Immer wieder treffe ich auf Menschen, die sich fragen, warum
kann ich sowenig Freude, Glück oder Frieden in mir finden, warum erfasst mich
so oft ein unerklärlicher tiefer Schmerz? So wie Glücksgefühle sind Schmerzgefühle
Lebensenergie. Schmerz ist aber keine freigesetzte Energie sondern eine von unserem Leben abgetrennte Energie, die wir
in unseren Körper eingeschlossen haben. Sie entsteht oft in unserer Kindheit,
durch mangelndes Verständnis und Liebe der Erwachsenen, Misbrauch, verstörende
Erlebnisse, - keiner liebt mich-, oder auch aus dem kollektiven Schmerz eines
Volkes, aus Unterdrückung, aus Nichtanerkennung. Diese eingeschlossene
Energie ist für mich nicht wahrnehmbar, sie äussert sich über meinen
emotionalen Körper, vor allem wenn sie auf Situationen stösst, in der die
Erinnerung an erlittenen Schmerz wach wird. Sie ist wie ein emotionaler
Schleier, der mich verhindert auf meine eigentliche Lebenskraft zugreifen zu
können. Sie ist die dunkle Seite meines Seins. Dunkelheit entsteht durch die
Mauer, die ich in mir selbst errichtet habe und die mich vom Licht und meiner eigentlichen Lebensenergie trennt. Dunkelheit kann ich nur durch Licht erhellen.
Der erste Schritt ist daher zu erkennen,
dass mein Schmerz ein Eigenleben in mir führt. Sobald ich mir meines
Schmerzes bewusst werde, lenke ich das Licht meines Bewusstseins auf die dunkle Seite meines Lebens. Wie aber
kann ich das Unbewusste in mir erkennen, wenn ich mir seiner nicht bewusst bin?
Unser Verstand kann uns da wenig helfen,
er ist oft der Verursacher des Schmerzes.
Daher ist die Arbeit der Psychologen so wichtig, sie lenken das
Bewusstsein auf die Seiten unseres Lebens, die in verschütteten Erinnerungen
liegen. Erst wenn wir erkennen wo die tieferen Ursachen liegen, können wir
unsere Lebensenergie und das Licht der Erkenntnis in die dunklen Tiefen unseres Seins lenken,
und das was wir erkennen wird im Licht unseres Bewusstseins erlöst und die
gefangene Lebensenergie freigesetzt. Es
ist das was die Alchemisten als die Verwandlung von Unedlem in Edles
nennen. Glück, Freude und Frieden sind
nicht in unserem Verstand zu Hause, sie befinden sich auf der Ebene unserer
Lebensenergie , sie sind das tiefe eigentliche Leben. Ein erfülltes Leben misst
sich am Glück und Frieden den wir jenseits unserer Vernunft erfahren.
Samstag, 1. April 2017
Donnerstag, 30. März 2017
Eine neue Erde
Kürzlich las ich über
ein wissenschaftliches Werk, das über die
Offenbarungen des Johannes geschrieben wurde. In zwei Bänden untersucht
der Autor die Hinweise und Bilder und versucht eine Einordnung in die damalige
Zeit. Noch bis in die heutige Zeit faszinieren uns die Visionen des Johannes
und die apokalyptischen Reiter sind durch das letzte Jahrhundert geritten und
haben Tod und Zerstörung über unseren Planeten gebracht. Der entscheidende
Hinweis dieser Schriften liegt für mich in der Verheissung eines „Neuen Himmels
und einer Neuen Erde“. Ich verstehe
diese Weissagung so, dass wir solange die apokalyptischen Reiter mit Tod und
Zerstörung erleben werden, solange sich
das menschliche Bewusstsein nicht ändern wird. Die Ursache für alle Zerstörung
auf diesem Planeten war immer der menschliche Verstand, der immer neue
Ideologien, Religionen, oder Macht und Herrschaft hervorgebracht hat. Die
rücksichtslose Ausbeutung unseres Planeten haben einen hohen Preis gefordert.
Allein in meiner Generation haben wir es geschafft mehr als 100 Millionen Menschen unserer eigenen Spezies
umzubringen, die Erde zu erschöpfen, das Klima zu verändern und wir stehen
dicht davor die Erde unbewohnbar zu machen. Das sind die apokalyptischen
Reiter, von denen die Visionen sprechen. Tief in unserem Unterbewusstsein
wissen wir um diesen Zustand.
Was in den Visionen angekündigt wird, ist ein Bewusstseinssprung in der Wahrnehmung
unserer Existenz. Wie dieser Bewusstseinssprung aussehen kann, deutet Johannes
an. Der Neue Himmel ist die Wahrnehmung des schöpferischen Geistes in
Allem, in uns selbst, in der Menscheit in der Welt und im Kosmos. Der
schöpferische Geist, das eigentliche Sein, das uns alle ausmacht, das in der ganzen Schöpfung zum Ausdruck kommt und
das jeden von uns mit allem verbindet. Christus hat es so ausgedrückt: Der
Himmel ist mitten unter uns. Der Himmel nicht als Vision einer jenseitigen
Welt, sondern den Himmel in uns und um
uns wahrhaben. Wenn dieses Bewusstsein immer mehr Menschen erreicht, dann
ändert sich der Mensch, und mit dem Menschen sein gesamtes Umfeld und es
entsteht eine „Neue Erde“. Ich erlebe schon immer mehr Menschen in denen dieses
neue Bewusstsein keimt und ich habe die Hoffnung, dass nicht mehr die Trumps
diese Welt regieren werden, die alles wie in der Vergangenheit nur für sich
beanspruchen, nicht die Bürokraten, die die vorhandenen Zustände nicht sehen
und alles nur einfallslos verwalten, sondern erwachte Menschen, die unsere Erde
wieder lebenswert machen.
Mittwoch, 22. März 2017
Kategorischer Imperativ
Wenn ich über diesen komplizierten Ausdruck hinwegschaue und
über die Freiheit der Willensentscheidung zum guten und schlechten Handeln
nachdenke, kommt mir folgende Geschichte in den Sinn.
Mit einer befreundeten Familie waren wir an einer felsigen
Küste im Süden in Teneriffa. Es herrschte Sturm und gewaltige Brecher liefen
gegen die Felsen an. Eine Touristin hatte sich auf einen Felsen gesetzt, um das
Schauspiel zu bewundern, als eine
gewaltige Woge sie erfasste und in das
Meer riss. Der etwa 14 jährige Junge unserer Freunde sprang zum Entsetzen seiner Eltern in die See und konnte
die Touristin retten. Unter Gefahr seines Lebens hat er sich für einen ihm
nicht bekannten Menschen eingesetzt. Was mag in dem Jungen in diesem Moment
vorgegangen sein? Hatte er Zeit das Für
und Wider seines Handelns abzuwägen und eine Entscheidung zu treffen? Das moralische Handeln, von dem K. spricht,
scheint so tief in uns verankert zu sein, dass wir spontan die richtige
Entscheidung treffen, wenn wir keine Zeit haben, das „Sollen“ abzuwägen. Ich habe dem Jungen damals gesagt, dies war
sicher eine Deiner wichtigsten Entscheidungen und grössten Tat in Deinem Leben. Sein
Handeln scheint so selbstverständlich für ihn gewesen zu sein, dass ich Ihn später
nie mehr über diesen Moment habe sprechen hören.
Die wirklich wichtigen Entscheidungen in unserem Leben
finden nicht auf der Ebene des Verstandes statt, sondern auf der Ebene der
Seele, auf der wir alle miteinander verbunden sind. Die Entscheidungen die wir dort treffen,
fliessen aus unserem tiefsten Sein. Die Handlung selbst entspricht nicht einer
Pflicht, sondern einer Entscheidung unseres freien Willens. Wie wunderbar, wenn
dieser Wille sich vom Tiefsten in uns so beeinflussen lässt.
Freitag, 17. März 2017
Der Finger, der zum Mond weist
Die grossen Zen Meister haben schon darauf hingewiesen, dass
die rituelle Kleidung, Klangkörper, Räucherstäbchen vom Wesentlichen ablenken.
Bei allen Religionen können wir beobachten, wie die Rituale gepflegt werden,
das Äussere wird wichtiger als das Innere, Rituale werden zum entscheidenden
Kriterium. Religionen die Macht ausüben oder vom Staat als Machtinstrument
verwendet werden, pervertieren den tiefen Gehalt der allen Weisheitslehren
zugrundeliegt. Religionen sollten
Wegweiser sein zum eigentlichen Kern und Sinn des Lebens, und nicht zum
Selbstzweck erstarren. Ein Zen Meister
hat einmal gesagt, der Finger der zum Mond weist ist nicht der Mond. Ist nicht
inzwischen der Finger zum Mond geworden?
Dienstag, 7. März 2017
Sucht
Geht man einmal hinter dieses Wort Sucht und vergisst die medizinischen Definitionen, dann hat Sucht
etwas mit Suchen zu tun. Der Süchtige hat etwas verloren und dieser Verlust schmerzt ihn. Er sucht nach Wegen um seinen Schmerz zu
überwinden. Als Droge kommen viele Bereiche des Lebens in sein Ziel: Arbeit, Essen, Alkohol, Rauchen, Sex, harte
Drogen. Jedes Mal wenn er zu seiner
Droge greift scheint er für kurze Zeit seinen Schmerz zu vergessen, um dann
umso tiefer in seinen Schmerz zurückzufallen. Was hat der Süchtige verloren? Den Zugang zu seinem Leben, zu der Essenz,
die ihn ausmacht, zur Einheit mit seinem
eigentlichen Sein. Er sucht den Zugang zurückzufinden, aber solange er nach
aussen blickt und nach äusserer Bestätigung oder körperlichen Freuden sucht,
ist ihm der Zugang zu sich selbst versperrt.
Der Verlust der Mitte, den
die Seele wahrnimmt, schmerzt so stark, dass
er die unterschiedlichsten Wege nimmt, um dem Schmerz zu entrinnen. Alle Wege,
die nach aussen gerichtet sind und zu den
Drogen des Lebens führen haben keine Aussicht auf Erfolg. Erst wenn er
innehält und den Weg zurück zu seiner Mitte findet, tritt er in den Raum ein,
indem er Frieden findet und sein
eigentliches Leben entdeckt. Wie findet er den Weg zurück? Wenn der Schmerz am Grössten ist, dann ist
auch die Erlösung vom Schmerz am Nächsten.
Freitag, 3. März 2017
Tanz der Moleküle
Die Meisten von uns sind sich bewusst, dass der Blick in den
Spiegel eine Illussion von uns selbst zeigt. Wir sehen einen festen Körper, wissen
aber das wir eine energetische Form sind,
die nur durch die Begrenzheit unseres
sinnlichen Wahrnehmungsvermögens als
fester Körper erscheint. Wir sind uns
bewusst, dass Energie Materie formt und unsere Sinne die Atome und Moleküle,
die ihr Eigenleben in uns führen, als
festen Körper wahrnehmen. Wir nehmen nicht zur Kenntnis, was die Physiker
längst wissen, dass wir im Wesentlichen aus leerem Raum bestehen, in dem unsere Energiekörper sich bewegen nach
Gesetzen, die wir messen können, aber deren Ursachen wir nicht kennen. Ich bin überzeugt, dass wir eines Tages das
Meiste über Energie wissen werden, weil unser Verstand aus der gleichen Materie
besteht, die wir Energie nennen, und
darauf ausgelegt ist, sich selbst zu begreifen. Werden wir aber auch die
ordnende Intelligenz begreifen, die den Tanz der Moleküle bestimmt? Wir langen da an die Grenzen des Verstandes.
Voller Bewunderung sehen wir den Tanz der Moleküle in uns, oder den Tanz
der Sterne im Universum nach Regeln, die wir berechnen können, aber deren
Herkunft sich uns entzieht. Wir fragen uns woher die Energie kommt, welche übergeordneten Intelligenz Materie
schafft , welches die Kraft ist, die
alles ordnet und aus der alles kommt und in die alles geht. Der Schlüssel zu
diesen Fragen liegt in uns selbst. Nicht
in unserem Verstand, sondern in dem, was wir unseren Geist nennen. Um zu
unserem Geist zu kommen, müssen wir unseren Verstand überwinden, indem wir ihn zur Ruhe bringen. Nicht denken,
tief in unseren inneren Körper gehen, die ungeheure Weite und Leere in
uns wahr nehmen in der der Tanz der Moleküle stattfindet. Es ist dieser Raum,
diese Leere, die unser eigentlicher innerer Körper ist, aus der die Energie fliesst,
die unseren wahrnehmbaren Körper geschaffen hat, es ist der Raum, aus dem die
Kraft fliesst, die wir die Lebensenergie nennen, die ordnende Kraft die uns
ausmacht. Werden wir eines Tages mehr über diese Kraft wissen?
Samstag, 18. Februar 2017
Dualität
Erstaunlich, dass wir uns Christen nennen und von der Lehre
kaum etwas beherzigen. Im Judentum wurde noch von der Dualität zwischen Mensch
und Gott ausgegangen. Hier der Mensch und dort Gott, der strafende und der
gerechte. Christus lehrt, das Schöpfer
und das Geschaffene eins sind, Mensch und Gott sind eins. Was macht der Mensch aus dieser Lehre? Kaum gibt es den Menschen Christus nicht
mehr, wird er selbst in die Position
Gottes erhoben, wir halten es nicht
aus, in der Einheit mit Gott zu sein, es
muss für uns diesen Graben zwischen Gott und Mensch geben. Dabei sind wir Teil
der Schöpfung und die gesamte Schöpfung spiegelt sich in uns wieder und wir
sind Teil des Schöpfers und der Schöpfer spiegelt sich in uns wieder. Es gibt
nicht eine Welt und einen Gott, sondern die Welt und Gott sind eins. Wir
sind wieder in die alten Vorstellungen
des Judentums zurückgefallen, wenn wir Gott als etwas anderes sehen, als seine
Schöpfung. Erst wenn wir begreifen, dass
Dualität Illusion ist und alles Geschaffene auch den Schöpfer enthält, können
wir wahre Christen sein. Wie der
Mystiker Angelus Silesius schon gesehen hat: Jeder von uns ist Christus,
Geschaffener und Schöpfer zugleich. Buddha heisst der Erleuchtete,
erleuchtet sind wir, wenn wir den Weg in die Einheit gefunden haben, Einheit
von Schöpfer und Geschaffenem. Nur das Geschaffene geht den Weg des
Vergänglichen, der Schöpfer in uns ist
ewig, immer da, und in einem ewigen Schaffensprozess befindlich.
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