Einer der Vorteile des Alters ist die Veränderung der
Weltsicht. Konzepte wie gut-böse, schön
– hässlich, jung- alt, verändern
sich. Ich blicke auf eine Blume, einen
Baum, eine Landschaft, alles wirkt ganzheitlicher auf mich
Ich sehe auf etwas und sehe den ganzen Lebensprozess, das Werden und das
Vergehen. Ich blicke auf die Menschen um mich, ich sehe das Leben, das sich in
jedem verwirklicht, ich
interessiere mich für die Ausstrahlung
des Menschen, die Liebe und Güte, die er vermittelt, nicht für das dick und
dünn, jung und alt, reich und arm. Ich sehe die Eigenschaften, die die Natur
ihm mit auf den Weg gegeben hat. Die
Atribute mit denen wir Menschen und
Dinge versehen fallen immer mehr ab, da sind nicht mehr Rang und Würden, Erfolg
und Geld , das verändert sich ständig
und nichts davon bleibt. Das was hinter den äusseren Formen sichtbar wird,
das wird mir immer wichtiger, das was alle Dinge ausmacht, was den Urgrund
unseres Seins bestimmt, wird immer wichtiger. Unser Verstand denkt in
Konzepten, meine Religion, meine Kultur, die Wissenschaft. Alles Illusionen,
wie Buddha sagt, alles Gedankenkonzepte,
nichts davon hat Bestand. Nur was hinter den Formen, den Konzepten aufscheint, nur das ist das Leben, dem wir
angehören.
Montag, 15. Januar 2018
Donnerstag, 4. Januar 2018
Blick auf das vergangene Jahr
Ich schaue auf das vergangene Jahr. Ich bin mir bewusst,
dass das was ich sehe, meine reine subjektive Wahrnehmung ist. Jeder wird eine andere
Wahrnehmung haben von dem was ich gesehen habe. Das was ich sehen kann ist
ständige Veränderung, nichts ist wie es scheint. Ich suche nach Konstanten, es gibt keine
Konstanten. Ich suche nach meinem Leben, es gibt nur verschiedene Wahrnehmungen
meines Lebens, meine eigene, meine Familie hat ganz andere Wahrnehmungen, und
die Welt um mich wieder ganz andere. Ständig entstehen neue Formen, neues Leben
und Formen vergehen, ändern ihre energetische Erscheinungsform. Ich selbst, die Menschen um mich, alles ist
ständigem Wandel unterworfen. Und doch ist da eine Konstante, die alles
zusammenhält, mich, meine Umgebung, meine Welt,
die diesen Tanz der energetischen Formen ordnet und ihnen ihren Rahmen gibt, die meine Atome und
Moleküle zusammenhält und das formt, was meine Sinnesorgane als mich wahrnehmen, die meine Existenz auf
dieser Welt bestimmt. Es ist eine Kraft die ich nicht denken kann, die ich nur
wahrnehme, weil ich sie bin. Es ist mein
eigentliches Leben, unter meiner energetischen Erscheinung, die Tiefe meines
Seins, das was mich in meine Erscheinung in diese Welt ruft und das meine
Energie wieder freigibt, wenn ich diese Welt verlasse. Es ist unser eigentliches
Wesen, ewig, immerwährend, nicht dem Spiel der Zeit unterworfen. Mein Sein tanzt
mit mir den Tanz des Lebens, bis ich müde bin und erschöpft in seine Arme
sinke, ewig kommend und gehend, ein schöner Tanz durch das vergangene Jahr, ein
reicher Tanz voller Wendungen und Figuren durch das Leben. Danke Urgrund meines
Lebens für alles was Du mir gezeigt hast.
Mittwoch, 27. Dezember 2017
Auf der Suche nach Mehr
Weihnachten hat mir wieder die Überflutung unseres Lebens
mit Dingen vor Augen geführt. Schon die Kinder werden jedes Jahr mit mehr Geschenken
überhäuft, sie lernen, dass das Haben von Dingen einen wichtigen Zweck ihres Lebens darstellt.
Nimmt ein anderes Kind ein Geschenk weg, löst dies ein Leid im Kind aus, es hat
sich schon mit diesem Gegenstand identifiziert.
Später in der Schule lernen die Kinder dann, dass die Anhäufung von Wissen das Wichtigste
sei, wieder wird Gegenständliches im Kopf angehäuft. Und im spätern Leben als
Erwachsene setzen sie um, was sie so früh gelernt haben, sie streben dann nach einem Mehr an Gütern, sie definieren
sich mit den Dingen, die sie auf ihrem Konto oder in ihrer Welt anhäufen,
sie haben gelernt, dass ein Mehr etwas Gutes sei. Es erinnert mich an ein Krebsgeschwür, das durch
ständige Zellteilung am Ende seinen Wirt
in seinen Untergang treibt.
Wir vergessen bei allem Streben nach Mehr, dass die Dinge
nur die Oberfläche darstellen, dass die Oberfläche das verdeckt, was unter ihr
liegt, die genze Tiefe unseres Seins. Je
mehr wir haben, desto weniger sind wir, desto mehr vergessen wer wir wirklich sind. Am Ende erkennt der Weise, dass alles Wissens
nicht einmal einen Bruchteil der Geheimnisse dieser Welt erfasst, dass er im
Grunde nichts weiss. Der Reiche muss alle angehäuften Güter hinter sich lassen,
Ansehen, Position, Reichtum fallen von
ihm ab, wenn er diese Welt verlässt, und er hat noch nicht einmal einen Blick
auf das geworfen, was ihn wirklich ausmacht. Vielleicht sollten wir es einmal
mit einem Weniger versuchen, einem Weniger an äusseren Dingen und einem Mehr an dem was uns ausmacht, einem Mehr an innerem Leben.
Glauben wir wirklich, dass wir unseren Kindern etwas Gutes
tun, wenn wir sie mit Plastik und Spielzeug überhäufen. Bekommen wir ein
schlechtes Gewissen, wenn wir uns anders verhalten würden als all die anderen
Eltern? Würde nicht ein kleines Geschenk einen viel grösseren Wert erhalten,
als die Berge von Plastik, die besser auf den Müll gehörten? Gerade Weihnachten sollte der Tag sein, wo
wir uns vom Zwang unserer Konsumgesellschaft befreien sollten, uns wieder auf
die Wärme, das Licht und den Frieden in unseren Familien besinnen sollten. Das
wäre mein Wunsch für künftige Weihnachtsfeste.
Mittwoch, 20. Dezember 2017
Weihnachten
Von allen Festen des Jahres ist mir Weihnachten am
wichtigsten. Wenn draussen die Tage immer kürzer werden, es immer kälter und
unfreundlicherr wird, schmücken wir unsere Städte mit Lichterketten, ziehen uns
in unsere Familien zurück und auch wenn
es draussen stürmt und schneit zieht Wärme und Liebe in unsere Herzen. Das
Christentum hat die wunderbare Weihnachtsgeschichte geschaffen, die Geburt des Kindes
und des Lichtes, die sich jedes Jahr auf das Neue wiederholt. Auch in den
dunkelsten Stunden wird uns in Erinnerung gebracht, das wir aus Licht und aus Liebe geboren sind, nicht nur wir und unsere Familie, sondern alle Menschen um uns, und alles Leben
dieser Welt. In diesen Tagen gehen meine Gedanken hinaus aus dem Tagesgeschehen
und mein Weihnachtserlebnis ist die
Geburt des Kindes in allen Menschen. Weihnachten
ist für mich heilig, ich erinnere mich daran, wer ich bin, das Tagesgeschehen
fällt von mir ab, ich lasse es zu, dass Licht und Wärme bis in mein Innerstes
dringt. Das Kind, das heute geboren wird ist mein vergessenes inneres Sein, das
Licht meines Bewusstseins, das mich ganz erfüllt und das ich an meine Lieben
weitergeben kann.
Dienstag, 5. Dezember 2017
Grenzen des Denkbaren
Als ich zum ersten Mal über die Seinsvergessenheit bei
Heidegger las, dachte ich, da ist auch ein Denker bis zum Sein
vorgestossen. Aber dann stellte sich heraus, dass von dem existenziellen Sein
die Rede war, nicht aber vom Sein jenseits der energetischen
Erscheinungsformen. Wenn ich über das
Sein meditiere, ist es das nichtdenkbare Sein, ich kann dennoch darüber meditieren, weil ich es bin. Es ist
das Sein, das mich und diese Welt in allen ihren Erscheinungsformen geschaffen
hat, das unser ganzes Universum erfüllt und nur deshalb von uns begriffen
werden kann, weil der Teil von uns, der dieses Sein begreift aus Sein besteht. Und trotzdem haben wir dieses Sein vergessen,
wir nehmen es nicht wahr, obwohl es das einzig Wahre in unserem Leben ist, das Einzige, was nicht eine Illusion unserer
Vorstellungswelt ist. Wenn ich mich dieses Begriffes der
Seinsvergessenheit bediene, dann weil er
am treffendsten das ausdrückt, was uns Menschen zugestossen ist: wir haben
vergessen wer wir sind, wir haben
unser Sein vergessen. Selbst die klügsten
Denker beschäftigen sich nur mit dem Denkbaren, sie überschreiten nicht die
Grenze zum Nichtdenkbaren. Die
Nihilisten scheinen fast an diese Grenze vorgestossen zu sein, indem sie alles
ablehnten was menschliches Denken an Denkschulen oder Religionen an Gedankengebäuden geschaffen hat. Aber
selbst die Verneinung aller gedachten Denkstrukturen wurde zu einer eigenen
Denkschule.
Erst die Einbeziehung der Erkenntnisse der modernen Physik
scheint bei den Denkschulen Einfluss zu zeigen. Die Quantenphysik macht
erstmals Räume erkennbar, in denen sich Energie bewegt. Und doch ist auch Wissenschaft nur das Beschreibbare,
das nicht Beschreibbare wird auch nicht beschrieben werden können, wir können
es nur erfassen, weil wir es sind. Für mich ist die Erkenntnis unserer Zeit,
dass alle energetischen Erscheinungsformen einer ständigen Veränderungen unterliegen,
nichts verlorengeht, nur seine Form verändert, einer
Metamorphosis unterliegt, wie die Alten sagten.
Auch dies nur auf der Ebene des Denkbaren, auf der Ebene der materiellen
Erscheinungsformen, auf der Ebene von Form und Zeit. Nicht veränderbar ist das Nichtdenkbare, das alle
Erscheinungsformen trägt, das alles millionenfach in einem unendlichen
Schöpfungsprozess schafft, Millionen von
Sonnen und Universen, es ist das nichtfassbare Leben in mir, in allem, das mich
mit allem verbindet, weil ich es bin.
Donnerstag, 23. November 2017
Krankheit 2
Erst wenn eine ernsthafte Krankheit in mein Leben
tritt, bin ich bereit meine Lebensgewohnheiten zu ändern. Oft verrät die Krankheit
welche Defizite ich in meinem Leben gehabt habe. Zum ersten Mal richte ich
meine Aufmerksamkeit auf die Bereiche in meinem Körper, die ich bisher
vernachlässigt oder schlecht behandelt habe. Wichtig ist, dass ich nicht den
Kampf gegen die Krankheit aufnehme, sondern die Krankheit als das annehme was
sie ist, ein Hinweis auf das was ich vernachlässigt habe. Bisher sind Kämpfe der Menschheit gegen
Krankheit, gegen Hunger, gegen Tod nicht siegreich ausgegangen. Ich mache es vielmehr wie in der fernöstlichen
Kriegskunst, ich leiste keinen Widerstand, ich konzentriere mich ganz auf meine
gegenwärtige Situation , ich rufe wie ein Sportler meine Energien und meinen
Geist an den Platz , an dem die
Krankheit ausgebrochen ist, und dann schaue ich was passiert. Das heisst nicht, die Erkenntnisse der
Medizin misachten, aber mit klugem innerem Wisssen das aussuchen, was für mich
passt, und mit meinem inneren Energiefluss den Heilprozess beeinflussen. Wenn ich mir das Bild eines tiefen Sees vor
Augen rufe, an der Oberfläche tobt ein Sturm und treibt grosse Wellen vor sich
her, die Wellen, das sind meine Krankheit und die Defizite in meinem Leben, aber unter der Oberfläche ist die ganze Tiefe
des Wassers, unbewegt und unergründlich, diese Tiefe ist mein eigentliches
Leben, unter der Oberfläche des äusseren Geschehens, dort hole ich meine Kraft,
dort ist mein eigentliches Sein, und alle Wellenschläge der Oberfläche fallen am
Ende in meine Tiefe zurück. Mein Sein ist mein eigentliches Leben,
unergründlich, ewig, keiner Krankheit und keinem Tod unterworfen. Wenn ich von
dort meine Kraft beziehe, um das zu heilen, was in meinem äusseren Leben unter
den Wellenschlägen leidet, dann beruhigt sich die Oberfläche und
besinnt sich darauf, dass sie Teil eines grösseren Ganzen ist Teil meines
inneren Seins. Wenn wir eine ernsthafte
Krankheit wirklich heilen wollen, auch die Ursachen der Krankheit, dann ist
eine grosse Hilfe, wenn wir unseren inneren Widerstand gegen die Krankheit
aufgeben und unsere volle Zuwendung aus der unerschöpflichen Energie des Lebens
dem zuwenden, was wir Krankheit nennen. So kann Krankheit dazu führen, dass wir
unser innerstes Ich wiederfinden, das
was uns wirklich ausmacht. Wir sind dann wieder zurück auf unserem Weg, der
zurück zu dem führt, was uns ausmacht. Durch das Tor unseres inneren Körpers treten wir ein in unser eigentliches
Reich, in das Reich jenseits von Zeit und Form.
Mittwoch, 22. November 2017
Krankheit 1
Jeder von uns hat schon mit Krankheit zu tun gehabt.
Krankheit hat einen äusseren und einen inneren Aspekt. Äusserlich würde ich von einem
Ungleichgewicht in meinen Lebensumsständen sprechen, etwas in meinem physischen
Leben ist in Unordnung geraten, sei es aus körperlichen, seelischen oder
geistigen Gründen. Bei kleinen Störungen können wir schon bald wieder das
äussere Gleichgewicht herstellen. Schwieriger wird es bei ernsthaften
Störungen. Wir können es uns leicht machen, uns von den Ärzten einen
medizinischen Fachnamen geben lassen und
anderen die Heilung überlassen. Das führt in den seltensten Fällen zu einem
guten Ergebnis. Vielleicht tritt kurzfristig eine Besserung ein, aber die
Ursachen berührt dieser Heilungsprozess
nicht.
Scheinbar schicksalshafte Krankheiten haben tiefere
Ursachen. Ursachen, die wir oft selbst verschuldet haben. Wir haben unserem
Körper nicht das gegeben, was ihm von seiner Natur her zusteht, nicht die
richtige Ernährung und die artgerechte Bewegung, unserer Seele nicht die
Nahrung die sie für ihr Leben benötigt, und unseren Geist vernachlässigt, indem
wir ihn einseitig beansprucht haben.
Wenn wir unseren Blick in unser eigenes Inneres lenken, haben wir bald
die Defizite entdeckt die das
Ungleichgewicht in uns verursacht haben. Falsche Ernährung, Drogenkonsum und fehlende
Bewegung für unseren Körper, Verlust der Liebe für uns, für unsere
Umgebung und die Menschen, die um uns sind,
einseitige Belastung unseres Verstandes durch zu wenig geistige
Tätigkeit, oder auch durch zu einseitige
Ausrichtung auf die Wissenschaft, von der man am Ende nur begriffen hat, dass
alles was heute gilt, morgen überholt ist.
Kaum ein ernsthafte Krankheit kann nicht auf eine diese Ursachen
zurückgeführt werden. Wir kommen zu der Erkenntnis, dass wir selber unsere
Krankheiten verursachen und sie uns meistens nicht schicksalshaft überfallen.
Fast immer weist die Krankheit auf ein Defizit in meinem Leben hin.
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