Donnerstag, 31. Mai 2012

Mein Pfingstfest

Das Leben ist voll von Zeichen, an denen wir achtlos vorübergehen. Die Symbolik des Pfingsfestes ist ein solches Zeichen. Pfingsten ist sicher eins der wichtigsten Feste die wir im Jahreszyklus begehen. Das Fest des heiligen Geistes oder besser des heilen Geistes, an dessen Ausschüttung erinnert wird. Es ist das Fest, das unter dem Motto dieses Blogs besonders gewürdigt werden soll, das Fest der Ent-deckung. Was ist verdeckt und soll ent-deckt werden? Wenn wir durch das Leben gehen, ist oft unser Blick verstellt durch die Gedanken unseres Verstandes , wir können nicht das sehen was wirklich ist, sondern nur die Wolke, die sich vor die Sonne geschoben hat und die Sonne verhüllt. Und doch weiss jeder von uns, dass hinter der Wolke die Sonne ist. So soll uns Pfingsten daran erinnern, hinter die Wolke zu blicken und das zu sehen was wirklich ist. Das Wort wirklich sagt einiges aus über die verborgene Realität, das was wirklich ist wirkt auf unser Leben, so wie die Sonne das ganze organische Leben bewirkt, so schafft das was wirklich ist alles materielle Sein die Sonne und den ganzen Kosmos. Das was wirklich ist, ist der hinter dem materiellen Schein befindliche Geist, der in seiner übergeordneten Intelligenz unserem Verstand nicht zugänglich ist, weil unser Verstand sich auf der Ebene der Materie bewegt und nicht auf der Ebene der übergeordneten Intelligenz. Trotzdem ist es uns gegeben diesen Geist wahrzunehmen, weil wir aus diesem Geist sind. Diese Möglichkeit der Wahrnehmung wird durch unseren Verstand verdunkelt und verdeckt, da der Verstand nur das akzeptieren will, was er auf seiner Ebene erfassen kann. Es ist der Verstand, der uns die Illusion einer Welt schafft, die in der Wirklichkeit des Seins nur als ein Teilstück einer viel umfassenderen, für uns nicht erfassbaren Gesamtschau erscheint. Wir fragen uns nun, ob es nicht ausreicht, aus diesem Geist zu sein, sollen wir uns auch dieser in allem seienden schöpferischen Intelligenz bewusst werden? Ist uns der Verstand vielleicht deswegen gegeben, um die materielle Welt nur so wahrzunehmen wie sie sich dem Verstand darstellt, warum sollten wir über die Ebene des Verstandes hinausblicken? - Sehen wir auf die Gesetzmässigkeiten der Natur, so erkennen wir dass die Natur in allen ihren Erscheinungsformen einer ständigen Evolution unterliegt. Alle Erscheinungsformen der Natur unterliegen dieser Evolution seit Anbeginn des Kosmos. Diesen Gesetzen der Evolution unterliegt auch der Mensch. Die einzelnen Erscheinungsformen der Natur unterliegen unterschiedlichen Bewusstseinszuständen. Die höchste Form des Bewusstseins scheinen wir wir im Menschen anzutreffen. Auch das menschliche Bewusstsein befindet sich in einer ständigen Evolution und befindet sich in den verschiedensten Ausgestaltungen. Es ist nur natürlich, wenn bei einigen Menschen das Beswusstsein weiter und bei anderen Menschen weniger weit entwickelt ist. In der Verschiedenheit seiner Ausgestaltung entwickelt es sich ständig weiter. Nichts bleibt stehen, alles verändert sich und entwickelt sich, auch das Bewusstsein. Das scheint eines der Grundgesetze des Lebens zu sein. So scheint es, dass es Ziel der Entwicklung des ganzen Universums ist, dass sich nicht nur die Formen, sondern alles, auch das Bewusstsein sich weiter entwickelt und sich seiner selbst bewusst wird . Sich selbst Bewusstwerden wäre das Wahrnehmen dessen was hinter den materiellen Erscheinungsformen liegt, das Wahrnehmen der übergeordneten Intelligenz, die ich nur auf der Ebene dieser Intelligenz wahrnehmen kann, man könnte auch sagen, der Geist, der alles geschaffen hat wird sich in seiner Schöpfung selbst bewusst. Pfingsten erinnert uns an dieses sich Bewusstwerden, die Ausschüttung des Heiligen Geistes ist das geistige Erwachen des Menschen auf dem Weg seiner Evolution. Darum ist mir Pfingsten wichtig.

Montag, 14. Mai 2012

Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens

Wenn der Mensch erwacht aus seiner Unmündigkeit, oft schon als junger Mensch, meistens aber erst in der Mitte des Lebens, schaut er um sich und fragt sich, was er hier auf dieser Welt eigentlich macht. Oft begibt er sich dann auf eine Reise, um sich selbst zu finden. Die Reise nimmt die vielfältigsten Formen an, oft geht der Weg in die Religion, die er lange vermieden hat, vielleicht hat sie Antworten. Einige Suchende fahren nach Indien und erhoffen dort Erleuchtung. Gleichzeitig nimmt der erwachende Mensch in sich einen Schmerz wahr, einen Schmerz der aus seinem Innersten fliesst, der scheinbar mit seinem Zweifel zusammenhängt, ob er die Person sei, von der er lange meinte dass er sie sei. Er wird sich plötzlich der Vergänglichkeit und der Illusion seines Lebens bewusst, die Jugend mit ihrem schönen Schein ist verflogen, die beruflichen Erfolge werden bereits in Kürze auch der Vergangenheit angehören, und das Alter mit dem Verfall der physischen Formen beginnt. Dies alles löst im Menschen, der nach einem bewussten Leben strebt eine tiefe innere Krise aus, er steht plötzlich auf sich allein gestellt, dem Verfall preisgegeben, sein bisheriges Schaffen und Wirken erscheinen plötzlich bedeutungslos , was war das alles, was hat Du bisher Sinnvolles gemacht? Das was da in uns trauert um die Vergänglichkeit des Lebens, ist die Person, die manche das Ego nennen, eine von unserem Verstand geschaffene Kunstperson, die Person die vom Verfall in erster Linie betroffen ist, weil das Ego von der Existenz des Körpers und des Verstandes abhängt und mit diesen zugrunde geht. Der Verstand scheint sich bei der Schaffung des Egos selbständig gemacht zu haben, er hat eine Fatamorgana geschaffen, die es in der Wirklichkeit nicht gibt. Es ist fast eine Auflehnung des Verstand gegen uns als Wirt, so als ob wir dem Verstand gehörten und nicht umgekehrt der Verstand uns dienen sollte . Das Ego hat sich zum Herrscher über uns aufgeworfen und hat uns viele Jahre eine Welt vorgegaukelt, die jetzt durch das Erwachen unseres Bewusstseins in Gefahr gerät. Das Ego ist wie eine Person, die unseren Körper bewohnt und verhindert, dass wir uns selbst erkennen. Mit unserem Erwachen wird die Existenz des Egos bedroht. Es setzt sich zur Wehr und der Schmerz den wir fühlen ist der Todeskampf des Egos, das Licht und die Erkenntnis des erwachenden Bewusstseins lässt dem Ego keinen Raum mehr. Was aber in uns nach dem Weg sucht, oder nach der Erleuchtung, ist das, was jenseits des Verstandes und des Egos in Wirklichkeit unseren Körper bewohnt. Es ist unser eigentliches Ich, das Ich hinter dem Schein unserer Existenz. Dieses Ich nehmen wir nicht auf der Ebene des Verstandes wahr, es ist dieses Ich, das in uns den Zweifel weckt, ob das was wir als äussere Wirklichkeit sehen, sich nur auf diese äussere Form beschränkt, oder ob sich hinter der äusseren Form eine weitere Wirklichkeit öffnet, die wir mit unseren physischen Sinnesorganen nicht wahrnehmen , die wir nur auf einer anderen Ebene erleben können. Sind wir einmal an diesem Punkt angekommen, dann eröffnet sich dem Suchenden ein unendliches Feld der Möglichkeiten. Schon wenn ich die scheinbar feste Struktur eines Gegenstandes mit dem Verstand hinterfrage, erkenne ich die atomare Struktur des Gegenstandes, ich sehe eine ungeheure Welt von Energie, die sich in Materie wandelt, ich blicke in die unendlichen Welten und Möglichkeiten, selbst in den kleinsten Gegenständen. Ich bin plötzlich in der Lage die gleiche Leere und Weite des Alls in allem zu sehen und insbesondere auch in mir selbst. Ich erkenne, dass es diese Weite und Leere ist, die alles ordnet und ich nehme wahr, dass diese Superintelligenz in der Weite des Raumes und in allem um mich, von mir wahrgenommen werden kann, dass mein Ich in meinem Körper das Sein hinter den Erscheinungsformen wahrnehmen kann. Fragt man mich, was der Sinn des Lebens sei, so antworte ich, zu Bewusstsein kommen, bewusst den Weg des Lebens gehen und sehen lernen, was sich hinter den äusseren Formen verbirgt, sich bewusst neu verbinden, mit dem was immer da war und immer da sein wird, mit dem Sein, das wir auch das Leben nennen und das in mir und in allem um mich ist. In diesem „sich seiner selbst bewusst werden“ treten wir wieder mit der Kraft und Intelligenz in Verbindung , die uns beseelt und wir empfinden uns wieder als einen sinnvollen Teil der Schöpfung in der wir leben. Bewusst leben heisst in der Einheit mit Allem leben.

Sonntag, 6. Mai 2012

Liebe ist

Liebe ist, wenn mein eigenes Sein, mein Ich bin, den anderen nicht mehr als anderen wahr nimmt, sondern der andere zu einem Bestandteil von mir wird, wenn ich nur noch voller Freude bin, wenn der andere um mich ist, weil ich mich im anderen fühlen kann, wenn ich tief auf der Ebene des Seins mein Leben als seines fühlen kann, wenn der andere gut für mich ist, so wie ich gut für mich bin, wenn ich den anderen nicht mehr auf der Ebene des Verstandes, sondern mit meiner Seele wahrnehme, wenn der andere nicht weg ist wenn er nicht da ist, wenn das Du zu einem Teil von meinem Ich geworden ist, wenn ich den anderen so annehme, wie er ist .

Samstag, 5. Mai 2012

Von der richtigen Ernährung

Wir sehen uns als Einheit von Körper, Geist und Seele. Körper und Geist sind mit unserer physischen Existenz verbunden, auf der Ebene der Formen zu Hause , und der Vergänglichkeit allen physischen Seins unterworfen. Auf unserem Weg durch das Leben geben wir den einzelnen Bereichen von Körper, Seele und Geist Nahrung. Manchmal ist es die richtige Nahrung, oft aber die falsche, manchmal aber vergessen wir überhaupt einen Bereich und lassen ihn verhungern. Auf der Ebene des Körpers sehen wir am ehesten die Folgen von falscher Ernährung, Gewichtszunahme, Bluthochdruck, die Folgen von Trinken und Rauchen, mangelnde Bewegung, der Katalog kann fortgeschrieben werden. Forderungen unserer Ärzte auf Reduzierung von Essen und Verzicht auf Genussmittel werden missachtet. Immer wieder treten Boten an uns heran, die wir oft nicht erkennen, die auf die Folgen unserer falschen Verhaltensweise aufmerksam machen, Boten in Form von Ärzten, Freunden, von Familieangehörigen und dann kommen Krankheiten als Botschaften, denen wir dann auch keine notwendige Beachtung schenken und die wir glauben mit Pillen heilen zu können. Wenn dann am Ende die wirklich tödliche Krankheit eintritt, nehmen wir den Kampf auf, um die Krankheit zu besiegen. Aber wie immer wenn Menschen etwas bekämpfen, treten Folgen ein, die wir auch nicht gewünscht haben. Wir sprechen dann von dem Schicksal, das uns ereilt hat, andere sprechen von Machsal, das von uns selbst gemacht wurde. Hätten wir unserem Körper von Anfang an besser zugehört, seine Sprache verstanden, das gegeben was ihm entsprochen hätte, wären die späten Folgen nicht eingetreten. Wenn die Krankheit in das Leben tritt lohnt es einen Blick dorthin zu werfen, wo die Krankheit erscheint, oft ist es der Bereich, der von uns besonders misshandelt wurde oder dem wir die „Ernährung“ vorenthalten haben, Lungenkrebs als Folge des Rauchens, Bandscheibenprobleme als Folge mangelnder Bewegung. Auch auf geistigem Bereich teten die gleichen Mangelerscheinungenein, wenn wir dem Geist die notwendige Ernährung verweigern. Wenn wir schon unsere Kinder vor den Fernseher setzen, wenn das Lesen eine Kunst der Vergangenheit ist, wenn Eltern die Möglichkeiten des Geistes schon in früher Jugend nicht fördern, wenn wir nicht die Phantasie und die Begabungen der jungen Menschen erkennen, veröden weite Gebiete unseres Geistes, wir leben desinteressiert und stumpfsinnig vor uns hin und müssen uns nicht wundern, wenn wir am Ende unserer Lebens in Demenz verfallen. Auch der geistige Bereich bedarf einer geeigneten Nahrungsaufnahme, wenn er gesund bleiben soll. Nahrung ist in diesem Fall geistige Kost, Literatur, Musik, Kunst. Die Nahrung der Seele ist die Liebe. Liebe in ihrem weitesten Sinn, im Gegensatz zur Angst. Solange wir es zulassen, dass unser Tun von Liebe und Empathie, von Grosszugigkeit, Mut und Intelligenz gesteuert wird, führen wir ein ausgeglichenes Seelenleben. Wenn aber das Ego das Regiment übernimmt, Angst etwas zu verlieren uns beherrscht , Angst vor dem Leben unser Dasein bestimmt, verweigern wir unserer Seele ihre Nahrung und die Seele verkümmert. Das Geheimnis des Lebens liegt darin, Körper, Geist und Seele in gleicher Weise zu ernähren, sie in Harmonie zu halten und nicht einen Bereich zu bevorzugen und die anderen Bereiche zu vernachlässigen. Vorwiegend konzentriert sich der Mensch auf seinen Körper und widmet dessen Existenz und Wohlergehen einen grossen Teil seiner Aufmerksamkeit. Menschen, die sich dem Geist verschrieben haben, lassen oft den Körper und die Seele zu kurz kommen. In den seltensten Fällen wird der Körper und der Geist vernachlässigt, weil ein Mensch zu viel Liebe in seinem Leben gehabt hat. Liebe ist etwas universelles, sie schliesst auch den Körper und den Geist mit ein. Die grossen Liebenden dieser Welt, ein Jesus, ein Tolstoi oder ein Ghandi, haben ihren Körper und Geist nicht vernachlässigt. Sie haben uns gezeigt wie ein Leben in Harmonie aussehen kann. Aber auch in unserem kleinen normalen Leben können wir mit etwas mehr Liebe zu allem was wir tun Grosses erreichen.

Donnerstag, 26. April 2012

Das Glück in uns finden

Wir gehen durch das Leben auf der Suche nach Glück. Lange beschränkt sich diese Suche auf das materielle Glück, bald erkennen wir aber, das die Glücksgefühle von kurzer Dauer sind. Wir suchen das Glück auf geistiger Ebene, wir streben Gelehrsamkeit an, Wissen und kommen nur zu schnell zu der Erkenntnis, dass auch unser Geist engen Grenzen unterliegt. Jeder von uns kennt aber Glücksmomente, die wenn auch nur von kurzer Dauer, eine Vorstellung vermitteln, was Glück sein könnte. Für den einen ist das ein Blick in fröhliche Kinderaugen, für den Anderen der Anblick einer Blume, der Blick über das Meer, der Sonnenaufgang über den Bergen, die Umarmung eines geliebten Menschen. Warum sind diese Momente so flüchtig, können wir sie nicht anhalten und die Momente des Glücks auf unser ganzes Leben ausstrahlen lassen? Ein wichtiger Gesichtspunkt ist der Begriff der Zeit. Wir wünschen uns, dass dieses Glück, an das wir uns so gut erinnern können, aus der Vergangenheit in die Gegenwart und weiter in die Zukunft strahlt. - Zeit ist ein linearer Prozess, das Glück aber empfinden wir immer vertikal , es findet nur im Jetzt statt. Das Jetzt der Vergangenheit, in dem ich das Glück empfunden habe, ist abgeschlossen in dem Moment, in dem ich mich im Jetzt der Gegenwart befinde. Jeder Moment hat seine eigene Energie. Energie unterliegt den physikalischen Gesetzen, sie verändert sich ständig und mit ihr verändert sich auch unser energetisch bestimmtes Empfinden. Auf der Ebene der Zeit lässt sich Glück nicht anhalten, aber vielleicht auf einer anderen Ebene? Was macht die Glücksgefühle aus, die wir kennen, was verursacht sie? Das Lächeln des Kindes berührt eine Ebene in uns, die nicht die Ebene des Körpers und auch nicht die des Geistes ist, sie geht mitten hinein in unser Herz in unsere Seele. Sie ist Teil der Liebesenergie, die in uns wohnt und nur in dieser Energie schwingen Glücksgefühle wieder. Können wir diese Momente anhalten oder dauerhaft erleben? Wir können es sicher nicht, solange wir die von unserem Verstand bestimmte Absicht haben, Glück zu empfinden. Glück lässt sich nicht über unseren Verstand erreichen. Wir können auf der Ebene des Körpers Glück empfinden, beim Sport, im Training Momente des Glücks erleben, wenn die Endorphine die Herrschaft übernehmen, der Verstand ist dann im Hintergrund und der Körper erfüllt uns mit Glück. Wir können in der Meditation unseren Verstand zum Stillstand bringen und erleben in der Stille die Tiefe unseres Seins, und auf der Ebene der Seele können wir uns in den Zustand der Liebe versetzen und alles um uns und uns selbst mit Liebe betrachten. Es scheint so, dass wir auf allen Ebenen in der Lage sind Glücksgefühle zu entwickeln, wir müssen es nur wollen. Glück scheint sich in den Regionen aufzuhalten, die unserem menschlichen kollektiven Denken und unseren Gewohnheiten entzogen sind. Glück ist ein Gefühl, das nur mit unseren Sinnen, nicht mit unserem Verstand wahrgenommen werden kann. Wir können beim Essen Glück empfinden, wenn wir uns freimachen von den Gewohnheiten der kollektiven industriellen Nahrungsaufnahme und wieder die einzelne Frucht oder Pflanze wahrnehmen können, aus der die Nahrung besteht. Wir können im Reich der Töne und Geräusche Glück wahrnehmen, wenn wir wieder in der Lage sind, uns aus der Dauerbeschallung freizumachen und die Stille zwischen den Tönen wahrnehmen können. Stille trägt die Töne und nur aus der Stille kann die Musik entstehen, die unserer Seele entspricht. In der Welt der Gedanken ist die Anhäufung von Wissen allein nicht glücklich machend. Der Geisteswissenschaftler, das Wort „Schaftler“ sagt da so manches aus, muss sich der Grenzen seines Wissen bewusst bleiben, glücklich aber wird er nur sein, wenn er seine Fähigkeit zur „Wahrnehmung“ nicht verloren hat und zeitweise das wahrnehmen kann, aus dem alles Wissen fliesst. Es ist das „Sein“ hinter den Formen, aus dem alles fliesst, auch unser Wissen. In dem kollektiven Wissen unserer Zeit ist diese Wahrnehmung weitgehend verloren gegangen, Glück aber kann der Wissenssuchende nur auf der Ebene der Wahrnehmung erfahren, wenn er sich dem Sein öffnet aus dem alles Wissen fliesst. Glück auf der Ebene des Sehens erfahren wir, wenn wir die Flut der Bilder die täglich auf uns einstürmen, im Fernsehen, auf Reisen, im Internet, auch aus unserem Bewusstsein ausblenden können. Wenn wir wieder lernen, die einzelne Blume zu betrachten, den Baum, einen Grashalm, wenn wir unserer Katze zusehen und die gleiche Entspannung fühlen können, wenn wir sie beim Ruhen betrachten. Glück können wir auf der Ebene der Seele erfahren, wenn wir in den Menschen um uns, in unserem Partner, unseren Kindern, in den Mitarbeiteren, nicht den Anderen sehen, sondern uns selbst, wenn wir die Kraft fühlen, die uns alle vereint, wenn wir lernen, das Gefühl des Getrenntseins zu überwinden. Wie aber ist es, wenn wir in ungünstigen Umständen leben, wenn uns Krankheit, Tod und Missgeschick heimsuchen? Können wir auch dann noch glücklich sein? Jeder Mensch weiss, dass wir auf der Ebene der Form der Veränderung unterliegen, dass nichts was heute ist, auch morgen so sein wird. Wenn wir dieses Wissen annehmen und es nicht verdrängen, wenn wir jede Situation, und mag sie noch so ungünstig sein, annehmen als notwendigen Schritt in unserem Leben und uns klarmachen, dass es unser Sein ist, das zu uns spricht, das unseren Weg bestimmt, dass Vergänglichkeit und Tod nur unsere physische Existenz berühren, nicht aber unser Leben und unser Sein, dann können wir womöglich auch den schweren Momenten Lebensqualität abgewinnen, die Herausforderung sehen, die das Leben an uns stellt. Wir müssen die Sprache erlernen, die das Leben mit uns spricht, die wir aus unserem kollektiven Wissen gestrichen haben, die aber jeder von uns ganz hinten in seinem Herzen bewahrt hat und sie hervorholen kann, wenn er sie dringend benötigt. Wenn wir diese Sprache des Lebens wieder verstehen lernen, dann kann sich scheinbares Unglück wieder in tiefes seelisches Erleben wandeln.

Sonntag, 22. April 2012

Was ist die Hölle

Himmel und Hölle sind Vorstellungen unseres menschlichen Denkens. Sie entspringen den Vorstellungen der Dualität. Wir können in der religiösen Literatur Abhandlungen über die Hölle lesen, die Darstellung der Hölle als Gegensatz vom Himmel. Vor allem aber verwenden die religiösen Systeme den Einsatz des Begriffes Hölle weniger als Vorstellung von einer der Möglichkeiten des Jenseits, als vielmehr im diesseitigen Leben gewünschte Verhaltensweisen im Menschen zu erreichen. Der Begriff Hölle entstammt der menschlichen Denkweise, eine Vorstellung des Jenseits wird in dier Dualität des Diesseits gezogen. Das Jenseits lässt sich jedoch nicht auf die Ebene übertragen, die menschliches Denken und menschliche Sprache nicht erreichen können, die Ebene des Seins. Auf der Ebene des Seins werden Himmel und Hölle eins, da gibt es keine Dualität. Hölle finden wir nur auf der Ebene des Denkens, als die andere Seite des Himmels. Es ist die Dunkelheit, in der wir uns befinden, wenn wir uns durch unser Ich und die Welt unserer Gedanken in einen Geisteszustand begeben, der das Leben in uns und unser seelisches Sein ignoriert. Es ist der Zustand, der unsere Seele in die Dunkelheit des Nichtbewussten abstürzen lässt, eine Trennung, aus unserem Denken heraus, von dem was uns ausmacht, - das bewusste Nichtwahrnehmen unserer Seele. Kann das aber Hölle sein, was wir nicht wahrnehmen? Ein guter Hinweis ist das englische Wort hell, im altenglischen heisst es decken, verdecken. Hölle ist es, wenn wir das verdecken was ist, oder wenn wir in der Trennung leben (die christliche Religion nennt es die Sünde, von dem altdeutschen Wort sinten=trennen) , in der wir das Leben in uns und die Kraft die uns steuert ignorieren und nicht wahrnehmen. Hölle können wir nur auf der diesseitigen Bewusstseinebene erleben, wenn unsere Seele im Dunklen lebt und das Licht nicht sehen kann. Himmel und Hölle werden eins, wenn sich durch die Auflösung unserer physischen Form unser Sein frei wird von seiner physischen Bindung. Hölle ist die von unserem Denken selbstverursachte Dunkelheit, die uns den Himmel nicht mehr wahrnehmen lässt.

Dienstag, 17. April 2012

Gedanken an meinen Bruder

Jetzt, wo Du am Sprechen gehindert bist und Dein Sohn Dir vorliest, ähnelst Du einem Gefangenen in seiner Zelle, der Von der Aussenwelt abgeschnitten ist. In einem solchen Moment bist Du auf Dich allein gestellt, allein mit der Welt Deiner Gedanken. Ist da immer noch dieser Lärm in Deinem Kopf, dieses ich denke nicht, es denkt mich? Bin ich es, der da denkt oder denkt da jemand für mich? Und wenn ich es bin, wer ist dieses ich? Und wenn jemand anderes es ist der da denkt, wer ist dieser andere? Könnte es sein, dass dieses Ich das mein Denken betrachtet, das ist, was mich ausmacht, und dass der andere der denkt, meine an den Körper, an meine äussere Form, gebundene Persönlichkeit ist, die mein Gehirn benutzt um zu denken? Alles was uns in unserer formellen Erscheinungsform entgegentritt, auch ein solcher Krankheitszustand, will uns etwas sagen. Jetzt bist Du hilflos an Dein Bett gefesselt, aber Dein Geist ist noch in Bewegung. Vielleicht will Dir Dein Zustand sagen, lass jetzt auch einmal die Welt Deiner Gedanken los, geh in die Stille, hör auf zu denken, bevor Deine Form Dich zwingt, mit dem Denken aufzuhören. Ein Weiser hat einmal gesagt, Stille ist die Sprache Gottes, alles andere ist nur eine schlechte Übersetzung. In der Stille erlebst Du das Einssein mit dem was Du wirklich bist, das Einssein mit dem was Dich ausmacht, mit dem was Dich geschaffen hat. Wenn du eins wirst mit der Stille, erlebst Du Liebe in ihrer höchsten Form. Als Menschen haben wir Jahrtausende gebraucht, um uns von der Stille zu trennen und den Glauben an unseren Verstand zu entwickeln, wir sind Gläubige geworden, Gläubige an unseren Verstand, dabei trennt uns nur ein ganz kleiner Schritt von der Wahrheit, an die wir nicht glauben müssen, weil sie ist. Diesen Schritt können wir in jedem Moment unseres Lebens gehen, dann gehen wir ihn bewusst, es ist der Schritt in die Stille, in das Alles, dann werden wir wieder eins mit dem Leben und mit dem was uns wirklich ausmacht. Geburt und Tod betreffen nur unsere physische Erscheinungsform, das hinter unserer Form stehende Leben ist nicht der Vergänglichkeit unterworfen, es war immer und wird immer sein. Vielleicht fragst Du mich, wie ich dieses Leben erfahre, wie ich dorthin gelange. Ich benötige dazu keine esoterischen Schulen, Kurse oder selbsternannte Meister. Ich benötige nur meinen Atem. Ich begleite meinen Atem hinein in meinen Körper, besuche mit meinem Atem meine Hände, meine Füsse und dann langsam jedes Organ, ich atme ein und atme aus. Ich stelle mir vor wie ich durch meine Hände atme, durch meine Füsse, durch mein Herz. Und plötzlich merke ich, dass ich in meinen Händen bin, in meinem Herzen, ich bin meine Hände, ich bin das Leben in meinen Füssen ich bin nicht mehr mein Verstand, sondern das Leben selber das in allem ist. Mein Verstand könnte nicht einen Moment dieses Wunder an Zellen, Molekülen und Atomen steuern, alles würde sofort zusammenbrechen, es ist das Leben in mir und in allem das dieses Wunder vollbringt. Eine meiner Lieblingsmeditationen, die ich die Kant´sche nenne, ist die vom Firmament. Ich schaue mit meinem inneren Auge ins Firmament, ins All, und ich nehme die ungeheure Weite und Stille des Alles wahr und sehe wie die Sterne in diesem Makrokosmos ruhig ihre Bahn ziehen, alles geordnet und nach Gesetzen, die sich unserem Wissen entziehen. Und ich stelle mir vor, dass es diese Weite und Stille ist, die diese Ordnung hervorruft. Und ich öffne mich selbst diesem Gedanken, gehe hinein in meinen eigenen Mikrokosmos, sehe die ungeheure Weite und Leere zwischen meinen eigenen Atomen und Molekülen, nehme die gewaltige Ordnung war, die meine eigenen Körperwelten so zusammenspielen lässt, dass mein beschränktes Auge mich so wahrnehmen kann wie es es tut und fühle die Kraft in mir, die die Energie so schwingen lässt, dass sich Form bildet, fühle die Kraft meines Lebens. Und tief in dieser Meditation bin ich nur noch ein kleines Quant, dass durch die Wunderwelten meines Körpers tanzt, und in dieser gewaltigen Leere und Stille meines Körpers das Wunder des Lebens bestaunt, das mich so geschaffen hat wie ich bin. Du hast jetzt wunderbar Zeit, Dich mit Dir selbst zu beschäftigen und Dich selbst wahrzunehmen. Ich hoffe, dass Tristan Dir diesen Brief vorlesen kann. Es gibt wunderbare Hörbücher von Eckhardt Tolle, oder gehe über Dein Ipod in Youtube und höre Dir dort von ihm seine Meditationen an. Ich denke es wird Dir gefallen, es ist tief philosophisch und führt Dich zurück in Dein eigentliches Sein. Es ist jetzt zwei Uhr nachts und ich denke an Dich, so wie ich mein ganzes Leben an Dich gedacht habe und an die schönen Jahre, die wir zusammen verbringen konnten. Danke für alles was wir zusammen erleben durften und meinen Segen für Dein weiteres Leben und Deinen Weg.