Montag, 15. Januar 2018

Konzepte


Einer der Vorteile des Alters ist die Veränderung der Weltsicht. Konzepte wie gut-böse,  schön – hässlich, jung- alt,  verändern sich.  Ich blicke auf eine Blume, einen Baum, eine Landschaft, alles wirkt ganzheitlicher  auf mich  Ich sehe auf etwas und sehe den ganzen Lebensprozess, das Werden und das Vergehen. Ich blicke auf die Menschen um mich, ich sehe das Leben, das sich in jedem verwirklicht,  ich interessiere  mich für die Ausstrahlung des Menschen, die Liebe und Güte, die er vermittelt, nicht für das dick und dünn, jung und alt, reich und arm. Ich sehe die Eigenschaften, die die Natur ihm mit auf den Weg gegeben hat.  Die Atribute  mit denen wir Menschen und Dinge versehen fallen immer mehr ab, da sind nicht mehr Rang und Würden, Erfolg und  Geld , das verändert sich ständig und nichts davon bleibt.   Das  was hinter den äusseren Formen sichtbar wird, das wird mir immer wichtiger, das was alle Dinge ausmacht, was den Urgrund unseres Seins bestimmt, wird immer wichtiger. Unser Verstand denkt in Konzepten, meine Religion, meine Kultur, die Wissenschaft. Alles Illusionen, wie Buddha sagt,  alles Gedankenkonzepte, nichts davon hat Bestand. Nur was hinter den Formen,  den Konzepten  aufscheint, nur das ist das Leben, dem wir angehören.

Donnerstag, 4. Januar 2018

Blick auf das vergangene Jahr


Ich schaue auf das vergangene Jahr. Ich bin mir bewusst, dass das was ich sehe, meine reine subjektive Wahrnehmung ist. Jeder wird eine andere Wahrnehmung haben von dem was ich gesehen habe. Das was ich sehen kann ist ständige Veränderung, nichts ist wie es scheint.  Ich suche nach Konstanten, es gibt keine Konstanten. Ich suche nach meinem Leben, es gibt nur verschiedene Wahrnehmungen meines Lebens, meine eigene, meine Familie hat ganz andere Wahrnehmungen, und die Welt um mich wieder ganz andere. Ständig entstehen neue Formen, neues Leben und Formen vergehen, ändern ihre energetische Erscheinungsform.  Ich selbst, die Menschen um mich, alles ist ständigem Wandel unterworfen. Und doch ist da eine Konstante, die alles zusammenhält, mich, meine Umgebung, meine Welt,  die diesen Tanz der energetischen Formen ordnet und  ihnen ihren Rahmen gibt, die meine Atome und Moleküle zusammenhält und das formt, was meine Sinnesorgane  als mich wahrnehmen, die meine Existenz auf dieser Welt bestimmt. Es ist eine Kraft die ich nicht denken kann, die ich nur wahrnehme, weil ich sie bin.  Es ist mein eigentliches Leben, unter meiner energetischen Erscheinung, die Tiefe meines Seins, das was mich in meine Erscheinung in diese Welt ruft und das meine Energie wieder freigibt, wenn ich diese Welt verlasse. Es ist unser eigentliches Wesen, ewig, immerwährend, nicht dem Spiel der Zeit unterworfen. Mein Sein tanzt mit mir den Tanz des Lebens, bis ich müde bin und erschöpft in seine Arme sinke, ewig kommend und gehend, ein schöner Tanz durch das vergangene Jahr, ein reicher Tanz voller Wendungen und Figuren durch das Leben. Danke Urgrund meines Lebens für alles was Du mir gezeigt hast.

Mittwoch, 27. Dezember 2017

Auf der Suche nach Mehr


Weihnachten hat mir wieder die Überflutung unseres Lebens mit Dingen vor Augen geführt. Schon die Kinder werden jedes Jahr mit mehr Geschenken überhäuft, sie lernen, dass das Haben von  Dingen einen wichtigen Zweck ihres Lebens darstellt. Nimmt ein anderes Kind ein Geschenk weg, löst dies ein Leid im Kind aus, es hat sich schon mit diesem Gegenstand identifiziert.  Später in der Schule lernen die Kinder dann,  dass die Anhäufung von Wissen das Wichtigste sei, wieder wird Gegenständliches im Kopf angehäuft. Und im spätern Leben als Erwachsene setzen sie um, was sie so früh gelernt haben, sie streben  dann nach einem Mehr an Gütern, sie definieren  sich mit den Dingen,  die sie  auf ihrem Konto oder in ihrer Welt anhäufen, sie haben gelernt, dass ein Mehr etwas Gutes sei.  Es erinnert mich an ein Krebsgeschwür,  das  durch  ständige Zellteilung am Ende seinen Wirt  in seinen Untergang treibt.

Wir vergessen bei allem Streben nach Mehr, dass die Dinge nur die Oberfläche darstellen, dass die Oberfläche das verdeckt, was unter ihr liegt, die genze Tiefe unseres  Seins. Je mehr wir haben, desto weniger sind wir, desto mehr vergessen  wer wir wirklich sind.  Am Ende erkennt der Weise, dass alles Wissens nicht einmal einen Bruchteil der Geheimnisse dieser Welt erfasst, dass er im Grunde nichts weiss. Der Reiche muss alle angehäuften Güter hinter sich lassen,  Ansehen, Position, Reichtum fallen von ihm ab, wenn er diese Welt verlässt, und er hat noch nicht einmal einen Blick auf das geworfen, was ihn wirklich ausmacht. Vielleicht sollten wir es einmal mit einem Weniger versuchen, einem Weniger an  äusseren Dingen und einem Mehr  an dem was uns  ausmacht, einem Mehr an innerem Leben.

Glauben wir wirklich, dass wir unseren Kindern etwas Gutes tun, wenn wir sie mit Plastik und Spielzeug überhäufen. Bekommen wir ein schlechtes Gewissen, wenn wir uns anders verhalten würden als all die anderen Eltern? Würde nicht ein kleines Geschenk einen viel grösseren Wert erhalten, als die Berge von Plastik, die besser auf den Müll gehörten?   Gerade Weihnachten sollte der Tag sein, wo wir uns vom Zwang unserer Konsumgesellschaft befreien sollten, uns wieder auf die Wärme, das Licht und den Frieden in unseren Familien besinnen sollten. Das wäre mein Wunsch für künftige Weihnachtsfeste.

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Weihnachten


Von allen Festen des Jahres ist mir Weihnachten am wichtigsten. Wenn draussen die Tage immer kürzer werden, es immer kälter und unfreundlicherr wird, schmücken wir unsere Städte mit Lichterketten, ziehen uns in unsere Familien zurück und  auch wenn es draussen stürmt und schneit zieht Wärme und Liebe in unsere Herzen. Das Christentum hat die wunderbare Weihnachtsgeschichte geschaffen, die Geburt des Kindes und des Lichtes, die sich jedes Jahr auf das Neue wiederholt. Auch in den dunkelsten Stunden wird uns in Erinnerung gebracht, das  wir aus Licht und aus Liebe geboren sind,  nicht nur wir und unsere Familie, sondern alle Menschen um uns, und alles Leben dieser Welt. In diesen Tagen gehen meine Gedanken hinaus aus dem Tagesgeschehen und  mein Weihnachtserlebnis ist die Geburt des Kindes in allen Menschen.  Weihnachten ist für mich heilig, ich erinnere mich daran, wer ich bin, das Tagesgeschehen fällt von mir ab, ich lasse es zu, dass Licht und Wärme bis in mein Innerstes dringt. Das Kind, das heute geboren wird ist mein vergessenes inneres Sein, das Licht meines Bewusstseins, das mich ganz erfüllt und das ich an meine Lieben weitergeben kann.

Dienstag, 5. Dezember 2017

Grenzen des Denkbaren


Als ich zum ersten Mal über die Seinsvergessenheit bei Heidegger las,  dachte ich,  da ist auch ein Denker bis zum Sein vorgestossen. Aber dann stellte sich heraus, dass von dem existenziellen Sein die Rede war, nicht aber vom Sein jenseits der energetischen Erscheinungsformen.  Wenn ich über das Sein meditiere, ist es das nichtdenkbare Sein, ich kann dennoch  darüber meditieren, weil ich es bin. Es ist das Sein, das mich und diese Welt in allen ihren Erscheinungsformen geschaffen hat, das unser ganzes Universum erfüllt und nur deshalb von uns begriffen werden kann, weil der Teil von uns, der dieses Sein begreift  aus Sein besteht.  Und trotzdem haben wir dieses Sein vergessen, wir nehmen es nicht wahr, obwohl es das einzig Wahre in unserem Leben ist, das Einzige,  was nicht eine Illusion unserer Vorstellungswelt ist. Wenn ich mich dieses Begriffes der Seinsvergessenheit  bediene, dann weil er am treffendsten das ausdrückt, was uns Menschen zugestossen ist: wir haben vergessen wer wir sind, wir haben unser Sein vergessen.  Selbst die klügsten Denker beschäftigen sich nur mit dem Denkbaren, sie überschreiten nicht die Grenze zum Nichtdenkbaren. Die Nihilisten scheinen fast an diese Grenze vorgestossen zu sein, indem sie alles ablehnten was menschliches Denken an Denkschulen oder Religionen  an Gedankengebäuden geschaffen hat. Aber selbst die Verneinung aller gedachten Denkstrukturen wurde zu einer eigenen Denkschule.

Erst die Einbeziehung der Erkenntnisse der modernen Physik scheint bei den Denkschulen Einfluss zu zeigen. Die Quantenphysik macht erstmals Räume erkennbar, in denen sich Energie bewegt.  Und doch ist auch Wissenschaft nur das Beschreibbare, das nicht Beschreibbare wird auch nicht beschrieben werden können, wir können es nur erfassen, weil wir es sind. Für mich ist die Erkenntnis unserer Zeit, dass alle energetischen Erscheinungsformen einer ständigen Veränderungen unterliegen, nichts   verlorengeht, nur seine Form verändert, einer Metamorphosis unterliegt, wie die Alten sagten.  Auch dies nur auf der Ebene des Denkbaren, auf der Ebene der materiellen Erscheinungsformen, auf der Ebene von Form und Zeit.   Nicht veränderbar  ist das Nichtdenkbare, das alle Erscheinungsformen trägt, das alles millionenfach in einem unendlichen Schöpfungsprozess schafft,  Millionen von Sonnen und Universen, es ist das nichtfassbare Leben in mir, in allem, das mich mit allem verbindet, weil ich es bin.  

Donnerstag, 23. November 2017

Krankheit 2

Erst  wenn eine ernsthafte Krankheit in mein Leben tritt, bin ich bereit meine Lebensgewohnheiten zu ändern. Oft verrät die Krankheit welche Defizite ich in meinem Leben gehabt habe. Zum ersten Mal richte ich meine Aufmerksamkeit auf die Bereiche in meinem Körper, die ich bisher vernachlässigt oder schlecht behandelt habe. Wichtig ist, dass ich nicht den Kampf gegen die Krankheit aufnehme, sondern die Krankheit als das annehme was sie ist, ein Hinweis auf das was ich vernachlässigt habe.  Bisher sind Kämpfe der Menschheit gegen Krankheit, gegen Hunger, gegen Tod nicht siegreich ausgegangen.  Ich mache es vielmehr wie in der fernöstlichen Kriegskunst, ich leiste keinen Widerstand, ich konzentriere mich ganz auf meine gegenwärtige Situation , ich rufe wie ein Sportler meine Energien und meinen Geist an den Platz  , an dem die Krankheit ausgebrochen ist, und dann schaue ich was passiert.  Das heisst nicht, die Erkenntnisse der Medizin misachten, aber mit klugem innerem Wisssen das aussuchen, was für mich passt, und mit meinem inneren Energiefluss den Heilprozess beeinflussen.  Wenn ich mir das Bild eines tiefen Sees vor Augen rufe, an der Oberfläche tobt ein Sturm und treibt grosse Wellen vor sich her, die Wellen, das sind meine Krankheit und die Defizite in meinem Leben,  aber unter der Oberfläche ist die ganze Tiefe des Wassers, unbewegt und unergründlich, diese Tiefe ist mein eigentliches Leben, unter der Oberfläche des äusseren Geschehens, dort hole ich meine Kraft, dort ist mein eigentliches Sein, und alle Wellenschläge der Oberfläche fallen am Ende in meine Tiefe zurück. Mein Sein ist mein eigentliches Leben, unergründlich, ewig, keiner Krankheit und keinem Tod unterworfen. Wenn ich von dort meine Kraft beziehe, um das zu heilen, was in meinem äusseren Leben unter den  Wellenschlägen  leidet, dann beruhigt sich die Oberfläche und besinnt sich darauf, dass sie Teil eines grösseren Ganzen ist Teil meines inneren Seins.  Wenn wir eine ernsthafte Krankheit wirklich heilen wollen, auch die Ursachen der Krankheit, dann ist eine grosse Hilfe, wenn wir unseren inneren Widerstand gegen die Krankheit aufgeben und unsere volle Zuwendung aus der unerschöpflichen Energie des Lebens dem zuwenden, was wir Krankheit nennen. So kann Krankheit dazu führen, dass wir unser innerstes Ich wiederfinden,  das was uns wirklich ausmacht. Wir sind dann wieder zurück auf unserem Weg, der zurück zu dem führt, was uns ausmacht. Durch das Tor unseres  inneren Körpers treten wir ein in unser eigentliches Reich, in das Reich jenseits von Zeit und Form.

Mittwoch, 22. November 2017

Krankheit 1


Jeder von uns hat schon mit Krankheit zu tun gehabt. Krankheit hat einen äusseren und einen inneren Aspekt.  Äusserlich würde ich von einem Ungleichgewicht in meinen Lebensumsständen sprechen, etwas in meinem physischen Leben ist in Unordnung geraten, sei es aus körperlichen, seelischen oder geistigen Gründen. Bei kleinen Störungen können wir schon bald wieder das äussere Gleichgewicht herstellen. Schwieriger wird es bei ernsthaften Störungen. Wir können es uns leicht machen, uns von den Ärzten einen medizinischen Fachnamen  geben lassen und anderen die Heilung überlassen. Das führt in den seltensten Fällen zu einem guten Ergebnis. Vielleicht tritt kurzfristig eine Besserung ein, aber die Ursachen  berührt dieser Heilungsprozess nicht. 

Scheinbar schicksalshafte Krankheiten haben tiefere Ursachen. Ursachen, die wir oft selbst verschuldet haben. Wir haben unserem Körper nicht das gegeben, was ihm von seiner Natur her zusteht, nicht die richtige Ernährung und die artgerechte Bewegung, unserer Seele nicht die Nahrung die sie für ihr Leben benötigt, und unseren Geist vernachlässigt, indem wir ihn einseitig beansprucht haben.  Wenn wir unseren Blick in unser eigenes Inneres lenken, haben wir bald die Defizite entdeckt die das  Ungleichgewicht in uns verursacht haben.  Falsche Ernährung, Drogenkonsum und fehlende Bewegung für unseren Körper, Verlust der Liebe für uns, für unsere Umgebung  und die Menschen, die um  uns sind,  einseitige Belastung unseres Verstandes durch zu wenig geistige Tätigkeit, oder auch durch  zu einseitige Ausrichtung auf die Wissenschaft, von der man am Ende nur begriffen hat, dass alles was heute gilt, morgen überholt ist.

Kaum ein ernsthafte Krankheit  kann nicht auf eine diese Ursachen zurückgeführt werden. Wir kommen zu der Erkenntnis, dass wir selber unsere Krankheiten verursachen und sie uns meistens nicht schicksalshaft überfallen. Fast immer weist die Krankheit auf ein Defizit in meinem Leben hin.