloren, es wird vom Schöpfergeist nur beeinflusst und formt seine Welt.   

Die Welt, die um uns ist, und die unser menschlicher Geist begreifen kann, ist nur eine Welt von vielen. Sie wäre nicht so entstanden, wenn unser Schöpfergeist sie nicht so gewollt hätte. Auch wenn der Mensch sich seines Geistes nicht bewusst ist, formt sich seine Welt. Es fehlt dann aber der Schöpfungswille und die Welt scheint an der Oberfläche zu verharren. Wie ein Ast, der keine Früchte trägt,  verdorrt  er am Baum des Lebens.

Samstag, 17. Januar 2026

Die innere Stimme

Heute schreibe ich über Momente, bei denen mir deutlich wurde, dass in und über mir Kräfte walten, die wesentlichen Einfluss auf mein Leben nahmen, die weit über das hinausgehen, was sich mein menschlicher Verstand vorstellen kann.

1946 lebte ich in einem kleinen Dorf in Thüringen, wohin es mich, mit meinen Grosseltern,   am Ende des Krieges verschlagen hatte. Die Nahrungslage war prekär, wir lebten alle dicht am Hungertod und hatten gegen Krankheiten wenig Widerstand. Wahrscheinlich war es eine starke Erkältungskrankheit mit hohem Fieber, die mich an den Rand des Todes brachte. Ich war sechs Jahre alt.  Ich erinnere mich noch heute  an diese Nacht, in der ich das erlebte, was die Ärztin Kübler-Ross über Nahtod Erlebnisse berichtet. Ich bewegte mich in meinem Fiebertraum in einem  Tunnel, an dessen Ende ein Licht leuchtete. Eine Kraft hielt mich aber zurück, so dass ich nicht im Tunnel weiterkam, bis ich am nächsten Morgen aufwachte und die Kraft der Krankheit gebrochen war. Später war mir klar, dass ich dicht vor dem Tod gestanden hatte, aber eine Kraft, die über mich wachte, anderes mit mir vorhatte.

Ein angeheirateter Onkel,  der in unserm  Dorf nach dem Krieg als Arzt eine kleine Praxis hatte, rettete mir  im gleichen Jahr auch durch einen Zufall mein Leben. Nach dem Krieg gab es viele Medikamente nicht mehr. In einer eisigen Winternacht brachte meine Grossmutter mich mit hohem Fieber zu ihm. Er erkannte, dass ich Diphterie hatte. Aber das erforderliche Serum gab es nicht mehr, und er wusste auch nicht, wo er es vielleicht noch bekommen könnte.  Telefone funktionierten noch nicht. Er setzte mich kurz entschlossen vorne auf sein Motorrad und fuhr, auf gut Glück,  in das nächste Kreiskrankenhaus nach Pössneck, wo wir, wie durch ein Wunder auf eine letzte Dosis von dem Serum trafen. Das rettete  mein Leben. Ich hätte sonst zu den unzähligen Kindern gehört, die in den Hungerjahren umgekommen sind.

1947 holte mich meine Mutter nach Westdeutschland in die britische Besatzungszone nach Reinbek  bei Hamburg.  Im Anschluss an die Masern bekam ich dort eine Nierenentzündung, die mein geschwächter Körper nur durch das,   seit 1946 auch in Deutschland,  hergestellte Penicillin überwinden konnte. Ein Jahr früher hatte ich die Nierenentzündung nicht überlebt.

Mit über 80 bekam ich eine vom Arzt nicht erkannte Blinddarmentzündung auf den Balearen. Mir ging es immer schlechter. Meine heutige Frau riet mir, das nächste Flugzeug zu nehmen und nach Zürich zu fliegen. Es war ein Wochenende. Ich ging  noch am gleichen Abend mit meinem Sohn C in die Klinik in die Notaufnahme, und man erkannte eine Blinddarmentzündung. Am nächsten Morgen, einem Sonntag lag ich bereits auf dem Operationstisch. Der Blinddarm war durchgebrochen, einen Tag später, und  ich hätte  die Blutvergiftung nicht überlebt. Meine innere Stimme und das Drängen meiner Frau hatten mich dazu gebracht, mein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen.  Die ganze Zeit aber wusste ich, meine  Todesstunde war noch nicht gekommen.

Mein ganzes Leben lang habe ich diese gütige, mich schützende Hand gespürt.    Als ich vor zwei Jähren in Südamerika einen Herzinfarkt hatte, sagte ich zu meinem Sohn,  der mich begleitete , dass ich nicht in einem Krankenhaus in Sao Paulo sterben wolle. Mein Sohn musste mich in einem Rollstuhl in das Flugzeug schieben,  gehen konnte ich nicht mehr, mir fehlte die Luft.  In Frankfurt fuhren wir direkt in ein Krankenhaus, wo ich sofort operiert wurde. Die ganze Zeit aber wusste ich wieder, dass mein Ende noch nicht gekommen war.

Es ist nicht der Verstand, der in diesen Momenten der Gefahr zu uns spricht, es ist eine innere Stimme, die über uns wacht und unser Leben bestimmt. Ich habe sie selbst gehört.

Sonntag, 11. Januar 2026

Gedanken und Bewusstsein

Gedankenfreiheit ist eine der Forderungen der Aufklärung. Das ist aber leichter gesagt als getan. Von frühester Jugend an wird unser Denken von Elternhaus, Religion, Schule und Universität beeinflusst. Heute kommen noch die Medien dazu, Zeitungen, Fernsehen und Social Media. In totalitären Staaten wird den Menschen auch noch ideologisches Denken verordnet. Wir können uns beim besten Willen nicht von diesen Einflüssen frei machen. Unsere Gedanken werden von dem beeinflusst, was uns über Jahre an äusseren Einflüssen angeboten wird. Hinzu kommt eine grosse Disziplinlosigkeit in unserem Denken.  Wir lernen nicht genügend, uns auf das zu konzentrieren, was wir gerade tun, bei der Arbeit sind wir schon in Gedanken bei der Freizeit, beim Essen sind wir beim Sport oder starren auf den Fernseher.  Den wenigsten Menschen gelingt es auch nur eine Minute ihre Gedanken abzuschalten. Wir denken nicht, wir werden von unseren Gedanken gedacht, wir sind Opfer unserer Gedanken. Wir sind es selbst, die wir uns die Freiheit unserer Gedanken nehmen.

Was können wir dagegen tun?  Wie gewinnen wir wieder die Herrschaft über unsere Gedanken? Welche Techniken können wir anwenden, um die Eigenmächtigkeit und den Fluss der Gedanken zu unterbrechen?  - Wir können uns auf unseren Atem konzentrieren, auf das Ein-und Ausatmen und dabei unsere Gedanken hinter uns lassen,indem wir uns ganz auf den Atem konzentrieren. -  Anfangs werden wir das nicht einmal eine Minute lang schaffen, schon kommen wieder selbständig  Gedanken in unseren Kopf.  Wir müssen erst neu lernen, uns nur auf das zu konzentrieren, was wir gerade machen.  Am Anfang wird uns das schwer fallen, aber mit der Zeit werden wir uns daran gewöhnen,  uns selbst auf die banalsten Dinge zu konzentrieren.  Wenn wir essen, müssen unsere Gedanken bei der Nahrung sein, die wir zu uns nehmen, wenn wir arbeiten, sollten unsere Gedanken vollkommender Arbeit gewidmet sein.  Beim Sport verlangen wir von unserem Körper volle Leistung, unsere Gedanken müssen im Körper sein, dort wo wir Leistung abrufen.  -  Wir müssen unser Bewusstsein zurückgewinnen, die Freiheit von Gedanken, den Luxus der Stille in unserem Selbst zurückgewinnen.

 Die grossen Leistungen der Menschheit sind nur von Menschen erreicht worden, die sich vollkommen auf das konzentriert haben, was sie gerade taten. Jeder von uns kann in seiner Art die gleiche Leistung im Kleinen, im  Täglichen erbringen, wenn er seine Gedanken auf das Eine konzentriert, das er gerade tut. Und wenn es gelingt, in Momenten der Ruhe, unsere Gedanken ganz zum Schweigen zu bringen, erfahren wir das in uns, was wir unser Sein nennen, wir werden uns unseres Bewusssteins bewusst. Wir gewinnen unser Bewusstsein zurück, das sich hinter den tausend Gedanken so lange versteckt hielt, bis wir es wieder gefunden haben.


Freitag, 2. Januar 2026

Aus der Ohnmacht erwachen

Die meisten Menschen befinden sich in einer Ohnmacht, sie sind ohne Macht über sich selbst.  Sie haben kein Bewusstsein über ihren Körper, fühlen nicht seine Bedürfnisse, verlassen sich auf Ärzte und Krankenhäuser. Sie haben keine Kontrolle über ihren Verstand, überlassen ihn schon in frühster Jugend anderen Personen, Eltern, Schulen, Universitäten. Auch über ihre Emotionen haben sie keine Kontrolle, laufen zu Psychoanalytikern und glauben, diese könnten ihnen helfen, die Kontrolle über ihre Emotionen zu erlangen.  Und das, was sie ausmacht, ihre Seele, ihren treuesten Freund und Begleiter in allen Lebenslagen, verleugnen sie, wollen die Seele nicht wahrhaben, und bestenfalls überlassen sie die Verantwortung über ihre Seele den Religionen und Seelsorgern. Sie sind, wie das Wort Ohnmacht es ausdrückt, ohne Macht über sich selbst.

Kant spricht von einer selbstverschuldeten Unmündigkeit des Menschen, aus der es zu erwachen gilt. Wir müssen wieder zu Bewusstsein kommen. Bewusstsein für unseren Körper, seine Bedürfnisse, seine Ernährung, seine Bewegung. Wir brauchen keine Ärzte, um gesund zu leben, wir müssen nur aus unserer Ohnmacht erwachen.

Wir müssen uns unseres Verstandes bewusstwerden, unserer Gedanken, die sich so schnell selbstständig machen, und die wir wieder unter Kontrolle bekommen müssen. Auch Lehrer und Professoren bringen uns nicht weiter, wenn wir nicht selbst die Verantwortung über unseren Verstand und unsere Gedanken übernehmen.

Wir müssen uns unserer Emotionen bewusstwerden, die sich so schnell selbstständig machen und ausser Kontrolle geraten. Bewusstwerden, heisst Erwachen, die Emotionen wahrnehmen, sie nicht den Psychiatern überlassen.

Wir müssen wieder unsere Seele in uns wahrnehmen, das Leben, das uns vom Schöpfergeist anvertraut wurde, den treusten Freund an unserer Seite, schon vor unserer Geburt für uns da, das ganze Leben lang und noch immer da, wenn wir die Welt verlassen. Die Seele, das ist das Eigentliche in uns, Teil des Schöpfergeistes, der sich in uns offenbart. Die Pflege der Seele können wir nicht den Seelsorgern überlassen, sie ist das kostbarste Gut, das wir haben, aber das trotzdem so oft übersehen wird und nur darauf wartet, von uns wahrgenommen zu werden.

Wie aber erwachen wir aus unserer Ohnmacht?  - Indem wir wieder zu Bewusstsein kommen. Durch Erwachen, durch Meditation, indem wir wieder Verantwortung für uns selbst übernehmen. Indem wir uns unseres Körpers bewusstwerden, die Gedanken in unserem Kopf zum Stillstand bringen, die Emotionen in uns, die Liebe zu unserem Leben neu entdecken und unseren wichtigsten Freund, die Seele zu uns sprechen lassen. -  Ohnmacht ist kein Seinszustand, sie ist selbstverschuldete Unmündigkeit.

 

Sonntag, 28. Dezember 2025

Die Weihnachtsgeschichte

Die Religionswissenschaft hat längst erkannt, dass die Weihnachtsgeschichte so nicht stattgefunden hat. Die Geburt des Kindes Jesu fand nicht in Bethlehem statt, und auch nicht im Jahre 0 unserer Zeitrechnung. Eine Schätzung und Zählung haben unter Augustus nicht   stattgefunden und auch ein Komet hat keine Könige zur Geburtsstätte geführt. Das Evangelium wurde erst mehrere Generationen später geschrieben und hat nur über einen Mythos berichtet, der sich inzwischen zu Jesu Geburt gebildet hatte.

Weihnachten ist aber nicht ein historisches Ereignis, sondern eine mythische Erzählung.  Es geht um das Erwachen des Lebens, wenn, an den kürzesten Tagen des Jahres, die Sonne die Tage wieder länger werden lässt und das Erwachen der Natur und des Lebens aus dem Winterschlaf bevorstehen.

Die ganze christliche Welt feiert Weihnachten die Geburt des Kindes Jesus, und jedes Jahr schmücken wir mit Begeisterung unseren Weihnachtsbaum und feiern gerührt die Geburt des Kindes. Es geht dabei um den Mythos der Entstehung des Lebens, des grössten Wunders des Menschseins.

Das Kind Jesus steht für alle Kinder, die das Leben in diese Welt bringt, das grösste Geschenk, das der Schöpfergeist der Menschheit gemacht hat.  Weihnachten ist für uns Menschen ein Fest des Lebens, das in die Welt kommt, ein Fest der Freude, wenn die Familien zusammenkommen und gemeinsam das Leben feiern.   Weihnachten ist ein Fest der Liebe, wenn wir mit unseren Kindern im Kreis unserer Familien zusammenkommen. Und in den Gottesdiensten führen uns die Kinder die Weihnachtsgeschichte vor, und wir singen gemeinsam mit allen Menschen der Christenheit die alten wohlbekannten Lieder.

In den Bildern der alten Meister sehen wir eine Krippe, in der ein Kind liegt. Das Kind ist ganz in Licht gehüllt. Im Halbschatten, um das Kind, stehen die Eltern und die Tiere des Stalles. Vor dem Stall sieht man die Hirten mit ihren Herden, und ein Stern über dem Stall hat die mythischen Gestalten der Heiligen drei Könige herbeigeführt. Jedes Jahr, auf das Neue, sehen wir uns   in dieser Nacht, tief berührt von diesem Geschehen. Wir sehen uns selbst als dieses Kind, das jedes Jahr Weihnachten geboren wird und das Licht und das Leben in die Welt trägt. Weihnachten feiern wir das Fest der Menschwerdung des Lebens.

Samstag, 13. Dezember 2025

Luft und Liebe

«Er lebt von Luft und Liebe» sagt man von Jemanden, der mit sehr wenig auskommt. Diese Aussage ist tiefsinniger als sie zunächst aussieht.

Wir leben von der Luft, unser Körper braucht die Luft mehr als Wasser und Nahrung. Wir kommen eine Woche ohne Wasser aus und bis zu drei Wochen ohne Nahrung. Aber nach 3 Minuten ohne Luft stirbt unser Körper ab. Jahrtausende brauchten wir uns keine Gedanken über die Luft zu machen. Sie stand uns meistens ohne Verunreinigung zur Verfügung. Nahrung und Wasser waren oft verseucht und  viele Krankheiten gingen von ihnen aus. Die Verunreinigung von Luft stand immer an letzter Stelle. So scheint es geblieben zu sein, denn Klimawandel wird eher mit der Schädigung der Umwelt in Verbindung gebracht, weniger mit den Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit. Dabei ist Luft die feinstofflichste Nahrung, die wir unserem Körper zuführen müssen, ohne die wir nicht leben könnten, sie ist in unserer Nahrungskette das wichtigste Element.

Das, was Luft für den Körper ist, bedeutet Liebe für unsere Seele. Liebe ist die Nahrung für die Seele. Eine Seele, die keine Liebe erfährt, verkümmert und wird krank. Liebe will erlernt sein, will erworben werden. Wir lernen Liebe von unseren Eltern, und Eltern lernen Liebe von ihren Kindern. Wir brauchen unser ganzes Leben lang Liebe, wir nehmen Liebe, und wir geben Liebe. Ohne Liebe verkümmern wir und gehen ein, wie eine Pflanze, die kein Wasser erhält. Alles, was wir tun, sollte in Liebe geschehen, selbst die kleinen und unwesentlichen Handlungen erhalten Bedeutung, wenn wir ihnen unsere volle Zuwendung geben. Wir brauchen nicht nur Liebe von anderen, wir brauchen auch die eigene Liebe zu uns selbst, zu unserem Körper, zu unserer Seele. In unserer Ehe brauchen wir  Liebe und Zuwendung, so wie wir  diese Zuwendung und Liebe unserem Partner schenken.   

 «Liebe  deinen Nächsten wie dich selbst» heisst es in der Religion, denn Liebe ist die Nahrung für die Seele, ist das, was der Schöpfergeist seiner Schöpfung zu Teil werden lässt. So wie die Luft als feinstofflichster Bereich der Schöpfung nicht greifbar, aber wesentlich ist, so ist Liebe für die Seele, die gebende und nehmende Liebe, die Nahrung, ohne die der Mensch nicht leben kann.