Die Definition von Krankheit ist die verminderte körperliche oder geistige Leistungsfähigkeit . – Besser würde mir eine Definition gefallen, die Krankheit als Ungleichgewicht von körperlichen und geistigen Funktionen sieht. Wenn wir letzterer Definition folgen, dann fallen die Zustände der Unter-und Überfunktion von Teilen unseres Körpers unter den Begriff der Krankheit. - Wenig erforscht ist, ob unsere Körperintelligenz krank werden kann und ob nicht gerade von einem Ungleichgewicht der Körperintelligenz Krankheiten ausgehen . Psychologen und Psychiater befassen sich nur mit einem kleinen Teil unserer Körperintelligenz, dem Verstand. Wenn der Verstand in das Ungleichgewicht gerät, dann übernimmt er die Macht über unser Gehirn, dann denkt das Gehirn nicht mehr, sondern eine andere Kraft fängt an zu wirken, und beeinflusst den Verstand . Der Verstand macht sich selbständig, und ohne dass wir es merken, denken wir nicht mehr sondern werden gedacht. Es ist wie ein Tonband, das in unserem Kopf läuft, ständig spricht, beurteilt, und sich wiederholt. Dieser Denker im Kopf beschäftigt sich überwiegend mit der Vergangenheit und mit der Zukunft. Wir sind kaum mehr in der Lage diese Denkmaschine zum Stillstand zu bringen und uns auf das zu konzentrieren, was wir gerade machen, im nächsten Moment übernimmt wieder diese fremde Macht das Geschehen. Es ist eine Art Wahn der Sinne, der uns beherrscht , wenn wir unser Denken nicht mehr kontrollieren können, es ist das was man als Wahnsinn bezeichnen kann, - Dieser Zustand unseres Kopfes ist heute eher die Regel als die Ausnahme. Wie oft erleben wir, wie jemand sich entschuldigt, weil er in Gedanken woanders war, das Woanders hatte die Gedanken übernommen. -Wenn eine Zwangsidee im Verstand entsteht, werden wir sogar zum Sklaven unseres Denkens und bedürfen der Hilfe von aussen. - Wenn Mütter und Lehrer immer mehr über die fehlende Konzentration der Kinder klagen, dann handelt es sich um dieses Gedankenrad schon im Kopf der Kinder, das so früh die Herrschaft übernommen hat. Es ist oft die ungeheure Reizüberflutung, mit denen die Kinder und die meisten Menschen nicht fertig werden. Es fehlt an Stille und Konzentration. Es lohnt sich diese Denkprozesse zu beobachten, bei uns selbst und bei Dritten. Wenn wir zum Beobachter des Denkens werden, distanzieren wir uns vom Denken, der Beobachter findet zu sich selbst zurück, befreit sich von seinen Gedanken, kann damit sich und auch anderen helfen, und vor Allem macht er wieder von seinem Verstand so Gebrauch, wie er uns von unserer Körperintelligenz zur Verfügung gestellt wird. Der Beobachter in uns ist es, der unser Denken in Ordnung hält und es uns ermöglicht, uns auf das zu konzentrieren, was in diesem Augenblick sinnvoll ist zu denken.
Samstag, 9. April 2022
Dienstag, 5. April 2022
Die Macht der Vergebung
Viele Menschen, denen ich begegnet bin, konnten ihr
Schicksal nicht in die Hand nehmen, weil sie mit der Vergangenheit verbunden waren. Eine
Frau die keine Verbindung mit einem Mann aufrechterhalten konnte, weil
ihr Vater sie nicht beachtet hatte, Väter oder Mütter die ihre Familien
verlassen haben, weil ihnen das Gleiche
in ihrer Jugend geschehen ist. Der Satz – So wie meine Mutter möchte ich nie werden - geht mir noch bis heute nach, - das Schicksal
ist unerbittlich, wenn es nicht gelingt der Vergangenheit zu entkommen. Der
einzige Weg scheint der Weg der Vergebung zu sein. Durch Vergebung bringe ich
das Rad des Schicksals zum Stillstand . Wenn wir nicht vergeben können, dreht
sich das Rad des Schicksals unerbittlich weiter und wir begehen die gleichen
Fehler, wie diejenigen, denen wir nicht verzeihen können. - Vergeben hat immer mit Vergangenheit zu tun,
vergeben wird etwas, was in der Vergangenheit geschehen ist. – Was aber,
wenn Vergangenheit nur ein Gedankenkonstrukt unseres Verstandes ist - unseres Verstandes der uns schon so oft in
die Irre geführt hat? Einen Hinweis
gibt uns der Satz: - Bevor Du in den
Tempel trittst, vergib. - Der Tempel, den wir betreten möchten, ist unser innerstes Selbst, er ist unsere
Gegenwart - und bevor wir unser Innerstes betreten, sollten wir vergeben
haben. Vergeben heisst die Vergangenheit hinter sich zu lassen, wir sollen den
Blick auf die Gegenwart richten, den Menschen, die uns weh getan haben vergeben, den Menschen, die wichtig für uns waren und
uns nicht beachtet haben, den Eltern die ihre Kinder verlassen haben und so
sehr gefehlt haben, den Menschen, die uns verletzt haben. Dem Schicksal vergeben, das uns in so widrige Verhältnisse
gebracht hat und es so schwer macht, die Vergangenheit hinter uns zu lassen. – Das soll dieser Satz sagen: Den Tempel der Gegenwart kannst du nur
betreten, wenn Du die Vergangenheit hinter Dir lässt. - Und
was ist der Tempel der Gegenwart, den wir betreten sollen? - Es ist die Tiefe unseres Menschseins, es ist das
Leben, das uns ausmacht, es ist die Ewigkeit, die die Endlichkeit vergessen lässt. Unser Innerstes ist die Gegenwart in der wir leben, und nur
in der Gegenwart erfassen wir das was ist, und das was war, versinkt in der
Vergangenheit. Vergebung brauchen nur
die Menschen, die in der Vergangenheit leben, die den Weg in ihren eigenen Tempel nicht
finden, weil sie nicht vergeben können.
Im Licht der Gegenwärtigkeit gibt es keine Vergangenheit und auch die Vergebung haben wir in der
Vergangenheit zurückgelassen, denn wo
wir uns im Licht befinden, verschwindet
jede Dunkelheit. Auch die Vergebung verliert ihre Macht, wo sie
nicht mehr benötigt wird.
Samstag, 2. April 2022
Was immer bleibt
Es ist wieder Zeit,
etwas über die Welt zu lernen. Es ist die Zeit des Krieges angebrochen.
Die Friedensordnungen brechen zusammen. Nichts ist mehr sicher. Seit fast 80
Jahren haben wir in Europa scheinbar in Sicherheit gelebt. Und plötzlich ist nichts mehr sicher. Grosse
Vermögen werden eingefroren, gehen an der Börse verloren, Städte und Länder
werden verwüstet, Lebensentwürfe brechen zusammen. Die vier apokalyptischen Reiter ziehen auch
durch Europa. Eigentlich hätten wir gewarnt sein können. Zwei Jahre hat uns
eine Seuche in Atem gehalten. Wie im Mittelalter lief die halbe Menschheit mit
Masken herum und Tausende starben. Auf die Seuche folgt ein Krieg, der die
halbe Welt mit hineinzieht, eine
Hungersnot und Energiekrise droht, und auch der Krieg könnte wie eine ansteckende
Krankheit sein und auch andere Teile der Welt mit sich hineinziehen. Wieder
blicken wir bedrückt in die Zukunft, wie soll das enden? - Dabei passiert etwas ganz Normales. Auf Zeiten des Aufschwungs, folgt die Zeit
des Abschwungs. Ein ewiger Zyklus, man
stelle sich nur vor, wenn es nur
Wachstum gäbe, wenn die Welt und die
Natur übervölkert würden, leergefressen und unbewohnbar würden. – Die Zeit des
Abschwungs ist genauso wichtig, wie die Zeit des Aufschwungs. Wir erinnern uns plötzlich daran, dass alles
vergänglich ist, und unser menschliches Leben eng mit den Zyklen der Welt
verbunden ist. – Mein eigenes Leben
begann am Ende der zwei Weltkriege, am
Ende einer Zeit, in der Millionen
Menschen ihr Leben verloren und die Welt in Trümmern lag. Es folgten in der
westlichen Welt 80 Jahre des Friedens
und einer Entwicklung des Wachstums, wie sie es in früheren Jahrhunderten nicht
gegeben hat. Und jetzt folgt wahrscheinlich
eine Zeit des Niedergangs, auf die wir uns besser einstellen sollten. Keine
Zeit ist gut oder schlecht - sie ist wie
sie ist – notwendig, damit die Welt im Gleichgewicht bleibt, weiter lebenswert bleibt. Wie klein und
lächerlich wirken die Bestrebungen der Menschheit, durch Gesetze und Bewegungen
der Zerstörung der Welt durch die Zivilisation entgegenzuwirken, wie armselig der Versuch der Menschheit durch
Medizin und Kosmetik unser Leben
verlängern zu wollen. Wir lernen wieder einmal, dass alles vergänglich ist,
nicht nur unser menschliches Leben, und dass nichts so bleibt wie es ist, nicht einmal unser Planet
und unser Sonnensystem. - Und doch bleibt etwas
in diesem ewigen Auf-und Ab, - es ist die Erkenntnis, dass hinter Allem
eine Kraft steht, die dies lenkt,
schafft, gebärt, zurücknimmt, eine Kraft die wir ahnen, aber nicht erfassen
können, die alles ausmacht und deren
Teil wir sind. In einer Welt des Aufgangs und des Niedergangs gibt es nur das Eine
was bleibt, das Ewige, das sich
Wiederholende, das Licht und die Dunkelheit, das Alles und das Nichts, das was
die Gegensätze in sich vereint. Der kleine Mensch blickt ängstlich auf die
Geschehnisse, - und die Welt und der Kosmos
ziehen ungerührt ihre Bahn. Das Vergängliche und das Unvergängliche
bestimmen unser Leben.
Dienstag, 29. März 2022
Ängste vor der Zukunft
Wenn ich in die Suchfunktion des Blogs das Stichwort Ängste eingebe, sehe ich
, dass ich immer wieder mich mit dem Thema beschäftigt habe. Nicht weil ich
Lebensängste hätte, sondern weil ich in meiner Umgebung immer wieder Ängste beobachte. Jetzt treten
wir in eine neue Krise ein und viele von uns fragen sich wieder, was wird die
Zukunft für unser Leben bringen. Und wieder sind Ängste zu spüren, können wir
unseren Wohlstand aufrechterhalten? Wie wird sich der Krieg auf unser Leben
auswirken? Wie auf unsere Kinder? Immer geht es um die Zukunft. Es nützt auch nichts, wenn wir uns sagen,
Zukunft – was ist das – hat schon jemand Zukunft erlebt? Zukunft ist doch nur ein Gedankenkonstrukt, Zukunft gibt es nicht, es gibt nur Gegenwart.
Am Ende sind Ängste nur Ängste vor dem Tod,
Ängste vor der Ungewissheit, vor dem
Unbekannten, das vor uns liegt. In der
Geschichte der Menschheit haben sich immer die Mächtigen der Ängste bemächtigt,
die Kirche hat ihre Macht in der Angst vor dem Fegefeuer begründet, die
Herrscher ihren Untertanen die Abwehr von Angriffen von Aussen versprochen, und die
Gegner ihrer Herrschaft mit Gefangenschaft
und noch Schlimmeren bedroht. Angst ist schon immer ein schlechter Ratgeber
gewesen. Vor allem wenn wir unsere Kinder erziehen. Eltern, die selber von Ängsten
geplagt werden, geben ihre Ängste an ihre Kinder weiter. Angst vor Versagen,
Angst vor Krankheit, Angst vor der Zukunft, Angst vor Verlust. Wenn wir aber das Glück haben, Eltern zu haben, die voller Mut in ihr Leben
gehen, die das Leben so annehmen, wie es sich ihnen zeigt, die Fülle und den ewigen Wandel als den
Reichtum des Lebens begreifen, dann hat
uns das Schicksal mit der Kraft
ausgestattet, die wir brauchen, um durch
das Leben zu gehen. Und auch der Tod
schreckt uns nicht, er ist Teil dieses Lebens. Ängste schränken unser Leben ein, verengen es, wie das Wort angustia lt. sagt. Mut, Zuversicht und Vertrauen sind die Eigenschaften,
die wir brauchen, um ein erfolgreiches Leben zu führen.
Freitag, 25. März 2022
Wer bist Du?
Wie oft habe ich mir diese Frage schon gestellt. Und immer
sind mir neue Antworten eingefallen. Und
heute stelle ich diese Frage
einem kleinen Menschen, der in unser Leben eingetreten ist. Und gleich
stellen sich mir weitere Fragen: Woher kommst Du und wohin gehst Du? - Du
antwortest mir: Ich solle die
Antworten doch in mir selbst finden - eine kluge Antwort. Und obwohl ich viele Jahre meines Lebens über
diese Frage nachgedacht und auch immer neue Antworten gefunden habe, kann
ich diese Frage nur in Fragmenten beantworten. Ich möchte Dir keine
naturwissenschaftliche Erklärung geben, und keine religiöse und keine
philosophische. Ich glaube entscheidend
für Dein Leben ist es, diese Frage Dir immer wieder zu stellen, und immer wirst Du weitere
Antworten finden, es ist wie mit dem Weg, nach dem wir suchen, wir müssen ihn gehen, die Antworten kommen
mit dem Weg, der Weg ist das Ziel, wir
wissen nicht wohin er führt. Du findest viele Antworten, wenn Du in meinen
Gedanken liest, die ich meinen Enkeln
hinterlasse und Du wirst viele Antworten finden, wenn Du suchst.
Vielleicht einige Hinweise: - Als du
geboren wurdest, bist Du der Wahrheit zu Deinem Leben sehr nahe gewesen, Du
bist aus der Ewigkeit in die Endlichkeit gefallen, aber bist ein Kind der Ewigkeit geblieben, ein Teil der uns
allen innewohnenden Intelligenz, die Himmel und Erde erfüllt. Das darfst Du
nie vergessen, wohin Dein Schicksal Dich auch führen mag. - Es gibt kein Gut und kein Schlecht auf Deinem
Weg. Alles ist wie es ist und muss so sein, damit Du Dein Schicksal erfüllen
kannst. - Glaube nicht an die
Versprechungen der Welt. Wenn Dir die
Schätze dieser Welt vor Füssen gelegt werden, dann vergiss nie, dass alle Dinge
vergänglich sind. Aber denke über die
Schätze nach, die unvergänglich sind.
Unvergänglich ist Dein Sein, das Leben, das Dich erfüllt, das Du als
grösstes Geschenk erhalten hast, das von Deinen Eltern, von Deinen Grosseltern
und einer unendlichen Kette von Menschen an Dich weitergereicht wurde. Erkenne das Leben in Allem, das Dich umgibt
und versuche die Ansprüche zu erfassen, die das Leben an Dich stellt, das allumfassende Leben, das Dich herausfordert. Ein erfülltes Leben wirst Du haben, wenn
Du Dein Leben in Dir selbst gefunden
hast, wenn du erkennst, dass Du ein Teil
eines viel Grösseren bist, Teil einer
allumfassenden Intelligenz, grösser als du sie je mit Deinem menschlichen Verstand erklären kannst.
Auf Deinem Weg durch die Welt erfasst Dein Verstand nur das was Welt
ist. Aber in Dir ist auch die Fähigkeit, hinter die Welt zu sehen, in die
Dimension der Tiefe, die in Dir ist. Das
wird dann geschehen, wenn Du erwachst,
wenn Du Dein eigentliches Sein in Dir
sehen lernst, wenn Du den Himmel in Dir entdeckst, das was wir
das Göttliche nennen, das was Dich erschaffen hat, das Dich erfüllt,
immer da war und ewig mit Dir sein wird. Vielleicht ist das eine Antwort
auf die Frage: Wer bist Du? - Du bist
ganz von dieser Welt , und Du bist Teil
der allumfassenden Intelligenz, die uns mit Leben erfüllt. - Es ist das Licht
der Erkenntnis, das ich Dir für Deinen Weg wünsche. (Worte zur Taufe meines jüngsten Enkels Louis
am 26.März 2022)
Dienstag, 22. März 2022
Wasser des Lebens
Eine Taufe steht an. Die eingeladenen Gäste bereiten ihre
Geschenke vor, das Silber und Gold
dieser Welt. Und das Kind möchte etwas zurück schenken, was könnte das sein,
das mehr wert ist als alles Gold und Silber? Und überhaupt,
für was steht Taufe, für Reinigung,
für Erinnerung, für einen alten Brauch?
Als im Jordan die Menschen getauft wurden, da wollten sie sich von den
Sünden der Welt reinigen. Was waren
diese Sünden? Nicht die kleinen
täglichen Missetaten, sie wollten sich
davon reinigen, das Göttliche ihres Lebens, vergessen zu haben. Die einzige Sünde, die wirklich zählt, uns
durch Vergessen von Gott getrennt zu haben. - Und uns ist dieser alte Brauch
geblieben, und er ist wichtiger denn
je. Vor lauter täglichen Dingen, vor lauter
täglichen Verrichtungen haben wir das Leben in uns vergessen, haben vergessen, das Leben Gott ist, das einzige was uns wirklich ausmacht, das
uns von unserer Geburt an begleitet, ohne das wir überhaupt nicht wären. Und das ist es, was wir bei der Taufe als grösstes Geschenk vom Kind zurückerhalten, die Erinnerung an das Wasser des Lebens das
uns erfüllt. - Nicht nur das Kind wird getauft, das noch nicht weiss, wie ihm
geschieht, wir selbst sind es die getauft
werden, indem wir uns erinnern, wer wir sind: Wesen voll göttlichen Lebens, das
uns auf unserem Weg durch die Welt begleitet und nicht einen Moment verlässt.
Das ist das grösste Geschenk das wir an der Taufe zurückerhalten, die
Erinnerung daran, wer wir wirklich sind.
Sonntag, 20. März 2022
Dejà vue - Wie sich Geschichte wiederholt
1939 nach dem Hitler
Stalin Pakt überfiel Russland die Westukraine, damals ein von Polen besetztes
Gebiet. Die ersten Opfer waren die
dortige Intelligenz, ein
Universitätsstudium glich einem Todesurteil. Eine der Opfer waren meine Grosseltern, die 1939 nachts vom KGB abgeholt
und im Wald erschossen wurden. Ihr Vergehen war, dass mein Grossvater als Gymnasialprofessor
der Intelligenz angehörte. Der grösste Teil meiner ukrainischen Verwandtschaft
war rechtzeitig nach den USA emigriert, sie konnten sich retten. So habe ich meine Grosseltern nie kennengelernt.
150 Jahre hatte die Westukraine zu
Österreich gehört, Teil der Provinz
Galizien, ein Vielvölkerstaat in dem
Ukrainer, Polen, Juden, Armenier friedlich zusammenlebten. Lemberg, das ich kürzlich besuchte, sieht
noch heute wie eine österreichische Provinzstadt aus. Es ist diese Provinz, aus
der bedeutende deutschsprachige Autoren, wie Joseph Roth, Gregor von Rezzori,
Paul Celan, Rose Ausländer kamen.- In meinem Leben wird die Ukraine nun zum dritten Mal überfallen: 1939 von den Russen unter Stalin, die unter
der Intelligenz ein Blutbad anrichteten,
1941 von den Deutschen unter Hitler, Opfer wurde die gesamte jüdische Bevölkerung
von Galizien und der Bukowina , nahezu eine Million Menschen, und die
ukrainische Bevölkerung wurde für deutsche Kriegszwecke versklavt. Und heute, nachdem die Ukraine seit dem
Zusammenbruch des Moskauer Imperiums, 30 Jahre des Friedens und des Aufbaus erlebte,
wird sie wieder Opfer der Moskauer Politik, soll erneut unterjocht werden. Diesem freiheitsliebenden
Land gehört unsere volle Unterstützung. Die Ukraine ist ein Teil unseres
Europas, unserer europäischen Kultur und Geschichte, ein Teil auch von mir
selbst. Ich hoffe, dass sie noch in meinem Leben in die europäische Union
integriert wird.