Eines der merkwürdigsten Phänomene unseres Menschseins sind unsere guten Absichten. Voller Begeisterung bekommen wir unsere Kinder, tun unser Bestes, um sie zu gesunden und aufrechten Menschen zu machen, wir handeln mit den besten Absichten. Und dann geschieht das Unfassbare, ein Kind entwickelt sich zu einem Verbrecher und schadet nicht nur sich, sondern bringt Unheil über seine gesamte Umgebung. Alle unsere guten Absichten sind ins Leere gegangen, sie scheinen nicht ausreichend zu sein, um sein Schicksal zu beeinflussen.
Manchmal erinnert uns das Schicksal des Menschen an die Wolken am Himmel. Wir wissen nicht, ob die Wolken uns Segen und
Leben bringen, den Regen den die Welt so
dringend braucht, oder Sturm und Vernichtung, Blitz und Hagel, der die Welt
um uns untergehen lässt. Keine Wettervorhersage ist geeignet, um uns vor dem
Schaden zu bewahren, wenn es den Wolken anders gefällt. So wie die Wolken nicht
geeignet sind uns zu sagen, was sie uns bringen werden, so sind auch alle
unsere guten Absichten wie die Wolken, wir wissen nicht, was aus ihnen wird und
welches Ergebnis sie am Ende bringen.
In den alten Kulturen lag das Schicksal in den Händen von Schicksalsgottheiten, bei den Griechen
die Moiren, bei den Germanen die Nornen,
weibliche Gottheiten, weil die Entstehung von Leben und Schicksal mit der weiblichen Seite des Menschseins
verbunden wurde. Der Mensch war sich schon immer bewusst, dass sein Schicksal
nicht nur in seinen Händen liegt. In den Sagen und Dichtungen wird die Macht
des Schicksals geschildert, die Hybris des Menschen, der glaubt, sein eigenes
Schicksal zu bestimmen und die Demut, wenn wir vor unserem eigenen Schicksal
stehen, gleich was immer es uns gebracht hat.
Wenn ich mein eigenes Schicksal am Ende eines reichen und
erfüllten Lebens betrachte, dann habe ich nur überlebt, weil immer eine
schützende Hand über mir lag. Gegen alle Wahrscheinlichkeit habe ich Bombenangriffe
und tödliche Krankheiten überlebt. Eine
Kraft, die hoher ist als all unserer menschliche Wille und Verstand war immer
an meiner Seite, in mir und über mir. Meine kühnsten Absichten für mein Leben
sind in Erfüllung gegangen, was hätte ich mir mehr jemals erträumen können. Ich
danke meinem Schicksal, und dem Geist der mich und alles um mich belebt, für
das Wunder des Lebens, das ich erfahren durfte.
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