Wohin sich unser Blick auch wendet, überall können wir die
verborgenen tiefen Wahrheiten erkennen. Verborgen sind die Wahrheiten durch
unseren Verstand, der daran gewöhnt ist, nur die Welt zu sehen und zu verstehen.
Dem Menschen ist, einzig in der Schöpfung, nicht nur der Verstand, sondern auch
der Geist gegeben, die alles bewegende Kraft des Lebens zu erkennen, die allem
innewohnt. Diese Erkenntnis wird den erleuchteten Menschen zuteil, denen es
gegeben ist, sich über den menschlichen Verstand zu erheben.
Zu den erleuchteten Menschen zählen Philosophen, Schriftsteller
und Dichter, die jenseits von Worten und Dichtung das Wesentliche ahnen, aber sich
auch der eigenen Unwesentlichkeit bewusst sind, wie ein Goethe in seinem Gedicht
«Grenzen der Menschheit». In der Bergpredigt verzauberte ein erleuchteter Jesus
die anwesenden Menschen, seine Worte versorgten Hunderte mit geistiger Nahrung,
und in seiner Gegenwart erwachen innerlich gestorbene Menschen zu neuem Leben.
Die grossen Komponisten, Liederschreiber und Sänger verwandeln
die Welt mit ihrer Musik und ihren Liedern, ergreifen die Seelen der Menschen, entführen
sie in die Welt der Klänge und der Worte, sprechen zu den Seelen der Menschen, ergreifen
sie und lassen für kurze Zeit die Welt in Vergessenheit geraten. Welcher Mensch
könnte sich der Ergriffenheit entziehen, beim Hören der grossen Symphonie eines
Beethoven oder bei einem Gospelgottesdienst?
Die grossen Künstler, Maler und Bildhauer fangen das Leben ein
und bringen scheinbar tote Materie durch ihre Kunst zum Leben. Was kann dem
Schöpfungsakt näher kommen, als Leinwand, Stein und Metall Leben einzuhauchen?
Erleuchtung ist die tiefste Wahrheit des Lebens, die wir
erfahren können. Sie ist das Ewige in uns, das wir im Endlichen zum Leuchten
bringen können.
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