Freitag, 15. November 2019

Worte aus der Stille


Jedes Wort , jeder Ton  kommt aus der Stille und kehrt in die Stille zurück. Worte sind reine Energie. Sie werden existent und entfalten ihre Wirkung in der Welt der Formen. Ist nicht unser Leben wie ein Ton:  Wir kommen aus der Unbegrenzheit der Stille, wir entfalten unsere Wirkung und wir kehren in die Stille zurück.  Stille und Ton sind nicht getrennt voneinander, Stille bedingt Ton, Ton bedingt Stille. Das Eine ist nicht ohne das andere denkbar. Wenn ich Stille in mir eintreten lasse, dann sind da keine   Töne, keine Bilder, keine Gedanken. Ich fühle nur das unbegrenzte Potential der Stille. Die Stille ist meine eigentliche Heimat und in der Stille finde ich die ganze Welt und die ganze Fülle des Seins. Die Stille weitet sich zu dem unbegrenzten Raum in dem alles ist, was ich bin, und alles was um mich ist, in der Stille bin ich bei mir, aber auch in mir und  in der Welt an allen Orten gleichzeitig. Aus der Stille fliesst das Leben in mich, und die Kraft, die mich leben lässt. So wie der Ton ohne die Stille nicht wäre, so wäre mein Leben nicht ohne den Raum  aus dem die Stille fliesst.  Und das Wort das  aus der Stille kommt  formt  diese Welt .  Wenn ich Stille in mir eintreten lasse, erfüllt mich das Lebenmit  der ganzen Weite seiner Möglichkeiten. Es ist, als ob ich mich in einen wundervollen weichen Mantel hülle. Und in diesem Mantel ist Platz für alles was mich umgibt,  die Stille gibt mir die Geborgenheit, die ich  für mein Leben brauche, im tiefsten Sinn ist Stille Liebe,   die Liebe der Schöpfung zu mir und zu allem was ich mit meinem kleinen Leben erfassen kann. Stille spricht, aber nicht mit Worten.  Stille ist die Sprache der Schöpfung zu Deinem Herzen.  

Samstag, 9. November 2019

Leben und Tod einer Zelle


Täglich sterben Zellen im Körper. Der Körper erneuert seine gesamte  Zellstruktur jährlich.    Was geschieht bei einem Zelltod. Jede Zelle besteht aus Billionen von Atomen und Molekülen.  Zusammen mit weiteren immer kleiner werdenden Energiekörpern wie Positronen, Neutronen, Elektronen, Quanten und wahrscheinlich mit noch nicht entdeckten immer kleiner werdenden energetischen Erscheinungen bilden diese einen in sich zusammenhängenden und und sich austauschenden Energiekörper. Zwischen diesen  Energiekörpern in der Zelle sind Abstände, die in Relation zu ihrer messbaren Grösse  so gross sind, wie die Entfernung zwischen Sternenkörper im Kosmos.  Die wesentliche Eigenschaft der Zelle ist der Raum, in dem sich die Energiekörper bewegen.  Beobachten wir die Energiepartikel,  so sehen wir, dass ständig Energiepartikel im Raum verschwinden, absorbiert werden , und neue Partikel an seine Stelle treten. So wie die Zelle sich erneuert, erneuern sich auch die Energiepartikel in der Zelle.   Der Raum in der Zelle  scheint nicht nur das Gesetz und die Regeln der Energie festzulegen, sondern ist auch  Ursprung  aller energetischen Erscheinungen im Raum  der Zelle. Jede Energie kommt aus dem Raum und kehrt in den Raum zurück. Was geschieht beim Tod der Zelle?  Keine Energie geht verloren, ein Teil der Energie erhöht ihre Frequenz und kehrt in den Raum zurück, ein anderer Teil senkt seine Frequenz so weit ab, dass er sich in feste Materie verwandelt. Nichts geht verloren, alles verändert nur seine Erscheinung. Nur der Raum bleibt als ewige Grösse als unbegrenztes Potential aus dem jegliche Form entspringt.

Sonntag, 3. November 2019

Intuitives Denken und Handeln


Meine wirklich wichtigen Entscheidungen habe ich nicht durch langes Nachdenken getroffen, sondern indem ich mich meiner Intuition anvertraut habe. Intuition ist der Bereich in mir, der nicht mehr der physischen Ebene zugeordnet werden kann, also nicht den energetischen Prozessen, sondern dem nicht energetischen Bereich in mir. Deutlich erkennbar ist Intuition im Moment grosser Gefahr, wo das Handeln nicht mehr dem Denken entspringt, sondern der Bereich in uns eingreift, der nicht mehr energetisch erklärbar ist. Es ist der gleiche Bereich, aus dem die grossen Leistungen der Menschheit entspringen, es ist der Bereich, aus dem mein ganzes Leben, mein  ICH BIN  fliesst. Intuition  ist der umgekehrte Schöpfungsprozess, nicht Gedanke – Wort – Tat,  sondern   die Tat hat sich in den Raum gestellt und sich von der Welt freigemacht.

Wenn ich das Wirtschaftsgeschehen betrachte, dann sehe ich Menschen, die sich den Datenströmen anvertrauen, die angeblich viel schneller alles erfassen können, als unser menschlicher Verstand. Die grossen  Erfolge und Durchbrüche traue ich aber nur Menschen zu, die sich nicht allein auf  ihre gedankliche Intelligenz oder auf die künstliche Intelligenz verlassen, die den Bereich in sich nicht vernachlässigen, der jenseits der Datenströme und des Denkens liegt.  Nur wer  seine intuitive Intelligenz pflegt, auch in der Lage ist sich frei zu machen, von den Prozessen der Gedankenanalyse, hat  die Fähigkeit der intuitiven Erfassung der Gesamtsituation sich erhalten. Es sind diese Menschen, die unsere Welt vorwärtsbringen , die  uns helfen können, die richtigen Entscheidungen für diese Welt und für unser Leben zu treffen.  Blinder Fortschrittsglaube,  Vertrauen in die Intelligenz von Maschinen,  Vertrauen in die Wissenschaften sind keine Garanten für unser Leben und diesen Planeten.  Wir brauchen mehr Menschen, die sich in ihrem Handeln ihrer Intuition anvertrauen, und sich den Bereich in ihnen erhalten, der von den meisten Menschen nicht beachtet wird.

Sonntag, 20. Oktober 2019

Mein kleiner Garten

Am Ende meiner Terrasse habe ich einen kleinen Garten angelegt. Das ganze Jahr über schenkt er mir Freude. Jetzt zum Herbst ziehen sich die meisten Pflanzen in sich zurück. Nur eine kleine Rose geniesst die letzten Strahlen  der schwächer werdenden Sonne. Welch wunderbares Bild für mein eigenes Leben. Wenn die Kraft sich in die Wurzeln zurückzieht, ändert sich das äussere Bild. Aber das innere Bild bleibt und erwacht zu neuem Leben, wenn die Zeit kommt.

Samstag, 19. Oktober 2019

Ziel des Lebens


Nein, dies sind keine Gedanken über den Tod. Es sind Gedanken über das Leben. Wie ich das Leben in mir und um mich erfahren kann.  Wenn ich meine Enkel betrachte, so voller Leben, sie erfahren das Leben sinnlich, die Geschwister, das Essen, Schlafen, die Eltern – alles so voller Leben und doch nehmen sie das Leben nur unbewusst wahr. Und  auch der  erwachsen werdende Mensch gelangt nicht zu einer bewussten Wahrnehmung des Lebens. Die Welt des Lernens, die Welt des Berufes, die  Welt der Gedanken und Illusionen, nehmen seine Aufmerksamkeit in Anspruch und schon ist das Leben an ihm vorbeigerauscht und er fragt sich, war das alles? Er hat in keinem Moment das Leben wahrgenommen, obwohl er ein Teil des Lebens war, obwohl es ihm in jedem Moment begegnet ist.

Wenn ich morgens meinen ersten Tee mache denke ich an die Teezeremonie:  jede Handlung ist heilig, hinter jeder Handlung öffnet sich der Raum des Lebens, die Pflanze, an der die Blätter hingen, die Pflückerinnen, die sich um jedes Blatt gemüht haben und der Prozess, wie der Tee zu dem wurde, was er ist.  Und der Laden in Konstanz, mit der kleinen Frau, die Tee zu ihrem Lebensinhalt gemacht hat und im Paradies des Tees lebt, jede Dose die sie öffnet eine Welt der Sinne und der Wohlgerüche. Und diese kleine Tasse Tee ,die ich trinke , öffnet eine Welt von Indien bis Konstanz, ein ungeheurer Raum so voller Leben ein Kosmos für sich, den ich bei jedem Schluck empfinde. Ich brauche keine Teezeremonie um die ungeheure Stille zu empfinden, die Ruhe, die sich mit jedem Schluck Tee entfaltet. Ich nehme das Leben in seiner Tiefe war.  So gehe ich durch den Tag, jede Handlung in ihrer Tiefe erfahrend, die Schwäne morgens beobachtend, wie sie auf Futtersuche gehen, die Menschen, die mich umgeben, wie sie ihren Tätigkeiten nachgehen, und überall Leben hinter dem was ich sehen kann, und ich selber ein Teil von allem.  Ganz einfach, nur die Gedanken zur Stille zwingen und nur noch das wahrnehmen was ist. Das ist das Ziel des Lebens.

Freitag, 27. September 2019

Die Quelle des Lebens


Viele Religionen sprechen vom Ewigen  Leben. Es wird als Preis für ein gottesfürchtiges, den religiösen Gesetzen folgendes Leben in Aussicht gestellt. Dabei folgt das ewige Leben ganz anderen Gesetzen.

Alles was lebt, ja sogar alles was ist, hat das ewige Leben in sich.  Nur ist das ewige Leben nicht der Welt unserer Gedanken zugänglich. Wenn wir vom ewigen Leben sprechen müssen wir alle Bilder vom Paradies, Engeln  und anderen religiösen Vorstellungen vergessen.

Jeder Gedanke ist Energie, jede Vorstellung vom Leben nach dem Tod ist eine energetische Form. Sie kann nicht  die Essenz des Lebens fassen. Wenn ich dennoch darüber nachdenke und schreibe, dann nur um  an die Grenzen meines Denkens zu gelangen.

Jede physische Form entsteht aus der Nichtform und kehrt in die Nichtform zurück. Mit unserem Denken können wir die Nichtform nicht fassen. Sie ist nicht denkbar und wir können ihr auch keine geheimnisvolle Kraft geben aus der alles entsteht.  Und dennoch bestehen wir im Wesentlichen aus  der Nichtmaterie und unsere materielle Form kehrt in diese Nichtmaterie zurück, wenn unsere physische Form sich auflöst.  Jede Nacht  im Schlaf ziehen wir uns in diese Nichtmaterie zurück, es ist dort wo wir unsere Lebensenergie auftanken, die uns durch den Tag bringt.

Wenn ich mich bewusst in mein nichtphysisches Sein zurückziehen möchte, habe ich verschiedene Wege. Ich muss mich ganz in mein Jetzt hineinbegeben, darf keine Gedanken mehr zulassen, muss Stille in mir eintreten lassen. Es ist der Zustand, den wir mit Meditation erreichen können.

Ich kann auch in meinen inneren Körper eintreten, kann mir bewusst werden, dass mein Körper nicht nur eine biologische Existenz hat, sondern dass jede einzelne Zelle aus Atomen und Molekülen besteht, also aus reiner Energie. Und  jeder Physiker wird bestätigen, dass in diesen Energiekörpern so grosse Räume vorhanden sind, wie wir sie im Kosmos zwischen Sternen wahrnehmen.  Wir nehmen zur Kenntnis, dass wir im Wesentlichen aus leerem Raum bestehen. Wir sind an unserer Nichtform angelangt. Aus dieser Nichtform entstehen wir und in diese Nichtform kehren wir zurück. In religiösen Metaphern: Der Himmel ist mitten in uns.

Die leeren Räume beherrschen nicht nur das Universum, sondern jede Form von Materie, jede Form von Energie. Wenn Wissenschaftler in diesen leeren Raum als Herkunft und Rückzugsort schwarze Löcher als Herkunft und Rückzugsort aller Materie hineindeuten wollen, dann sind sie sich nicht bewusst, dass alle was ist, bedingt wird, durch alles was nicht ist. Alle Energie die sich auflöst kehrt in ihren eigenen  nichtenergetischen Raum zurück, alle Lebewesen die sich auflösen gehen nirgendwo hin, sie kehren nur in ihren eigenen  inneren Raum zurück,  sie sind schon da, wo sie immer waren.

So wie meine Worte aus der Stille entstehen, und in die Stille zurückkehren, so entsteht Energie aus der Stille und kehrt in die Nichtenergie , in die Stille zurück.  So wie ich aus meinem leeren Raum entstehe, kehre ich in diesen leeren Raum zurück. Dieser leere Raum ist Anfang und Ende von allem was ist, aber selbst ist er keinem Anfang und Ende unterworfen.  Nichts, Raum und Stille sind die eigentlche Essenz unseres Seins, aus ihnen fliesst das Leben und kehrt das Leben zurück.

Wenn ich Stille in mir eintreten lasse, öffnen sich die Räume des Lebens vor mir, ich bin an der Quelle angelangt.

Mittwoch, 25. September 2019

Die Zeiten des Lebens


Mit 60 ist es Zeit innezuhalten und einmal zurückzublicken auf die vergangenen Jahre. Was haben wir in den vergangenen Jahren erlebt, was ist in der Erinnerung gespeichert?  Unsere Erinnerung ist keine kontinuierliche Geschichte sondern eine Aneinanderreihung von Lebensmomenten. Einen Teil unserer Lebensmomente haben wir sicher in die Truhe des Vergessens geschoben, aber alle wichtigen Momente, sowohl positive als auch negative können wir aus unserem Gedächtnis abrufen.
Wenn wir uns diese Momente anschauen, dann erinnern wir uns and den Frühling unseres Lebens,  die Jugendjahre, wo wir noch behütet bei unseren Eltern lebten. Wenn wir für diese Zeit  im Wesentlichen nur positive Erinnerungen haben, dürften die Eltern alles mit uns Kindern richtig gemacht haben. Aber schon früh setzte der Lerndruck ein, jedes Jahr musste das Klassenziel erreicht werden, dann die Uni und immer wieder Stand ein Examen vor uns, eine scheinbar unüberwindliche Barriere – und immer wieder haben wir es geschafft.  Ich frage mich oft, ob wir die Anforderungen, die an uns gestellt wurden für uns erfüllt haben oder weil man dies von uns erwartet hat. Wahrscheinlich ist es beides, die Eltern und Schule haben uns motiviert und wir wussten, dass wir unsere Lebensziele nur  erreichen, wenn wir zumindest das beherrschen was unsere Umwelt von uns verlangte, aber wichtiger noch die Bereiche, wo unsere Neigungen und Veranlagungen lagen,  mit besonderer Aufmerksamkeit behandelten.  Und so haben unsere Umwelt und wir selber uns zu dem Menschen geformt den wir heute darstellen.
Den Sommer unseres Lebens hatten wir dann mit 30 erreicht. Unsere Lehr- und Wanderjahre waren abgeschlossen. Wenn wir uns bisher mit uns selbst beschäftigt hatten, richtete sich der Blick nach aussen, auf die Aufgaben, die uns das Leben stellte, auf unsere Position in der Welt, auf unser berufliches Fortkommen. Die Jahre von 30  bis 60  sind die Jahre, die im Gedächtnis unserer Umwelt prägend für das sind, was mit unserer Person verbunden wird. Es sind die Jahre in denen wir Spuren in der Welt hinterlassen haben.
Mit 60 treten wir nun in den Herbst  unseres Lebens ein.  Wir  können   nun auf  einen grossen Teil unseres Lebens zurückblicken.  Es ist alles so unglaublich schnell gegangen. Haben wir alles erreicht, was wir uns vorgenommen haben?  Unser Leben ist keineswegs  zu Ende, aber wir fragen uns, was war das Wichtige  was wir gemacht haben – und waren alle unsere Entscheidungen richtig, die wir getroffen haben, wie haben sie den Lauf unseres Schicksal bestimmt?   Von einem bin ich überzeugt, alle Entscheidungen die ich mit dem Herzen getroffen habe, waren gute Entscheidungen und ich kann mich mit ihnen  identifizieren. Entscheidungen, die nur mit dem Verstand getroffen wurden  sind oft nicht befriedigend verlaufen.  Mit 60 sind wir  älter und weiser, wir wissen was im Leben wirklich wichtig ist.  Es ist Erntezeit. Wir fahren das in die Scheuer, was wir in unserem Leben angebaut haben. Wichtig sind uns nicht die Güter, die wir geschaffen haben, wichtig sind die Menschen, mit denen wir zu tun hatten, wichtig ist die Welt, in der wir leben und die wir für die Nachfolgenden zurücklassen, wichtig sind unsere Gefühle und vor allem die Liebe, mit der wir unsere Handlungen begleitet haben,  und vor allem die Liebe zu diesem jetzigen Moment in dem wir auf unser Leben zurückblicken und sagen können – es war alles gut und richtig was ich gemacht habe oder ich habe alles so gemacht wie ich es konnte und ich vergebe mir selbst, wenn ich es nicht richtig gemacht habe.