Sonntag, 5. April 2026

Ostern und Auferstehung

Ostern ist in den christlichen Ländern einer der wichtigsten Feiertage des Jahres. Es geht um  den Sieg des Lebens über den Tod. Den Wenigsten von uns ist bewusst, dass wir unser ganzes Leben diesen Sieg über den Tod erleben.

Jeden Tag sterben in uns Millionen von Zellen und werden von neuen Zellen ersetzt. Der Tod ist ein ständiger Begleiter des Lebens. Ohne den Tod wäre uns das Leben nicht begreifbar. Das gilt nicht nur für den Menschen, sondern für die ganze Natur. Nur dem Menschen ist dieser Vorgang bewusst.

Was geschieht am Ende eines menschlichen Lebens wirklich? Das Leben in uns beendet den physischen Vorgang der Erneuerung der Zellen und gibt die gebundene Energie in uns frei. Die Energie kehrt an ihren Ursprung zurück, das übergeordnete Leben aber vereint sich wieder mit seiner Gesamtheit. Nichts geht jemals verloren. Das lehrt uns Ostern.

 Alles menschliche Wissen und Denken ist nicht in der Lage, das Wunder des Lebens zu erfassen, obwohl sich das Leben in der gesamten Schöpfung offenbart. Wir haben keinen Tod und keine Vernichtung zu befürchten. Wir geben im Tod nur die in uns gebundene Energie wieder frei, und unser Leben kehrt an seinen Ursprung  zurück.

Wir wissen nicht, ob das in allem manifestierte Leben in einer Seelenwanderung sich    wiederholt, in der Natur, in Pflanzen und Tieren, oder in menschlichen Individuen, über Generationen hin, von Leben und Tod. Diese Ungewissheit ist ein Teil unseres Lebens. - Eine Gewissheit aber können wir haben: Nichts ist endgültig  vergänglich, alles kehrt an seinen Ursprung zurück, selbst  Planeten werden geboren und sterben wieder in dunkler Materie und werden neu geboren, seit ewigen Zeiten.

Das ist  die Botschaft, die wir an Ostern erhalten. Das Leben ist unvergänglich, der ewige Wandel von Tod und Erneuerung ist das ewige Gesetz in uns. Nicht nur der Mensch, sondern die ganze Natur ist erfüllt von ewigem Leben. Und  wenn wir auf ein erfülltes Leben zurückblicken können, dann haben wir die uns geschenkten Talente genutzt, nicht nur zu unserem eigenen Wohl, sondern zum Wohl der gesamten Schöpfung

Wenn wir eigenverantwortlich unser Leben in die Hand genommen  und unsere, uns geschenkten Talente gut verwaltet haben, dann brauchen wir uns vor dem Tod nicht zu fürchten. Vielleicht können wir uns im Tod mit der Gesamtheit wieder vereinen, - vielleicht aber entschliessen wir uns zur Wiederkehr, um das Leben erneut, vielleicht besser und bewusster zu versuchen. Die Auferstehung oder Wiederkehr ist vielleicht die wichtigste Entscheidung, der  wir uns am Ende unseres  Weges durch die Welt zu stellen haben, wenn wir den Blick zurück auf unser Leben werfen. Daran erinnern wir uns Ostern, wenn der Frühling uns mit seinem Neubeginn an das Erwachen des Lebens erinnert.


Sonntag, 29. März 2026

Der Schmerzkörper von Völkern

So wie der einzelne Mensch ein emotionales Gepäck aus erlittenen , Verletzungen, Traumata, und Konflikten mit sich durch sein Leben tragen kann, gilt dies auch für ganze Gemeinschaften und Nationen, oft über viele Generationen hinaus. Ereignisse wie Kriege, Vertreibungen, Diskriminierung, hinterlassen Spuren im kollektiven Gedächtnis der Gemeinschaft. Es ist dies der  kollektive Schmerzkörper oder das Karma des Menschen und des Volkes.

Gerade sehen wir  wieder, wie alte Völker gegeneinander Krieg führen. Es geht um uralte religiöse Konflikte die seit biblischen Zeiten zwischen Völkern des nahen Ostens ausgetragen werden. Heilung und Frieden wäre nur möglich, wenn die Vergangenheit und die Gründe reflektiert würden, die zu diesen Ausbrüchen von Hass und Konflikten geführt haben. Wie können vernunftbegabte Menschen glauben, dass Religion, die Rückverbindung von Menschen zu seiner göttlichen Natur,  nur nach Regeln  erfolgen kann, die von Menschen erfunden wurden?  Ist es nicht jedem Menschen gegeben, seinen eigenen Weg zu der ihm innewohnenden Gottheit zu gehen? Er braucht keine religiösen Führer, die Tod und Verderben über das Volk bringen.

Auch die alten Völker Europas haben sich durch Jahrhunderte bekriegt. Millionen von Menschen mussten ihr Leben für sinnlose Kriege verlieren, von grössenwahnsinnigen Führern verursacht. Millionen von Toten im 1. und  2. Weltkrieg, das Grauen des Holocaust, haben tiefe Narben in den europäischen Völkern hinterlassen, aber auch die Erkenntnis, dass nur das friedliche Leben miteinander, die Verzeihung und die Versöhnung, langfristig neue Perspektiven ermöglichen.

Ein besonders ausgeprägter kollektiver Schmerzkörper liegt noch über dem Osten Europas, wo im Zeichen von Sozialismus und Kommunismus Millionen von Menschen der eigenen Volker ermordet wurden. Grössenwahnsinnige Führer und Oligarchen haben die Macht an sich gerissen  und Krieg gegen das eigene Volk geführt  und führen noch immer Krieg gegen ein Brudervolk, um es in ihr Herrschaftssystem einzugliedern. Wann werden die Völker des Ostens endlich aufwachen und erkennen, dass nur ein friedliches Zusammenleben allen Völkern   neue Perspektiven eröffnet? Die Last des Traumas aus Bürgerkriegen, 2. Weltkrieg und Vernichtung des angeblichen Klassenfeindes hat im letzten Jahrhundert den Tod von Millionen Menschen verursacht, und noch immer ist der kollektive Schmerz in den Völkern des Ostens nicht überwunden. Die schlimmsten Feinde der Völker sind Nationalismus und Ideologien, sowohl von Links als von Rechts, wozu man auch die Religionen zählen muss, die von Unverantwortlichen  gelehrt werden.

Wie eine dunkle Wolke liegt der Schmerz über den Ländern, die Millionen von Menschen den Gedanken von Wahnsinnigen geopfert haben. Vernunft und gegenseitiges Verzeihen sind der einzige Weg, um den Schmerz der Völker zu überwinden

Sonntag, 22. März 2026

Die Vorbereitung

Es geht um die Vorbereitung auf das Leben. Auf das Leben in der Welt. Neun Monate haben wir Gelegenheit im Mutterleib uns auf das Leben vorzubereiten. Wir ruhen sanft in der Geborgenheit de Mutter, wir werden ernährt. Wir hören die Stimmen der Menschen, die uns in den nächsten Jahren begleiten werden. Wir werden auf die Welt eingestimmt.

Wenn wir die Welt betreten,  als Säuglinge, Kleinkinder und dann grösser werden, haben wir unsere Familie und Lehrer an unserer Seite. Bis wir auf das Leben in der Welt vorbereitet sind, vergehen viele Jahre.

Dann verändert sich die Welt für uns. Wir sind es, die die Welt bewegen und zusammen mit unseren Mitmenschen die Welt formen, nach unserem Bild . Wir sind es, die unsere Kinder und Kindeskinder vorbereiten und ihnen das Rüstzeug geben, um  die Welt zu gestalten. Wir sind in die Welt gekommen, um unsere eigene Welt zu gestalten, unseren kleinen Teil beizutragen, die Evolution der Schöpfung  weiterzubringen.

Aber wer sieht sich wirklich in dieser Rolle?  Wir kommen uns klein und unbedeutend vor. Man hat uns ungenügend auf unsere Rolle vorbereitet. Wir kommen oft selbst kaum mit unserer kleinen Welt  zurecht. Wie sollten wir uns da als Werkzeug des Schöpfergeistes empfinden?  Wie an der Evolution der Schöpfung  mitwirken?

Wie kleingeistig wir Menschen doch sind. Allein unser Körper und unser Geist sind  ein Wunder der Schöpfung.  Wir sind mit allem ausgestattet, was wir für unser Leben brauchen. Wir haben eine lange Vorbereitung durchlaufen, bis wir in die Welt entlassen wurden. Von uns wird nur erwartet, dass wir unsere eigene kleine Welt verwalten, wir haben alle Voraussetzungen dafür mitbekommen. Das gilt für die Welt des Menschen aber auch für die Welten aller Lebewesen. Jedes Wesen ist darauf vorbereitet und hat die dafür notwendigen Talente mitbekommen.

Was aber, wenn unsere Rolle in der Welt sich ihrem Ende zuneigt?  Wer hat uns auf den Moment unseres Todes vorbereitet. Was geschieht mit unserem Leben, wenn wir den Körper wieder an Mutter Erde zurückgeben?  Hat uns je eine Religion, Philosophie  oder Wissenschaft eine überzeugende Deutung gegeben, was mit dem Leben geschieht, wenn die Energie unseren Körper verlässt? Es gibt niemand, der uns mit Gewissheit sagen könnte, was der Tod für unser Leben und die Seele bedeutet, und niemand hat uns auf das Sterben vorbereitet.  Nur wir selbst werden im Moment des Todes erfahren, ob das Leben in uns weiterlebt.

Vielleicht hilft es, wenn wir uns durch unser Leben auf den Tod vorbereiten.  Wenn wir die Talente gut verwalten, die uns das Leben mitgegeben hat  Gut verwaltet haben wir unsere Talente, wenn wir  alles das gemehrt haben, zu dem wir befähigt waren.  Das beginnt mit unseren Familien, die wir mit Liebe geformt haben, mit unserem Beruf in der Welt, den wir verantwortungsvoll zum Nutzen aller ausübten, aber auch  durch die Verbindung  mit unserer geistigen Welt, die unsere Seele formte und weiterentwickelte. Das sind die Talente, über die wir am Ende unseres Lebens abrechnen, und die wir  gemehrt haben. Wir selbst sind dann der Richter, der über uns selbst richtet.   

Eine bessere  Vorbereitung auf den Tod, als die Talente gut zu nutzen die uns das Leben mitgegeben hat, kann ich mir nicht vorstellen.


Samstag, 14. März 2026

Seifenblasen

An einem Frühlingsmorgen schaue ich einem Mann zu, der an einem Park Seifenblasen steigen lässt. Um ihn stehen zahlreiche Kinder, die bewundernd die grossen Blasen verfolgen, wie sie davon segeln. In den Blasen spiegelt sich die Welt, die Sonne, die Menschen. Manchmal gelingt es einem Kind eine Blase zu fangen und festzuhalten, für  einen kurzen Moment scheint es, als ob das Kind die Seifenblase in den Händen halten könne, dann zerplatzt die Blase.

Welch wunderbares Bild für das Leben. Wir  glauben ein Leben in den Händen zu halten, die Welt zu besitzen.  Wir ähneln dieser Seifenblase, in der sich die Welt  spiegelt   und wenn wir glauben, das Leben einfangen zu können, dann zerplatzt der Traum von Leben. Mir gefällt dieses Bild  der Seifenblase, in ihrem  Inneren befindet sich das Nichts, das wir genauso wenig greifen können wie das Leben, und in der schillernden dünnen Haut spiegelt sich die Welt. Der Wind des Schicksals treibt die Blase im Wind, und wenn sie zerplatzt verschwindet die Welt, die sich in ihr nur spiegelte.

Wir versuchen das Leben zu ergreifen und zu besitzen. Wir können aber nur ins Leere greifen. Da wo vermeintlich etwas ist, befindet sich nur ein Traum. Der Traum erlischt in dem Moment in dem wir versuchen ihn festzuhalten. Das Spiegelbild der Welt ist das, was uns in unserem Gedächtnis bleibt und die Leere, der eigentliche Inhalt der der Erscheinung.  So wie der Atem des Menschen, der die Seifenblase erzeugt und die Welt, die sich in ihr spiegelt, so vergänglich ist das Leben.  Ich werde an ein Gedicht von Rumi erinnert: «Ich bin ein Loch in einer Flöte, durch das der Atem Gottes streicht.»  


Sonntag, 8. März 2026

Das Körpergedächtnis

Eine der wichtigsten angeborenen Eigenschaften des Menschen ist das Körpergedächtnis. Aus der Medizin kennen wir das Zellgedächtnis, - durch Impfung von einem Serum werden die Zellen immunisiert um sich gegen eine Reihe von Krankheiten zu schützen. Das Zellgedächtnis ist aber nur ein kleiner Teil des Körpergedächtnisses.  Der Mensch ist schon von Geburt an über ein,   viele Generationen zurück reichendes, Körpergedächtnis ausgestattet.  Dieses Gedächtnis reicht wahrscheinlich bis in graue Vorzeit zurück.

Wir haben ein angeborenes Bewusstsein für Gefahren. Angst ist ein Schutzmechanismus, den wir über Generationen entwickelt haben. Die Medizin ordnet dieses Gedächtnis dem Nervensystem zu. Wahrscheinlich spielt aber auch die Seele des Menschen eine Rolle. Sie bewahrt  die Erlebnisse der Vergangenheit, im Körpergedächtnis, durch viele Generationen bis zum heutigen Tag . Nur so sind viele instinktive Reaktionen in uns erklärbar.

In der indischen Weisheitslehre spricht man vom Karma, mit dem wir geboren werden. So wie es hochentwickelte Familien gibt, in denen immer wieder Menschen mit einer besonderen Begabung geboren werden, so gibt es auch ein dunkles Karma, wo Menschen sich nicht von ihren  kriminellen Energien freimachen können. In den alten Kulturen sind sich die Menschen dieses angeborenen Karmas bewusst gewesen. Das Karma ist mit unserer Verflechtung mit der Welt verbunden. Es tritt nur in Erscheinung, wenn die Seele wiedergeboren wird. Wir können uns von einem nicht gewünschten  Karma nur befreien, wenn wir uns unseres Körpergedächtnisses bewusst werden. Bewusst werden heisst den Geist der Erkenntnis in unseren Körper eintreten lassen.

Das Körpergedächtnis das uns hilft, Gefahren und Widerstände in der Welt zu begegnen, ist aein wertvoller Helfer für unser Leben.  Wie alle  Erscheinungen in der Welt hat es einen dualen Charakter, die dunkle Seite belastet unser Leben, die helle Seite des Karmas hilft uns auf unserem Weg durch die Welt. Wir können das Eine nicht ohne das Andere haben.


Sonntag, 22. Februar 2026

Die Verschmutzung der Welt

Gestern fuhr ich zum Müllsammelhof um meinen Müll, natürlich sorgfältig getrennt, zu entsorgen. Auf dem Rückweg kam ich an einer Fabrik vorbei, an der auf einem Schild zu lesen war, -Wir machen aus Müll Energie –.  Wie sinnvoll, dachte ich, wenn wir den gesamten Unrat dieser Welt in Energie verwandeln könnten, wären unsere Energieprobleme gelöst. -  Ich erinnerte mich an meine Kindheit auf einem Bauernhof, wo ich erlebte, wie Mist und Jauche auf die Felder gefahren wurden. Für mich war es ein Wunder, wie Ausscheidungen und Kot, sich in wertvollen Dünger verwandeln, und die Pflanzen ernähren, die wir essen . Heute ist mir klar, dass es uns Menschen immer wieder gelingt, anscheinend wertlose Materie,  in etwas Wertvolles zu verwandeln. Wenn junge Menschen heute versuchen, die Verschmutzung von Klima und Umwelt zu bekämpfen, sollten sie ihre Energie dafür einsetzen, Abfall und Schadstoffe in Wertvolles umzuwandeln und zu modernen Alchimisten zu werden.

Für den  Menschen  ist das Unglücklichsein der Seele die Entsprechung  für die Verschmutzung der Welt. Als Kinder kennen wir noch nicht das Unglücklichsein. Wir sind glücklich in der Liebe unserer Eltern geborgen. Aber mit unserem Erwachsenwerden, kommt die Welt auf uns zu, mit   ihren Verlockungen und Versprechungen. Wir sind unzähligen äusseren Einflüssen ausgesetzt, wir sind noch nicht reif, um selbständige Entscheidungen zu treffen, was gut und was schlecht für unser Leben ist. Dabei hat jeder von uns eine innere Stimme, die ihm hilft die richtigen Entscheidungen zu treffen. Aber keiner hat uns beigebracht auf diese Stimme zu hören. Erst durch das Leben lernen wir diesen inneren Kompass in uns zu schätzen. Vielleicht braucht es erst viel persönliches Scheitern, viele falschen Wege, auch Enttäuschungen, bis wir den richtigen Weg zu uns selbst finden.

Jeden Weg, den uns das Leben vorschlägt kann der richtige sein, oder auch der falsche, es kommt nur darauf an, wie wir ihn gehen. Wenn wir uns einfach treiben lassen, den scheinbar einfachen Weg wählen, dann wird uns dieser Weg oft ins Abseits führen, in Zeitverschwendung und Nutzlosigkeit. Ein solcher Weg endet meistens im Unglücklichsein, in der Passivität, im Glauben,  andere wären für uns zuständig, der Staat, andere Menschen, nur nicht wir selbst.

Als  Menschen  sind wir Teil der Schöpfung. Wir erschaffen die Welt in der wir leben. Es ist unsere Aufgabe,  diese Welt zu gestalten, unser Leben zu formen, es in unsere eigenen Hände zu nehmen, unsere Talente zu nutzen. Es ist gleich auf welchem Feld wir unseren Acker bestellen, jede Aufgabe, und sei sie noch so klein, wird mit Engagement und Liebe zu etwas Wertvollem, zu etwas Besonderen,  vom Bauern der sein Feld bestellt, bis zur Hausfrau, die liebevoll ihre Familie versorgt. Wenn die Gedankenlosigkeit, die Bequemlichkeit  und fehlendes Gewissen unserer Mitbewohner die Welt verschmutzen und unbewohnbar machen, können wir in unserem eigenen Garten für Sauberkeit und Ordnung sorgen. Das gilt auch für das Unglücklichsein, das durch Nachlässigkeit, fehlende Sorgfalt und Liebe uns selbst gegenüber entsteht.  Die Verantwortung für die Welt beginnt immer bei uns selbst, bei unserer eigenen kleinen Welt, die wir erschaffen. Was wir im Kleinen erreichen, beeinflusst die Welten unserer Mitmenschen und trägt zum Erhalt der Schöpfung bei. Wir dürfen uns nicht entmutigen lassen, wenn wir sehen, wie wenigen Menschen es gelingt, die Welt etwas besser und sauberer zu machen. Das gilt auch für unsere eigene innere Welt.

Sonntag, 15. Februar 2026

Das Leben der Anderen

Jeder Mensch ist als eigenverantwortliches Wesen geboren. Der Mensch ist aber träge und faul. Nur zu gerne überträgt er die Verantwortung für sich selbst an andere.  Die Verantwortung für unser Leben in der Welt wird gerne dem Staat mit seinen Politikern und Beamten übertragen. Die    eigene Gesundheit wird meistens den Ärzten anvertraut, die Wenigsten führen ein gesundes Leben, es gibt ja Krankenhäuser und Ärzte.  Kaum einer kümmert sich um seine weitere geistige Entwicklung, das wenige was wir in Schulen und Universitäten lernten muss für ein ganzes Leben reichen.   Und für die seelische Entwicklung ist niemand mehr zuständig, nachdem die Religionen ihre Bedeutung verloren haben. Wenn es zu einer Krise der Seele kommt, dann laufen wir zum Psychiater, als ob der mehr für unsere Seele tun könnte als wir selbst.  Nicht einmal für diesen innersten Bereich, fühlen wir uns zuständig. Kant nennt dies Verhalten der Menschheit, eine selbstverschuldete Unmündigkeit.

So geht der normale Mensch durch sein Leben, an seinem Leben vorbei, übernimmt nicht die Verantwortung für sich selbst, schaut auf die anderen, wie die es machen, passt sich an, lebt das Leben der Anderen und vergisst dabei selbst zu leben. Dabei ist jeder Mensch einmalig in seiner Art, so wie die ganze Schöpfung um ihn herum einmalig ist. Jeder Mensch hat besondere Fähigkeiten und Begabungen und jeder hat eine einzigartige Seele in sich, die gesehen werden will, die sich entwickeln möchte, die der Ganzheit entgegenstrebt.

Wie konnte es nur so weit kommen?  Wie konnten wir nur unsere Einzigartigkeit vergessen, das Wunder der Schöpfung, das sich an uns vollzog? – Wir müssen wieder den kritischen Geist in uns entdecken. Wir müssen alles, was uns Staat, Schulen und Religionen vorschreiben, kritisch hinterfragen.  Welche Qualifikationen haben andere Menschen, um uns zu sagen, was gut und was schlecht für uns sein soll?  Wir müssen erwachen, die Verantwortung für uns selbst übernehmen, sie keinem anderen überlassen. Die Verantwortung für unsere Gesundheit, für unsere Ausbildung, für unseren Glauben und vor allem für unsere Seele, das sind unsere höchstpersönlichen Aufgaben in unserem Leben.  Kein Politiker, kein Lehrer und kein Geistlicher sind in der Lage, Verantwortung für uns zu übernehmen. Wir allein sind es, die unser Leben eigenständig in die Hand nehmen müssen, ein ganzes Leben lang, niemals nachzulassen in der Weiterentwicklung von uns selbst.

Mittwoch, 11. Februar 2026

Der Weg zur Wahrheit

Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben - ist der wichtigste Satz, den uns Christus hinterlassen hat. Er ist für jeden Menschen persönlich bestimmt, auch wenn sich kirchliche Institutionen zum Verwalter dieses Satzes gemacht haben.

Den Weg zu finden, ist die persönliche Aufgabe eines jeden Menschen. Aber die Mehrheit von uns ist faul und träge. Wo ist der Weg, fragen wir, wer zeigt uns den Weg? -  Es gibt niemanden, der uns unseren Weg zeigen kann. Der Weg   jeden Menschens ist verschieden, jeder muss seinen eigenen Weg finden. Keiner kann uns unseren Weg zeigen, nur wir selbst kennen unseren Weg. Es ist der Weg zu unserem:  Ich bin Sein.

Das gleiche gilt für die Wahrheit. Was ist die Wahrheit – fragen wir, was wenn alles um uns, und wir selbst, nur Illusion sind?  Und wieder lautet die Antwort: Wir selbst sind die Wahrheit, die Wahrheit kann uns nicht von anderen verkündet werden. Die Wahrheit finden wir nur in uns.  Es gibt Millionen von Wahrheiten, aber nur unsere eigene innere Wahrheit ist entscheidend, sie ist die Wahrheit unseres Ich, unseres Lebens.

Und dann die Frage nach unserem Leben. Was ist das Leben, gibt es ein Leben nach dem Tod, ist Leben ewig?  -  Die Antwort liegt wieder in uns selbst.  Mein -Ich bin – ist das Leben, mein Ich in dieser Welt, und mein Sein als Teil des Schöpfergeistes, als Teil der Schöpfung und als Teil des Geistes, aus dem alles entsteht und in den alles vergeht, Schöpfer und Geschaffenes, als geistige und untrennbare Einheit, den Willen des Schöpfergeistes in uns erfüllend, durch unser Leben.

Noch ein Wort zu der Aussage: niemand kommt zum Vater, denn durch mich -. Auch dieser Satz wird oft missverstanden. Wir sind Teil des Vaters, wir haben den Vater nie verlassen. Auch wenn wir vergessen haben, wer wir sind, sind wir beim Vater.  Der Vater ist das Leben in uns und um uns.  Der Vater in uns zeigt uns den Weg durch seine Schöpfung, und wir sind sein Sohn, als ewiger Teil des Lebens, den Gesetzen des Seins in uns folgend. Wir sind Weg, Wahrheit und Leben in Einem, so betreten wir die Welt und suchen den Weg zurück zum Vater.

Samstag, 31. Januar 2026

Bewusstes Handeln

Wir müssen erst unsere Aufmerksamkeit auf unser unbewusstes Handeln lenken, um uns unseres aktiven Bewusstseins bewusst zu werden. Der überwiegende Teil unserer  Körperaktivitäten, die uns am Leben erhalten, erfolgt unbewusst. Unsere Atmung, nahezu alle Aktivitäten des Körpers, die seiner Erhaltung dienen, selbst unser Denken erfolgt weitgehend unbewusst, ohne dass wir es merken.

Daneben bleibt uns aber noch genügend Energie, sich dem bewussten Handeln zu widmen. Fast jede aktive Tätigkeit können wir bewusst oder unbewusst machen. Wenn wir gedankenlos und unkonzentriert handeln, kommt nur selten etwas Sinnvolles zustande. Aber die kleinste Tätigkeit wird zu etwas Besonderem, wenn wir ihr unsere ungeteilte Aufmerksamkeit widmen. Es macht einen grossen Unterschied, ob ich meine Zähne gedankenlos putze, oder ob ich mit meiner Aufmerksamkeit bei den Zähnen bin und mich jedem Zahl zuwende. Meine Zähne werden es mir danken. Im Sport, in den Schulen und Universitäten werden Spitzenleistungen nur erreicht, wenn wir uns  voll und ganz dem Leistungsprozess widmen. Diesen Text kann ich nur schreiben, weil ich ganz mit meinen Gedanken  in meinem Bewusstsein bin und Leistung abrufe.

Unser Körper braucht auch unsere Aufmerksamkeit, um  gut zu funktionieren. Wir sollten viel häufiger in unserem Körper sein, bei den einzelnen Organen, um ihre Tätigkeit zu unterstützen, ihnen die richtige Ernährung und Bewegung zuführen. Wenn wir unseren Verstand nicht durch Konzentration fordern, bewegt sich in unserem Kopf ein unproduktives Gedankenkarussell. Das gleiche geschieht bei unkontrolliertem Konsum von Fernsehen und Social Media, auch bei unbewusstem Essen und Trinken. Die Folgen erleben wir in den Arztpraxen und Kliniken, Menschen, die wie Zombies durch ihr Leben laufen, weil sie gedankenlos leben und sich unkontrolliert Essen, Alkohol, und anderen Massenkonsum zuführen.  Auch Sport ist nur sinnvoll und erfolgreich, wenn wir mit unserem Geist dort sind, wo wir Leistung abrufen.

Unser ganzes Leben wird nur dann erfolgreich sein, wenn unser gesamtes Tun und Lassen bewusst geschieht, wenn wir uns nicht der Gedankenlosigkeit und dem oberflächlichen Freizeitgenuss hingeben. Wir brauchen zwar immer wieder kurze Zeiten der Ruhe und Entspannung, um dann wieder uns ganz den Aufgaben zu widmen, die vor uns liegen. Dann wird uns fast alles gelingen, was wir uns vornehmen. Achtsamkeit und bewusstes Handeln sind das Geheimnis für ein erfolgreiches Leben.


Samstag, 24. Januar 2026

Quantenwelten

Die modernen Naturwissenschaften haben uns tiefe Einblicke in den Schöpfungsmythos ermöglicht. Wir wissen inzwischen, dass wir Quanten allein durch unsere Beobachtung verändern können. Noch wissen wir nicht, ob die Welt des Mikrokosmos noch kleinere Einheiten enthält. Aber eins wissen wir, dass wir die Welt mit unserem Geist nicht nur beeinflussen, sondern unsere Welt aus dem uns angeborenen Geist erschaffen. Fast möchte man den Schriftgelehrten der alten Religionen zurufen, «Hört auf Worte auszulegen, studiert Physik, um die Schöpfung der Welt zu begreifen.» Die Quantenphysik  hat den Beweis erbracht, dass wir aus Geist geboren werden,  dass der Geist die Form bewegt,  die Welt aus Geist geformt ist, und das seit ewigen Zeiten.  Die Schöpferkraft formt eine Welt nach unseren Vorstellungen,  ein jeder seine eigene Welt.  Aber auch die Tiere, die Pflanzen und der ganze Kosmos, alles, was wir Welt nennen, entsteht aus diesem Geist. Die ganze Schöpfung ist einzigartig, nichts ist mit dem anderen identisch, jedes Blatt und jede Blume ist verschieden.  Das, was wir Welt nennen, ist ein einziges Wunder von unzähligen Welten.

Nur dem Menschen ist es gegeben, den Schöpfergeist in sich wahrzunehmen. Und so formen wir unsere Welt nach unserem Bild.  Voller Schöpferwillen betreten wir die Welt der Erscheinungen, erfüllt von dem Geist, der die Welt formt. Wir haben nicht nur den Schöpfergeist in uns, sondern auch den Schöpferwillen. Wir formen unsere Welt nach unserem Bild.   

Welten entstehen und vergehen. Unser Bild von der Welt verändert sich, wenn wir begreifen, dass  neben unserer Welt, in der wir leben, Milliarden von anderen Welten existieren, keine Welt wie die  andere. Und aus dem Geist, den wir den Vater nennen, beeinflussen wir nicht nur unsere eigene Welt, sondern auch alle Welten, die mit uns in Berührung kommen. Formen entstehen, ändern sich und  vergehen. Aber der Geist, der dies alles erschafft, vergeht nicht. Das Erschaffene ändert im Lauf der Zeit nur seine Form.  Kein Quant  und kein Molekül geht je verloren, es wird vom Schöpfergeist nur beeinflusst und formt seine Welt.   

Die Welt, die um uns ist, und die unser menschlicher Geist begreifen kann, ist nur eine Welt von vielen. Sie wäre nicht so entstanden, wenn unser Schöpfergeist sie nicht so gewollt hätte. Auch wenn der Mensch sich seines Geistes nicht bewusst ist, formt sich seine Welt. Es fehlt dann aber der Schöpfungswille und die Welt scheint an der Oberfläche zu verharren. Wie ein Ast, der keine Früchte trägt,  verdorrt  er am Baum des Lebens.

Samstag, 17. Januar 2026

Die innere Stimme

Heute schreibe ich über Momente, bei denen mir deutlich wurde, dass in und über mir Kräfte walten, die wesentlichen Einfluss auf mein Leben nahmen, die weit über das hinausgehen, was sich mein menschlicher Verstand vorstellen kann.

1946 lebte ich in einem kleinen Dorf in Thüringen, wohin es mich, mit meinen Grosseltern,   am Ende des Krieges verschlagen hatte. Die Nahrungslage war prekär, wir lebten alle dicht am Hungertod und hatten gegen Krankheiten wenig Widerstand. Wahrscheinlich war es eine starke Erkältungskrankheit mit hohem Fieber, die mich an den Rand des Todes brachte. Ich war sechs Jahre alt.  Ich erinnere mich noch heute  an diese Nacht, in der ich das erlebte, was die Ärztin Kübler-Ross über Nahtod Erlebnisse berichtet. Ich bewegte mich in meinem Fiebertraum in einem  Tunnel, an dessen Ende ein Licht leuchtete. Eine Kraft hielt mich aber zurück, so dass ich nicht im Tunnel weiterkam, bis ich am nächsten Morgen aufwachte und die Kraft der Krankheit gebrochen war. Später war mir klar, dass ich dicht vor dem Tod gestanden hatte, aber eine Kraft, die über mich wachte, anderes mit mir vorhatte.

Ein angeheirateter Onkel,  der in unserm  Dorf nach dem Krieg als Arzt eine kleine Praxis hatte, rettete mir  im gleichen Jahr auch durch einen Zufall mein Leben. Nach dem Krieg gab es viele Medikamente nicht mehr. In einer eisigen Winternacht brachte meine Grossmutter mich mit hohem Fieber zu ihm. Er erkannte, dass ich Diphterie hatte. Aber das erforderliche Serum gab es nicht mehr, und er wusste auch nicht, wo er es vielleicht noch bekommen könnte.  Telefone funktionierten noch nicht. Er setzte mich kurz entschlossen vorne auf sein Motorrad und fuhr, auf gut Glück,  in das nächste Kreiskrankenhaus nach Pössneck, wo wir, wie durch ein Wunder auf eine letzte Dosis von dem Serum trafen. Das rettete  mein Leben. Ich hätte sonst zu den unzähligen Kindern gehört, die in den Hungerjahren umgekommen sind.

1947 holte mich meine Mutter nach Westdeutschland in die britische Besatzungszone nach Reinbek  bei Hamburg.  Im Anschluss an die Masern bekam ich dort eine Nierenentzündung, die mein geschwächter Körper nur durch das,   seit 1946 auch in Deutschland,  hergestellte Penicillin überwinden konnte. Ein Jahr früher hatte ich die Nierenentzündung nicht überlebt.

Mit über 80 bekam ich eine vom Arzt nicht erkannte Blinddarmentzündung auf den Balearen. Mir ging es immer schlechter. Meine heutige Frau riet mir, das nächste Flugzeug zu nehmen und nach Zürich zu fliegen. Es war ein Wochenende. Ich ging  noch am gleichen Abend mit meinem Sohn C in die Klinik in die Notaufnahme, und man erkannte eine Blinddarmentzündung. Am nächsten Morgen, einem Sonntag lag ich bereits auf dem Operationstisch. Der Blinddarm war durchgebrochen, einen Tag später, und  ich hätte  die Blutvergiftung nicht überlebt. Meine innere Stimme und das Drängen meiner Frau hatten mich dazu gebracht, mein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen.  Die ganze Zeit aber wusste ich, meine  Todesstunde war noch nicht gekommen.

Mein ganzes Leben lang habe ich diese gütige, mich schützende Hand gespürt.    Als ich vor zwei Jähren in Südamerika einen Herzinfarkt hatte, sagte ich zu meinem Sohn,  der mich begleitete , dass ich nicht in einem Krankenhaus in Sao Paulo sterben wolle. Mein Sohn musste mich in einem Rollstuhl in das Flugzeug schieben,  gehen konnte ich nicht mehr, mir fehlte die Luft.  In Frankfurt fuhren wir direkt in ein Krankenhaus, wo ich sofort operiert wurde. Die ganze Zeit aber wusste ich wieder, dass mein Ende noch nicht gekommen war.

Es ist nicht der Verstand, der in diesen Momenten der Gefahr zu uns spricht, es ist eine innere Stimme, die über uns wacht und unser Leben bestimmt. Ich habe sie selbst gehört.

Sonntag, 11. Januar 2026

Gedanken und Bewusstsein

Gedankenfreiheit ist eine der Forderungen der Aufklärung. Das ist aber leichter gesagt als getan. Von frühester Jugend an wird unser Denken von Elternhaus, Religion, Schule und Universität beeinflusst. Heute kommen noch die Medien dazu, Zeitungen, Fernsehen und Social Media. In totalitären Staaten wird den Menschen auch noch ideologisches Denken verordnet. Wir können uns beim besten Willen nicht von diesen Einflüssen frei machen. Unsere Gedanken werden von dem beeinflusst, was uns über Jahre an äusseren Einflüssen angeboten wird. Hinzu kommt eine grosse Disziplinlosigkeit in unserem Denken.  Wir lernen nicht genügend, uns auf das zu konzentrieren, was wir gerade tun, bei der Arbeit sind wir schon in Gedanken bei der Freizeit, beim Essen sind wir beim Sport oder starren auf den Fernseher.  Den wenigsten Menschen gelingt es auch nur eine Minute ihre Gedanken abzuschalten. Wir denken nicht, wir werden von unseren Gedanken gedacht, wir sind Opfer unserer Gedanken. Wir sind es selbst, die wir uns die Freiheit unserer Gedanken nehmen.

Was können wir dagegen tun?  Wie gewinnen wir wieder die Herrschaft über unsere Gedanken? Welche Techniken können wir anwenden, um die Eigenmächtigkeit und den Fluss der Gedanken zu unterbrechen?  - Wir können uns auf unseren Atem konzentrieren, auf das Ein-und Ausatmen und dabei unsere Gedanken hinter uns lassen,indem wir uns ganz auf den Atem konzentrieren. -  Anfangs werden wir das nicht einmal eine Minute lang schaffen, schon kommen wieder selbständig  Gedanken in unseren Kopf.  Wir müssen erst neu lernen, uns nur auf das zu konzentrieren, was wir gerade machen.  Am Anfang wird uns das schwer fallen, aber mit der Zeit werden wir uns daran gewöhnen,  uns selbst auf die banalsten Dinge zu konzentrieren.  Wenn wir essen, müssen unsere Gedanken bei der Nahrung sein, die wir zu uns nehmen, wenn wir arbeiten, sollten unsere Gedanken vollkommender Arbeit gewidmet sein.  Beim Sport verlangen wir von unserem Körper volle Leistung, unsere Gedanken müssen im Körper sein, dort wo wir Leistung abrufen.  -  Wir müssen unser Bewusstsein zurückgewinnen, die Freiheit von Gedanken, den Luxus der Stille in unserem Selbst zurückgewinnen.

 Die grossen Leistungen der Menschheit sind nur von Menschen erreicht worden, die sich vollkommen auf das konzentriert haben, was sie gerade taten. Jeder von uns kann in seiner Art die gleiche Leistung im Kleinen, im  Täglichen erbringen, wenn er seine Gedanken auf das Eine konzentriert, das er gerade tut. Und wenn es gelingt, in Momenten der Ruhe, unsere Gedanken ganz zum Schweigen zu bringen, erfahren wir das in uns, was wir unser Sein nennen, wir werden uns unseres Bewusssteins bewusst. Wir gewinnen unser Bewusstsein zurück, das sich hinter den tausend Gedanken so lange versteckt hielt, bis wir es wieder gefunden haben.


Freitag, 2. Januar 2026

Aus der Ohnmacht erwachen

Die meisten Menschen befinden sich in einer Ohnmacht, sie sind ohne Macht über sich selbst.  Sie haben kein Bewusstsein über ihren Körper, fühlen nicht seine Bedürfnisse, verlassen sich auf Ärzte und Krankenhäuser. Sie haben keine Kontrolle über ihren Verstand, überlassen ihn schon in frühster Jugend anderen Personen, Eltern, Schulen, Universitäten. Auch über ihre Emotionen haben sie keine Kontrolle, laufen zu Psychoanalytikern und glauben, diese könnten ihnen helfen, die Kontrolle über ihre Emotionen zu erlangen.  Und das, was sie ausmacht, ihre Seele, ihren treuesten Freund und Begleiter in allen Lebenslagen, verleugnen sie, wollen die Seele nicht wahrhaben, und bestenfalls überlassen sie die Verantwortung über ihre Seele den Religionen und Seelsorgern. Sie sind, wie das Wort Ohnmacht es ausdrückt, ohne Macht über sich selbst.

Kant spricht von einer selbstverschuldeten Unmündigkeit des Menschen, aus der es zu erwachen gilt. Wir müssen wieder zu Bewusstsein kommen. Bewusstsein für unseren Körper, seine Bedürfnisse, seine Ernährung, seine Bewegung. Wir brauchen keine Ärzte, um gesund zu leben, wir müssen nur aus unserer Ohnmacht erwachen.

Wir müssen uns unseres Verstandes bewusstwerden, unserer Gedanken, die sich so schnell selbstständig machen, und die wir wieder unter Kontrolle bekommen müssen. Auch Lehrer und Professoren bringen uns nicht weiter, wenn wir nicht selbst die Verantwortung über unseren Verstand und unsere Gedanken übernehmen.

Wir müssen uns unserer Emotionen bewusstwerden, die sich so schnell selbstständig machen und ausser Kontrolle geraten. Bewusstwerden, heisst Erwachen, die Emotionen wahrnehmen, sie nicht den Psychiatern überlassen.

Wir müssen wieder unsere Seele in uns wahrnehmen, das Leben, das uns vom Schöpfergeist anvertraut wurde, den treusten Freund an unserer Seite, schon vor unserer Geburt für uns da, das ganze Leben lang und noch immer da, wenn wir die Welt verlassen. Die Seele, das ist das Eigentliche in uns, Teil des Schöpfergeistes, der sich in uns offenbart. Die Pflege der Seele können wir nicht den Seelsorgern überlassen, sie ist das kostbarste Gut, das wir haben, aber das trotzdem so oft übersehen wird und nur darauf wartet, von uns wahrgenommen zu werden.

Wie aber erwachen wir aus unserer Ohnmacht?  - Indem wir wieder zu Bewusstsein kommen. Durch Erwachen, durch Meditation, indem wir wieder Verantwortung für uns selbst übernehmen. Indem wir uns unseres Körpers bewusstwerden, die Gedanken in unserem Kopf zum Stillstand bringen, die Emotionen in uns, die Liebe zu unserem Leben neu entdecken und unseren wichtigsten Freund, die Seele zu uns sprechen lassen. -  Ohnmacht ist kein Seinszustand, sie ist selbstverschuldete Unmündigkeit.